Fahrradfahrerin auf Kopsteinpflaster

Radsport | Roubaix-Premiere der Frauen

Deignan gewinnt Paris-Roubaix - Brennauer Vierte

Stand: 03.10.2021, 08:30 Uhr

Lisa Brennauer hat bei der historischen Frauen-Premiere des Rad-Klassikers Paris-Roubaix einen Erfolg für die Geschichtsbücher knapp verpasst. Die Bahn-Olympiasiegerin belegte beim Rennen über das legendäre Kopfsteinpflaster der "Hölle des Nordens" am Samstag (02.10.2021) den vierten Rang.

"Es war sehr glatt, es lag viel Schlamm und Matsch auf den Kopfsteinpflasterpassagen", sagte Brennauer: "Ich bin ein kleines bisschen enttäuscht, dass ich Vierte geworden bin und bei der ersten Edition nicht auf dem Podium stehen darf."

125 Jahre nach der Roubaix-Premiere der Männer im Jahr 1896 ging der Sieg nach 116,4 km an Elizabeth Deignan. Die Britin vom Team Trek-Segafredo feierte den Erfolg im Velodrom von Roubaix nach einem herausragenden 80-km-Solo. Zweite wurde die dreimalige Weltmeisterin Marianne Vos aus den Niederlanden (Jumbo-Visma/+1:17) vor Deignans Teamkollegin Elisa Longo Borghini (Italien/+1:47).

Brennauer führte Verfolgergruppe an

Lisa Brennauer (l) aus Deutschland und Elisa Balsamo aus Italien vor dem Start des ersten Rennens der Frauen-Elite des Radrennens Paris-Roubaix

Brennauer lag 1:51 Minuten zurück. Franziska Koch aus Mettmann (DSM/2:10) wurde Siebte. Insgesamt mussten die Frauen 29,2 Kilometer auf den gefürchteten Pave-Sektoren absolvieren. Brennauer führte die Verfolgergruppe lange an, oft fuhr sie an der Spitze auf das Kopfsteinpflaster und reduzierte dadurch die Gefahr von Stürzen. Deignan ließ sich letztlich aber nicht mehr einholen.

Brennauer (Team Ceratizit-WNT) hatte der überfälligen Erstausgabe von "Paris-Roubaix Femmes" entgegengefiebert. Für die Entwicklung des Frauen-Radsports sei das Rennen "ein wichtiger Schritt nach vorne. Es ist ein Rennen mit einem sehr, sehr hohen Stellenwert, ein richtiges Monument", hatte sie vorab dem SID gesagt: "Es ist mit keinem Radrennen auf der Welt in Vergleich zu setzen."

Sturz und Saison-Aus für van Vleuten

Für Annemiek van Vleuten endete die "Hölle des Nordens" mit dem Saison-Aus. Die Zeitfahr-Olympiasiegerin zog sich bei einem Sturz auf dem glitschigen Kopfsteinpflaster einen doppelten Schambeinbruch zu. Die 38-jährige Niederländerin vom Team Movistar war nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht worden und bekam mehrere Wochen Bettruhe verordnet. Ihre Saison ist somit beendet.

"Ich kann nicht mehr laufen", hatte die dreimalige Weltmeisterin noch vor der Diagnose in den Sozialen Netzwerken mitgeteilt. In der 18 Rennen umfassenden World Tour der Frauen stehen noch zwei Events auf dem Programm, die Gesamtwertung führt van Vleuten an. In den vergangenen Jahren hatte van Vleuten durch schwere Sturzverletzungen die Saison vorzeitig abbrechen müssen.

Männer starten am Sonntag

Am Sonntag starten die Männer in die erste Roubaix-Ausgabe seit über zwei Jahren. Die Fahrer um Nils Politt (Bora-hansgrohe), Zweiter bei der bislang letzten Austragung im Frühjahr 2019, sowie Ex-Champion John Degenkolb (Lotto-Soudal) müssen 257,7 km zwischen Compiegne und Roubaix bewältigen.

Die Pave-Sektoren haben eine Länge von insgesamt 55 km. Paris-Roubaix war im Vorjahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. In diesem Jahr wurde der Termin aus dem Frühjahr in den Herbst verlegt.

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Morgenmagazin 30.09.2021 01:43 Min. Verfügbar bis 30.09.2022 Das Erste

Quelle: sid

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