Olympia | Langlauf Sensation im Langlauf: Deutsche Frauen holen Silber

Stand: 12.02.2022 17:06 Uhr

Deutschland hat Silber in der Langlauf-Staffel der Frauen gewonnen. Im Rennen über 4x5 Kilometer - zunächst zwei Mal in der klassischen Technik, dann zwei Mal im freien Stil - mussten sie sich am Samstag (12.02.2022) nur dem Team vom Russischen Olympischen Komitee geschlagen geben.

Es ist die erste deutsche Olympia-Medaille im Langlauf seit Bronze 2014 in Sotschi - damals ebenfalls durch die Frauen-Staffel.

Das deutsche Quartett um Katherine Sauerbrey, Katharina Hennig, Victoria Carl und Sofie Krehl lief vom Start weg vorne mit und verdiente sich die Medaille durch eine geschlossene Teamleistung. Rang drei ging in einem dramatischen Schlussspurt an Schweden.

Triumph auch für den Bundestrainer

Als das Rennen noch lief, war Startläuferin Sauerbrey bereits voller Vorfreude auf den möglichen Coup: "Es ist unglaublich. Ich habe alles gegeben und gekämpft. Es ist einfach krass, mir fehlen die Worte. Ich bin überrascht, dass es so gut läuft. Am liebsten würde ich die Zeit vorspulen, ich kann es kaum erwarten." Auch Katharina Hennig lief nach ihrem Einsatz "rum wie Falschgeld" und konnte das Ende kaum erwarten.

Die deutschen Silber-Langläuferinnen im Sportschau-Gespräch

Sportschau, 12.02.2022 02:05 Uhr

Die Silbermedaille ist nicht nur ein Triumph für die Läuferinnen, sondern auch für Bundestrainer Peter Schlickenrieder. Dieser hatte das deutsche Langlauf-Team nach den Winterspielen vor vier Jahren übernommen und immer wieder den langsamen Aufbau betont. Wegen ausbleibender Erfolge musste er häufig Kritik einstecken, ließ sich aber nicht auf seinem Weg beirren.

Sauerbrey übergibt auf Rang zwei

Als erste deutsche Läuferin ging Katherine Sauerbrey in die Loipe. Sie war vor dem Winter gar nicht im Weltcup-Team, hatte sich über den Alpen-Cup erst für die Tour de Ski qualifiziert und sich dort mit ihren Leistungen für die Olympia-Teilnahme empfohlen.

Langlauf: Staffel (F) - der Wettbewerb in voller Länge

Sportschau, 12.02.2022 02:05 Uhr

Die 24 Jahre alte Thüringerin lief vorne im Feld mit, konnte aber wie die anderen Nationen dem ersten Antritt von Julija Stupak aus dem Team des Russischen Olympischen Komitees nicht folgen. Diese hatte sich nach der ersten 2,5-Kilometer-Runde bereits um 13 Sekunden von ihren Verfolgerinnen abgesetzt.

Aber Sauerbrey lief eine unfassbar starke zweite Runde und konnte wieder zur Russin aufschließen. So betrug der Rückstand beim Wechsel lediglich anderthalb Sekunden.

Hennig übernimmt die Führung

Als zweite DSV-Läuferin war Katharina Hennig dran. Sie konnte gemeinsam mit Natalja Neprjajewa das Tempo hochhalten und die Konkurrentinnen immer mehr distanzieren.

In der ersten Verfolgerinnengruppe waren die Favoritinnen Schweden mit Ebbe Andersson und Norwegen mit Therese Johaug vertreten. Am vorletzten Anstieg ging Hennig sogar raus und übernahm die Führung. Sie konnte sich vor dem Wechsel ein kleines Stück absetzen.

Carl lässt sich nicht abschütteln

So ging Victoria Carl mit einem Polster von knapp vier Sekunden in die erste Freistil-Runde. Johaug schob Norwegen, das nach einem Sturz der ersten Läuferin Tiril Udnes Weng schon eine kleine Hypothek hatte, auf den dritten Rang nach vorne.

Der Rückstand auf Carl betrug 23 Sekunden. Carl musste Tatjana Sorina zunächst vorbeilassen und fiel etwas zurück. Aber sie kämpfte sich zurück, auch weil die Russin nicht mehr das hohe Tempo vom Anfang gehen konnte. Der Vorsprung auf die Verfolger änderte sich nicht.

Auf der zweiten Runde das gleiche Bild. Wieder konnte sich Sorina ein kleines Stück absetzen, doch Carl ließ sich nicht abschütteln. Ganz im Gegenteil.

Victoria Carl (l) und Tatiana Sorina in Aktion

Victoria Carl (l) und Tatiana Sorina in Aktion

Krehl bringt die Medaille ins Ziel

Auch Carl übergab auf Rang eins auf Schlussläuferin Sofie Krehl. Fünf Sekunden betrug das Polster auf Russland, dahinter aber machten Norwegen und Finnland mit rund 15 Sekunden Rückstand Druck.

Doch Krehl lief ihr Rennen von vorne weg, konnte die Russin Weronika Stepanowa aber nicht abschütteln. Von hinten kamen Schweden und Finnland ein kleines Stück näher. Doch die Entscheidung sollte zwischen Russland und Deutschland fallen. Am vorletzten Anstieg zog Stepanowa davon, Krehl hatte nun Probleme, konnte aber einen kleinen Vorsprung ins Ziel retten.

"Ich hatte ein sehr gutes Gefühl. Das hatte ich auch schon gestern", berichtete Hennig nach dem Rennen. "Ich wusste, dass wir schon lange nicht mehr so kompakt aufgestellt waren." Die Chance auf eine Medaille sei realistischer gewesen als in den Rennen davor. "Aber natürlich war da auch ein Batzen Nervosität dabei", gestand die Oberwiesenthalerin ein. "Ich bin stolz, dass wir das heute so gerockt haben heute."

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