Stephan Ambrosius  35, HSV verhindert einen Torschuss von Jason Ceka  10, 1. FC Magdeburg

Fußball | 2. Bundesliga 1. FC Magdeburg: Platzt der 495-Minuten-Knoten gegen den HSV?

Stand: 14.04.2024 09:05 Uhr

Seit fünf Spielen wartet der 1. FC Magdeburg auf einen eigenen Treffer. Trainer Christian Titz hofft ausgerechnet gegen den Hamburger SV auf die Wende - obwohl die personellen Hiobsbotschaften nicht abreißen.

Der 1. FC Magdeburg muss im Kampf um den Klassenerhalt weitere personelle Rückschläge verkraften. Sowohl Jean Hugonet als auch Luc Castaignos fallen für den Rest der Saison aus, wie Cheftrainer Christian Titz am Freitag (12. April 2024) vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den Hamburger SV (13:30 Uhr im Audio-Livestream und Ticker) erklärte.

Mittelstürmer Castaignos laboriert weiter an einer Muskelsehnenverletzung und wurde bereits operiert. Hugonet, wesentlicher Bestandteil in der Defensive des FCM, zog sich zuletzt beim torlosen Unentschieden gegen Elversberg eine Schulterverletzung zu und muss ebenfalls unters Messer. Zu allem Überfluss ist der Einsatz von Daniel Elfadli fraglich, der sich mit einem Infekt herumschlägt. Dass Tobias Müller gelbgesperrt fehlen wird, steht bereits fest.

FCM-Trainer Titz: Den HSV "stressen und unter Druck setzen"

Der FCM trifft das Tor nicht mehr

Allesamt Ausfälle, die in Magdeburg zur Unzeit kommen, steckt man doch weiterhin tief im Abstiegskampf. Dennoch geht der Blick vor dem Duell mit dem HSV nach vorne. Auch, weil gegen Elversberg endlich wieder einmal die Null stand.

Ein Manko bleibt aber nach wie vor bestehen. Der FCM trifft nicht mehr ins gegnerische Tor. Mittlerweile wartet man seit 495 Minuten auf einen eigenen Treffer. "Es gibt solche Phasen im Fußball. Wir wissen, dass es nicht optimal gelaufen ist. Aber wir werden auch wieder Spiele für uns entscheiden", ist sich Titz sicher. Schließlich habe man im Laufe der Saison bereits gezeigt, dass "wir unsere Qualitäten in der Offensive haben. Es spricht nichts dagegen, dass es am Sonntag nicht funktionieren kann."

"Wir werden wieder Spiele für uns entscheiden"

HSV kommt mit "Powerfußball"

Dennoch geht der FCM als Außenseiter in die Partie gegen den HSV, der dank des knappen Erfolgs zuletzt gegen Kaiserslautern weiter Kontakt zum Relegationsplatz hält. Alles andere als der Aufstieg wäre eine Enttäuschung für das ehemalige Schwergewicht der Bundesliga. Entsprechend aktiv erwartet Titz auch seinen Ex-Verein, der mittlerweile von Steffen Baumgart trainiert wird. Ein "enorm positiver Mensch, der für Powerfußball steht", lobte Titz: "Wer den HSV in den letzten Wochen gesehen hat, weiß, dass es eine Mannschaft ist, die aktiv anläuft, den Gegner jagt und stresst."

Der HSV ist für viele ein besonderer Verein, der die Menschen polarisiert und gegen den alle spielen wollen. Christian Titz | Trainer 1. FC Magdeburg

Um erfolgreich dagegenzuhalten, müssen man den Gegner "aus der Tiefe heraus überspielen". Darüber hinaus gilt es, "von Beginn an selbst aktiv zu sein und den Gegner unter Druck zu setzen. Wir benötigen den Ball und Spielkontrolle", forderte Magdeburgs Übungsleiter. Die drei Punkte stehen klar "im Vordergrund". Dass die Motivation gegen die Rothosen vielleicht noch ein Stückchen größer ist, wollte aber auch er nicht verneinen. "Der HSV ist für viele ein besonderer Verein, der die Menschen polarisiert und gegen den alle spielen wollen."

Trainer Steffen Baumgart Hamburger SV gestikuliert.

HSV-Coach Steffen Baumgart trainierte einst selbst den 1. FC Magdeburg. Es war seine erste Station als Profitrainer.

Baumgarts Rückkehr nach Magdeburg

Doch auch für Baumgart dürfte es emotional werden. Der 52-Jährige stand zwischen April 2009 und März 2010 selbst als Trainer an der Seitenlinie des FCM. Ein Selbstläufer wird die Rückkehr an alte Wirkungsstätte keineswegs. "Sie haben gerade gegen Teams aus dem oberen Bereich der Tabelle fast immer gute Spiele gemacht", sagte Baumgart und warnte vor der hohen spielerischen Qualität des Gegners.

Zudem sei das längst ausverkaufte Magdeburger Stadion "eines der emotionalsten überhaupt. Da gibt es von allen Seiten ein Feuerwerk, weshalb du komplett wach sein musst." Baumgart kann zudem wieder auf Toptorjäger Robert Glatzel zurückgreifen, der nach Oberschenkelproblemen zwar nicht in der Startelf, aber immerhin wieder im Kader stehen wird.

jsc