Andrea Eskau aus Deutschland freut sich über ihre Goldmedaille im Biathlon 12,5 km Damen sitzend

Paralympics | Nominierung Eskau verzichtet auf Paralympics-Start - 18 deutsche Sportler nominiert

Stand: 28.01.2022 15:08 Uhr

Am 4. März beginnen die Paralympischen Winterspiele, für Deutschland gehen 18 Sportlerinnen und Sportler an den Start. Für die achtmalige Paralympicssiegerin Andrea Eskau kommt Peking jedoch zu früh.

Mit nur 18 Sportlern und sechs Guides reist der Deutsche Behindertensportverband (DBS) zu den Paralympics in Peking. Im am Freitag bekannt gegebenen Aufgebot fehlt aufgrund anhaltender körperlicher Probleme die achtmalige Paralympicssiegerin Andrea Eskau aus Magdeburg. Die 50-Jährige war 2018 in Pyeongchang Fahnenträgerin bei der Eröffnungsfeier und holte insgesamt sechs Medaillen im Langlauf und Biathlon, davon zwei goldene.

"Das ist natürlich schade, aber auch kein Weltuntergang. Ich bin einfach nicht in der körperlichen Verfassung, um auf höchstem Niveau im sportlichen Wettkampf anzutreten", sagte Eskau. Die Gesamtzahl ist auch deshalb so niedrig, weil Deutschland in den Mannschaftssportarten Sledgehockey und Curling die Qualifikation verpasste. In Pyeongchang war der DBS mit 20 Sportlerinnen und Sportlern vertreten.

Viele Absagen trüben die Erfolgsaussichten

Auch die 17 Jahre alte Merle Menje aus Singen, die im Sommer im Rennrollstuhl ein beachtliches Paralympics-Debüt gefeiert hatte, verzichtet aus persönlichen Gründen auf ihre Winter-Premiere im Langlauf. Medaillen-Lieferantin Anna Schaffelhuber hatte nach den Spielen vor vier Jahren ihre Karriere nach insgesamt sieben Paralympics-Goldmedaillen im alpinen Para-Sport beendet.

Auch deshalb sind die Erwartungen in diesem Jahr bescheiden. "Schade ist, dass wir in erster Linie aufgrund von Verletzungen und Erkrankungen nicht alle möglichen Startplätze ausschöpfen konnten", sagte Chef de Mission Karl Quade: "Gerade bei Winterspielen hing der sportliche Erfolg häufiger von den Ausnahmeleistungen Einzelner ab." 2018 hatte Deutschland Rang fünf im Medaillenspiegel belegt.

Zusammen mit Personen aus dem Funktionsteam - Trainer, Ärzten und Betreuern - wird die deutsche Delegation aus insgesamt 63 Personen bestehen. Neun deutsche Athleten und damit die Hälfte des deutschen Kaders werden in Peking ihr Paralympics-Debüt geben. Diese Sportlerinnen und Sportler wurden nominiert:

Ski alpin

Anna-Lena Forster (Radolfzell), Christoph Glötzner (Neumarkt), Leander Kress (Friedberg), Anna-Maria Rieder (Murnau), Noemi Ristau (Marburg), Andrea Rothfuss (Mitteltal-Obertal)

Ski nordisch

Alexander Ehler, Marco Maier (beide Kirchzarten), Martin Fleig, Nico Messinger, (beide Freiburg), Linn Kazmaier (Römerstein), Clara Klug (München), Johanna Recktenwald (St. Wendel), Leonie Walter (St. Peter), Anja Wicker (Stuttgart)

Snowboard

Matthias Keller (Offenburg), Manuel Neß, Christian Schmiedt (beide Gemering)