Felix Neureuther

BR24 Sport Neureuther und Wasmeier kritisieren Wüsten-Winterspiele

Stand: 05.10.2022 14:48 Uhr

Asiens Winterspiele sollen 2029 in der Wüste Saudi-Arabiens stattfinden. Die beiden bayerischen Ex-Wintersportler Felix Neureuther und Markus Wasmeier bezeichnen die Entscheidung als "Wahnsinn".

Von BR24 Sport

Winterspiele in der Wüste? Saudi-Arabien wird die asiatischen Winterspiele 2029 ausrichten - im Skigebiet Trojena, das steht seit Dienstag (04.10.2022) fest. Das Gebiet ist noch gar nicht gebaut und befindet sich mitten in der Wüste. Trojena zählt zur futuristischen Planstadt "Neom", die sich 170 Kilometer entlang des Roten Meeres erstrecken soll. Alle Wettbewerbe sollen auf Kunstschnee ausgetragen werden.

Der ehemalige Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier hat am Tag nach der Entscheidung mit Unverständnis auf die Vergabe der Asien-Winterspiele reagiert. "Es ist wirklich erschreckend. Man hat anscheinend nichts gelernt", sagte der 59-Jährige dem SID: "Es ist wirklich sehr skurril, was da abläuft."

Kritik kommt auch aus der deutschen Politik

Der BR-Wintersportexperte und Ex-Skirennläufer Felix Neureuther nannte die Pläne einen "Wahnsinn". Auch für Wasmeier ist es "einfach der Wahnsinn, wie man es schafft, so ein Thema noch als nachhaltig zu betrachten". Das asiatische Olympia-Komitee hatte das umstrittene Milliarden-Projekt am Dienstag abgesegnet.

Kritik an der Vergabe kam auch aus der Politik. "Die Vergabe wirkt absurd", sagte Philipp Hartewig, sportpolitischer Sprecher der FDP: "Die Austragung in Saudi-Arabien ist insbesondere in diesen schweren Zeiten nur schwer denkbar."

Große Nachhaltigkeitsbedenken

Stephan Mayer von der CDU/CSU gibt zu Bedenken, dass das asiatische Olympia-Komitee "in seiner Entscheidung frei" sei. "Kommentare aus dem Westen wollen daher gut überlegt sein. Dennoch klingt es befremdlich, Winterspiele an einen Wüstenort zu vergeben." Mayer sieht die Organisatoren vor "großen Herausforderungen, wenn sie Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten wirklich gerecht werden wollen". Er könne sich aktuell nicht vorstellen, dass die Veranstaltung diese Belange angemessen berücksichtigen kann.

Internationale Großveranstaltungen im Sport müssten in der heutigen Zeit "umweltschonend und nachhaltig durchgeführt werden - anderenfalls finden sie keine Akzeptanz, weder in der Sportwelt noch anderswo."

Saudi-Arabien hatte bei Olympia 2022 erstmals Wintersport-Starter

Die asiatischen Winterspiele fanden zuletzt 2017 statt. Saudi-Arabien hatte 2022 in Peking erstmals an Olympischen Winterspielen teilgenommen, der alpine Skiläufer Fayik Abdi war einziger Starter und wurde 44. im Riesenslalom. "Ich hatte mir nie vorgestellt, dass ich einmal im meinem Heimatland Ski fahren könnte", sagte er am Dienstag.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Quelle: BR24 Sport 05.10.2022 - 14:55 Uhr