Sportvereine betroffen Die Energiekrise erreicht die Schwimmhallen

Stand: 21.09.2022 09:49 Uhr

Die Energiekrise macht auch vor den Schwimmhallen nicht Halt. Wassertemperaturen werden gesenkt, einige Bäder komplett geschlossen.

Von BR24 Sport

Noch wird trainiert in Bayerns Schwimmbädern. Bei den Wasserballern des SV München 1899 beispielsweise. Noch. Denn wenn angesichts der Energiekrise demnächst die Wasser-Temperaturen abgesenkt werden, rechnen die Sportler mit unschönen Nebenwirkungen.

Wasserballer kühlen aus

Denn Training oder Trainingsspiel, das heißt auch immer wieder Unterbrechungen, für taktische Anweisungen beispielsweise. "Wenn das Spiel eine Zeitlang steht, dann kühlt ein Spieler auch aus", sagt Ivan Mikic, Trainer des Münchner Zweitligisten.

Noch wird bei 26 Grad trainiert. "Kritisch wird's dann bei 22, 23 Grad", sagt Mikic. Zum Vergleich: Im Sommer wurde draußen trainiert bei rund 21 Grad. Und trotz deutlich höherer Außentemperaturen war das für Mikic und sein Team "im Wasser nicht ganz so angenehm."

Erste Bäder schließen schon

Immerhin: Die Wasserballer können noch trainieren. Anderswo sind die ersten Bäder schon geschlossen. Im Münchner Dantebad etwa, bekannt für den Betrieb der Außenbecken auch im Winter und dank langer 50-Meter-Bahn der ideale Trainingsplatz für Schwimmer aller Leistungsklassen, geht in diesem Winter draußen nichts.

Außenbecken geschlossenen, Saunen zu, Mindesttemperatur in den übrigen Becken abgesenkt. Angesichts der Energiekrise haben die Stadtwerke München bereits gehandelt.

BLSV: "Schließungen - da sind wir komplett dagegen"

"Die Menschen brauchen den Sport und die Bewegung, um auch ausgeglichen zu sein", sagt dagegen Jörg Ammon, Präsident des Bayerischen Landes-Sportverbandes. Mit Temperatursenkungen kann er noch leben, "aber Schließungen - da sind wir komplett dagegen".

Es trifft neben Profisportlern auch und vor allem Amateure und Freizeitsportler. So auch beim SV München. Rund 100 Kinder trainieren üblicherweise im Nachwuchs des Vereins. Kommen weitere Bäder-Schließungen, steht vielen Sportlerinnen und Sportlern ein trainingsfreier Winter bevor.

Quelle: BR24 Sport 19.09.2022 - 18:30 Uhr