Triathlon | European Championship Laura Philipp triumphiert bei der Ironman-EM in Hamburg

Stand: 05.06.2022 18:58 Uhr

Der nächste Erfolg für Laura Philipp: Nur fünf Wochen nach ihrer Corona-Infektion siegte die Heidelbergerin bei der Ironman-EM der Frauen in Hamburg.

Philipp war in der Hansestadt nach 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen die schnellste Frau. 8:18:20 Stunden bedeuten die beste Zeit einer Frau bei einem Ironman-Rennen weltweit. Die 35-Jährige siegte vor Chelsea Sodaro aus den USA und Manon Genet aus Frankreich und verteidigte damit ihren EM-Titel von vor einem Jahr im finnischen Kuopio-Tahko. Erst vor acht Tagen hatte Philipp beim Kraichgau-Triathlon auf der halben Ironman-Distanz mit Streckenrekord triumphiert.

Noch nie war eine Frau bei einem Rennen der Marke Ironman schneller als Philipp. Nur bei der Konkurrenz-Serie Challenge in Roth 2011 war die Britin Chrissie Wellington über dieselbe Distanz sieben Sekunden früher ins Ziel gekommen. Philipp verpasste diese Zeit, weil sie beim zweiten Wechsel vom Rad zum Laufen zur Toilette gehen musste.

Energieleistung von Laura Philipp

Der Sieg in Hamburg war eine Energieleistung, mit der vor wenigen Wochen nicht zu rechnen war. Zu groß die Ungewissheit, was die Corona-Erkrankung mit ihr und ihrer sportlichen Form machen würde. "Covid ist nicht nur eine Erkältung und ich werde die Genesung ernst nehmen, denn das Risiko, auf Dauer gesundheitliche Schäden zu erleiden, ist sehr hoch", schrieb Philipp damals auf ihrem Instagram-Account unter dem Foto ihres positiven Corona-Tests.

Philipp verpasste Ironman-WM in St. George

Nachdem sie wegen der Pandemie zweieinhalb Jahre auf ein großes Rennen gewartet habe, sei die Situation "ein Albtraum", kommentierte die 35-Jährige damals weiter. Diese Enttäuschung bezog sich vor allem auf die verpasste WM Anfang Mai. "Ich fliege nicht in die USA und werde nicht bei den Ironman-Weltmeisterschaften in St. George starten. So sehr es auch schmerzt, meinen Traum und meine gute Form aufzugeben, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung ist".

Stattdessen startete Philipp beim Kraichgau-Triathlon, den sie mit Streckenrekord gewann. Und nun - nur eine Woche später - der Triumph in Hamburg.

Laura Philipp gewinnt Kraichgau-Triathlon

Kritik an den Statuten

Vor dem Wettkampf hatte Philipp noch Kritik an den Statuten geübt. Grund: Der Wettbewerb ist als Europameisterschaft deklariert, aber die wenigsten der 27 gemeldeten Elite-Frauen kamen aus Europa. "Das ist völliger Schwachsinn in meinen Augen", hatte Philipp der "Mopo" gesagt. "Das entwertet das Rennen für uns Europäerinnen."

Zum Start in Hamburg hatte sich die WM-Vierte von 2019 auf Hawaii kurzfristig entschieden. Die EM der Männer findet im Rahmen des Ironman in Frankfurt/Main am 26. Juni statt.