Olympia | Nordische Kombination Nordische Kombination: Faißt verpasst Medaille knapp - Drama um Riiber

Stand: 15.02.2022 12:03 Uhr

Jörgen Nyland Graabak ist neuer Olympiasieger der Nordischen Kombinierer von der Großschanze. Manuel Faißt wurde starker Vierter. Ein Drama gab es um Topfavorit Jarl Magnus Riiber.

Graabak setzte sich am Dienstag (15.02.2022) dank eines fulminanten Schlussspurts durch und sicherte sich Gold. Faißt zeigte eine herausragende Leistung, verpasste aber das Podest knapp. Silber ging an Jens Luras Oftebro aus Norwegen, Bronze an den Japaner Akito Watabe.

Einen folgenschweren Fauxpas leistete sich Riiber, der zu Beginn des 10-Kilometer-Laufs klar auf Goldkurs war.

Drama um Riiber

Riiber war als bester Springer mit großem Vorsprung ins Rennen gegangen. Er bog in der Loipe nach zwei Kilometern versehentlich auf die Zielgerade ab, musste umkehren und verlor die Führung. Sein Vorsprung betrug plötzlich nur noch zehn Sekunden, wenig später wurde er von der ersten Verfolgergruppe eingeholt. Letztlich reichte es für Riiber, der gerade erst eine Corona-Quarantäne überstanden hatte, nur zu Rang acht.

Faißt fehlten am Ende nur 2,7 Sekunden zum Podest. "So ist der Sport, aber ich bin trotzdem sehr stolz auf mich und auf meine Leistung", sagte er nach dem Rennen. Faißt war erst kurzfristig für Teamkollege Terence Weber ins Team gerückt, der lange in Hotel-Isolation festsaß.

Deutsche Serie gerissen

Zweitbester Deutscher wurde Normalschanzen-Olympiasieger Vinzenz Geiger als Siebter, Julian Schmid wurde Zehnter.

Rydzek diesmal weit von der Spitze entfernt

Johannes Rydzek landete auf Rang 28. Vor vier Jahren war er in Pyeongchang Olympiasieger in dem Wettbewerb geworden. Die deutschen Kombinierer gingen somit erstmals seit 2010 in einem olympischen Wettkampf leer aus, zuletzt hatten sie in vier Wettbewerben in Folge Gold geholt.

Schon beim Skispringen von der Großschanze hatte es sich angedeutet, dass es mit der Medaille für die Deutschen schwer werden würde. Die schnellsten deutschen Läufer sprangen nicht weit genug und gingen mit großen Rückständen ins Rennen.

Bei Olympia in Peking steht die Großschanze in der nordischen Kombination der Männer an. Das Springen in voller Länge.

"Es war wieder unglaublich spannend. Auf der Höhe und in der Kälte ist soviel möglich in der Loipe. Von daher war es wieder ein Wahnsinn. Schade, dass es für Manuel nicht ganz gereicht hat", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch nach dem Rennen der ARD. "Die Bedingungen waren an der Grenze, aber gerade noch vertretbar."

Bei Olympia in Peking dürfen sich alle fünf Nordischen Kombinierer Hoffnung auf einen Startplatz in der Staffel machen. Bundestrainer Hermann Weinbuch hat die Qual der Wahl.

Harte Bedingungen für die Kombinierer

Beim Springen herrschte starker Wind, der die Starter beeinträchtige. Beim Laufen waren indes die Temperaturen grenzwertig. Sie erreichten minus 18 Grad Celsius, dazu kam ein eisiger Wind.

Der am Montag aus der Quarantäne gekommene Eric Frenzel war noch nicht am Start, unterstützt seine Teamkollegen aber vor Ort. Der dreimalige Olympiasieger hofft, am Donnerstag in der Staffel zum Einsatz zu kommen.

"Es war einfach sehr schön, dieses Freiheitsgefühl wieder genießen zu können", sagte Frenzel. Er wollte endlich das "olympische Feeling, was ich einige Tage sehr vermisst habe, spüren".

Weber aus Quarantäne entlassen

Weber wurde indes ebenfalls aus der Corona-Quarantäne entlassen. Anders als Frenzel, der bereits am Montag aus der Hotel-Isolation durfte, kann sich Weber allerdings keine Hoffnungen mehr auf einen Start bei diesen Olympischen Winterspielen machen.