Olympia | Biathlon Biathlon: Röiseland gewinnt Gold - Deutsche kritisieren Material

Stand: 13.02.2022 10:35 Uhr

Drittes Gold für Marte Olsbu Röiseland bei den Olympischen Spielen: Nach dem Sieg im Mixed und im Sprint war sie auch im Verfolger in der Goldspur. Die überragende Athletin lief ein einsames Rennen und ließ allen Konkurrentinnen keine Chance. Die Deutschen verbesserten sich, haderten aber mit dem Material.

Von Sanny Stephan

Marte Olsbu Röiseland ist ein Phänomen. Die Norwegerin lief bei den Olympischen Winterspielen in Peking auch im Verfolger am Sonntag (13.02.2022) ein einsames Rennen und feierte einen Start-Ziel-Sieg.

Nach 10 Kilometern und vier Schießprüfungen kam Röiseland mit nur einer Strafrunde mehr als 90 Sekunden vor den Konkurrentinnen ins Ziel.

Heißer Kampf um Bronze

Während Röiseland schon Siegerinterviews gab, kam Elvira Öberg aus Schweden (+ 1:36,5 Minuten/3 Fehler) wie schon im Sprint als Zweite ins Ziel. Dahinter entbrannte auf der Schlussrunde ein heißer Kampf um Bronze. Edelmetall sicherte sich schließlich Tiril Eckhoff (Norwegen/3) mit einem furiosen Endspurt.

Die besten Karten hatte dabei Ingrid Landmark Tandrevold, doch die 25-jährige Norwegerin kämpfte auf dem letzten Kilometern mit großen Problemen und brach im Ziel zusammen. Der norwegische Mannschaftsarzt gab wenig später Entwarnung.

Preuß löst Problem beim Stehendschießen

Die deutschen Skijägerinnen lagen nach dem historisch schlechten Sprint deutlich von den Medaillenplätzen entfernt, sie betrieben aber immerhin Wiedergutmachung. Dabei konnte Franziska Preuß endlich wieder lachen. Mit 19 von 20 Treffern machte Preuß einen Sprung von Platz 30 auf 15 und legte eigene Zweifel beiseite.

Nach ihren ersten beiden Einzelstarts war sie noch ratlos und resigniert. Sogar die Sinnfrage stellte Preuß, die nach einer Verletzung und Corona-Erkrankung eine schwierige Olympia-Vorbereitung hatte. Dieses Rennen und vor allem das tadellose Stehendschießen dürften ihr Motivation für die Staffel geben. Läuferisch war Preuß mit 2:58,7 Minuten hinter der Siegerin noch deutlich von der Überfliegerin entfernt.

Voigt wieder die beste Deutsche

Wie schon im Sprint war Vanessa Voigt erneut die beste Deutsche. Auch bei ihr landete ein Schuss nicht im Schwarzen: Mit Platz zwölf (+ 2:48,4 Minuten) dürfte die Thüringerin bei ihrer Olympia-Premiere aber zufrieden gewesen sein.

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Für Denise Herrmann sah es bis zum letzten Schießen sogar nach einem Top-Ten-Platz aus. Die Olympiasiegerin im Einzel riskierte beim letzten Schießen alles und verfehlte zwei Scheiben, damit ging es doch deutlich auf Rang 17 (+ 3:20,7 Minuten) zurück.

Aufholjagd von Hinz: Von 55 auf 21

Den größten Sprung nach vorn machte Vanessa Hinz, die sich gleich um 34 Plätze verbesserte und das Rennen als 21. (+ 3:34,1 Minuten) abschloss. Mit besseren Ski unter den Füßen wäre wahrscheinlich noch mehr drin gewesen. Wie alle Deutschen beklagte auch Hinz Probleme mit dem Material. "Ich weiß, die Techniker geben das Beste. Das war heute aber leider nichts." Noch deutlicher wurde Herrmann in der ARD: "Ich war mit dem Material so was von gar nicht konkurrenzfähig. So ist es einfach schwierig."

Vanessa Hinz in der Loipe

Die Deutsche Vanessa Hinz in der Loipe

Immerhin qualifizierten sich neben Herrmann und Voigt auch Preuß und Hinz für den Massenstart zum Abschluss der Winterspiele am kommenden Samstag.

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