Hansa Rostock Ridgy Munsy (l.) mit Trainer Patrick Glöckner.

Teamcheck Hansa Rostock Die Suche nach der Konstanz

Stand: 20.01.2023 09:10 Uhr

Tabellenrang neun ist trügerisch - Fußball-Zweitligist Hansa Rostock hat vor dem Rückrundenstart nur vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Kann Trainer Patrick Glöckner die "Kogge" in ruhigem Fahrwasser halten? Der Teamcheck.

Von Johannes Freytag

So lief die bisherige Saison

Hansa spielt bislang eine sehr wechselvolle Saison. Starken Leistungen wie dem 1:0 beim HSV, dem 2:0-Heimsieg gegen St. Pauli oder auch dem 3:0 in Regensburg standen ernüchternde Auftritte wie das 0:4 in Darmstadt oder das 0:1 gegen Kellerkind SV Sandhausen gegenüber.

Nach dieser Heimpleite musste Trainer Jens Härtel gehen, unter Nachfolger Patrick Glöckner gab es anschließend in zwei Spielen vier Punkte. So schloss Rostock die Hinrunde mit 21 Zählern auf einem einstelligen Tabellenplatz ab.

Trainer Glöckner fordert unbedingten Siegeswillen

"Ich bin einer, der gerne leidenschaftlichen und kreativen Fußball sieht, aber auch mit der nötigen Galligkeit und dem unbedingten Siegeswillen", beschrieb der 46-Jährige im NDR Gespräch seine Philosophie. Taktisch setzt der Hansa-Coach auf Variabilität, ließ in den jüngsten Testpartien sowohl mit Dreier- als auch Viererkette agieren: "Das Schöne ist, dass wir beide Systeme optimal umgesetzt haben und auf sie zurückgreifen können."

Hansa-Trainer Patrick Glöckner: Wie er Spieler und Fans mitnehmen will

Glöckner kennt Höhen und Tiefen des Fußballs. Mit Viktoria Köln stieg er 2019 in die Dritte Liga auf (auch wenn er am vorletzten Spieltag der Saison beurlaubt wurde), mit Drittligist Chemnitzer FC musste er ein Jahr später nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den Gang in die Regionalliga antreten. Daraus hat Glöckner Demut gelernt, die Balance ist ihm wichtig: Nach Siegen kehrt nicht der Schlendrian ein, nach Niederlagen wird nicht alles in Frage gestellt.

Keine Winter-Transfers bei Hansa

Personell gehen die Rostocker bislang unverändert in die Rückrunde. In Abwehrspieler Nico Neidhart und Angreifer John Verhoek haben sich zwei verletzte Stammspieler rechtzeitig zum Start zurückgemeldet. Pascal Breier kämpft nach langer Verletzungspause um den Anschluss.

Große Hoffnungen ruhen vor allem darauf, dass Sommer-"Königstransfer" Sebastien Thill an der Ostsee endlich den Durchbruch schafft. Auch wegen mehrere Blessuren konnte der hochveranlagte luxemburgische Nationalspieler bislang nicht das zeigen, was von ihm erwartet wurde. Bewährungschancen sollen zudem die unter Härtel aussortierten Ridge Munsy, Thomas Meißner und Theo Martens erhalten.

Happiger Rückrundenauftakt

Der Rückrundenauftakt der Mecklenburger hat es in sich: Los geht's mit der Auswärtspartie am 28. Januar (13 Uhr, im NDR Livecenter) beim Tabellendritten 1. FC Heidenheim, danach kommt der zweitplatzierte HSV ins Ostseestadion. Nach dem Gastspiel beim Bundesliga-Absteiger Arminia Bielefeld empfangen die Rostocker Spitzenreiter Darmstadt 98.

In der Hinrunde holte Hansa gegen diese Gegner immerhin sechs Punkte. Glöckner ist auch deshalb nicht bange: "Ich weiß, was unsere Jungs können. Wenn sie das, was sie in der Türkei gezeigt haben, so auf den Platz bringen, können wir das eine oder andere Ergebnis in die für uns richtige Richtung lenken", zog der 46-Jährige im "kicker"-Interview eine positive Bilanz des Trainingslagers in Belek.

Dieses Thema im Programm:
Nordmagazin | 28.01.2023 | 19:30 Uhr