Abschiedsspiel von Claudio Pizarro Werder-Liebling sagt Adios – "Ich werde euch vermissen"

Stand: 24.09.2022 19:11 Uhr

Das Abschiedsspiel von Claudio Pizarro war ein großes Wiedersehen mit vielen altbekannten Gesichtern. Es wurde eine letzte große Liebesbekundung für die Werder-Legende.

Petra Philippsen

Da liefen sie also alle der Reihe nach ein ins Weser-Stadion. Alle, die Claudio Pizarro eingeladen hatte, um mit ihm noch ein letztes Mal auf dem Rasen gemeinsam zu kicken. Viele ehemalige Werderaner bekamen einen freudigen Empfang von den 42.000 Werder-Fans auf den Rängen. Doch da waren einige, die sie mit besonders warmem Jubel begrüßten.

"Ailton, oh oh" sangen sie natürlich für ihren Lieblings-Kugelblitz, Max Kruses Rückkehr feierten sie lautstark und auch "Le Chef" Johan Micoud bekam besonders tosenden Applaus. Auch die Trainer Florian Kohfeldt und Thomas Schaaf, deren Kapitel bei Werder nicht ganz so glücklich endeten, wurden frenetisch von den Fans begrüßt.

"Pizarro, oh oh!"-Chöre

Claudio Pizarro begrüßt strahlend und applaudierend die Fans, als er zu seinem Abschiedsspiel im Weser-Stadion aufläuft.

Mit breitem Strahlen kam Claudio Pizarro auf aufs Spielfeld – am Ende kämpfte er doch mit den Tränen.

Und dann kam der Mann, auf den sie alle seit Wochen gewartet hatten und den sie in Bremen so sehr lieben, wie keinen anderen: Claudio Pizarro. Mit seinem ansteckenden schelmischen Grinsen lief der fast 44-Jährige auf den Rasen und schon stieg die gefühlte Temperatur an diesem trüben Bremer Tag direkt um 20 Grad.

Aus den Lautsprechern dröhnte der umgedichtete Hit "Volare" von den Gipsy Kings, den sie für Pizarro schon im Weser-Stadion singen, seit er mit 20 Jahren erstmals an die Weser wechselte. "Pizarro, oh oh", der glückselige Jubel wollte gar nicht mehr aufhören.

"Einer der größten Spieler, den Werder je hatte"

Werder-Geschäftsführer Hess-Grunewald überreicht Claudio Pizarro zum Abschied vor dem Spiel ein gerahmtes Trikot.

Zum Abschied gab es für Claudio Pizarro (links) von Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald zwei gerahmte Trikots.

Dann überreichten ihm die Geschäftsführer Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald zwei gerahmte Trikots mit den warmen Worten: "Wir verabschieden dich als einen der größten Spieler, die Werder je gehabt hat und einen der größten Spieler, die es je gab." Pizarro bei dieser Gelegenheit auch zum Ehrenspielführer zu machen, dazu hatten sich die Werder-Gremien allerdings nicht durchringen können.

Doch nichts hätte an diesem Tag Claudio Pizarro das Lächeln aus dem Gesicht zaubern können. Drei Teams, drei Mal 30 Minuten und der Ehrengast spielte erstmal bei den Amigos mit – und damit gegen seinen Sturmpartner Ailton. Der "Pizza-Express" war gesprengt. Klingt komisch, war es auch. Schlitzohr Pizarro traf direkt in der 2. Minute, doch Kugelblitz, der sein Kampfgewicht aus Profizeiten konserviert hat, antwortete sofort mit Volldampf. Querpass von Zlatko Junuzovic und Ailton schlenzte das 1:1 ins Tor.

Der "Pizza-Express" wiedervereint

Werders Kugelblitz macht nach einem Treffer im Abschiedsspiel die Säge nach einem Tor.

Ailton kam, sah und traf natürlich für Werder.

Bier, Bratwurst und Pizarro – auf den Rängen des Weser-Stadions herrschte grün-weiße Glückseligkeit. Der Klassiker "Zieht den Bayern die Lederhosen" durfte endlich wieder inbrünstig geschmettert werden, die Werder-Welt war in Ordnung. Besonders, als der "Pizza-Express" im dritten und letzten Spiel zwischen den Bayern und den Bremern endlich wieder vereint war.

Als dann Pizarro in der 16. Minute auch im Werder-Trikot mit der Nummer 14 endlich traf, explodierten die Fans. Für einen Elfmeter der Bayern tauschte Pizarro dann kurzerhand mit Hans-Jörg Butt die Torwart-Handschuhe und ließ den Keeper gegen ihn antreten. Der schickte aber einen soften Schuss in Pizarros Arme. Dann kam um 19:25 Uhr die Schlussminute und Pizarro verließ mit stehenden Ovationen der 42.000 Fans den Rasen. Nun war es wirklich vorbei. Und der Applaus brandete noch einmal so warm auf, wie eine kuschelige Decke, in die sie ihn einhüllen wollten. Und dann musste der Mann mit dem sonnigen Lächeln doch ein paar Tränen verdrücken, als er die letzte Ehrenrunde durchs Weser-Stadion drehte.

"Es geht nicht besser. Ich glaube, es war das perfekte Ende. Ich werde euch alle vermissen. Ich kann nur danke sagen. Ich fühle mich hier wie zu Hause. Ich freue mich riesig, dass ich mein letztes Spiel hier gemacht habe" (Claudio Pizarro)

Die Ergebnisse:

Werder-Amigos 2:2 (mit Toren von Pizarro, Ailton, Füllkrug, Eggestein)
Bayern-Amigos 4:4 (mit Toren von Linke, Marin, Pizarro, Gomez, Ujah, Pizarro, Valdez)
Werder-Bayern 2:2 (mit Toren von van Buyten, Pizarro)

Team SV Werder Bremen:

Tim Wiese, Christian Vander, Naldo, Sebastian Prödl, Theodor Gebre Selassie, Torsten Frings, Clemens Fritz, Aaron Hunt, Frank Baumann, Philipp Bargfrede, Zlatko Junuzovic, Tim Borowski, Peter Niemeyer, Johan Micoud, Daniel Jensen, Ailton, Markus Rosenberg, Niclas Füllkrug, Marco Bode, Dieter Eilts
Trainer Thomas Schaaf

Team Claudios Amigos:

Felix Wiedwald, Pascal Borel, Mikael Silvestre, Sebastian Boenisch, Santiago Garcia, Johannes Mösmang, Baier, Felix Kroos, Maximilian. Eggestein, Jurica Vranjes, Diego Pizarro, Joko Winterscheidt, Marko Marin, Max Kruse, Anthony Ujah, Nelson Valdez, Fin Bartels, Max von der Groeben
Trainer Florian Kohfeldt

Team Bayern München:

Hans-Jörg Butt, Daniel van Buyten, Karsten Linke, Contento, Piotr Trochowski, Arjen Robben, Marcel Witeczek, Owen Hargreaves, Markus Schupp, Andreas Ottl, Mario Gomez, Giovanne Elber, Harald Dax, Carsten Lakies, Philipp Lahm
Trainer Michael Henke

Ailton glücklich bei Pizarro-Abschied: "Pizza-Toni funktioniert noch!"