Tour-Massensturz: Zuschauerin kommt wohl mit Bewährungsstrafe davon

Auf der 1. Etappe der Tour de France hatte eine Frau mit einem Pappschild für einen Massensturz gesorgt.

Radsport |Tour de France

Tour-Massensturz: Zuschauerin kommt wohl mit Bewährungsstrafe davon

Sie hielt ein Pappschild in die TV-Kameras und löste damit bei der diesjährigen Tour de France einen Massensturz aus. Nun steht die Zuschauerin vor Gericht. Ins Gefängnis muss sie aber wohl nicht.

Gefährlich nah an der Strecke hatte die Zuschauerin den TV-Kameras bei der ersten Etappe der diesjährigen Tour de France ihr Pappschild mit der Aufschrift "Allez - Opi - Omi" präsentiert. Zeitfahr-Weltmeister Toni Martin konnte nicht mehr ausweichen - er stürzte, und mit ihm etwa 50 weitere Fahrer. Der Vorfall vom Juni hat nun ein juristisches Nachspiel: Die Zuschauerin musste sich am Donnerstag (14.10.2021) in Brest vor Gericht verantworten.

Staatsanwalt fordert vier Monate Haft auf Bewährung

Die Anklage forderte vier Monate Haft auf Bewährung für die 31-Jährige, wie die Zeitung "Le Parisien" berichtete. Der jungen Frau wird nach Angaben des Gerichts fahrlässige Körperverletzung und Gefährdung des Lebens anderer vorgeworfen. Ein Urteil wird am 9. Dezember verkündet.

Tage später der Polizei gestellt

In der Gerichtsverhandlung hieß es, die Angeklagte habe die Gefährlichkeit ihres Tuns eingesehen und sich entschuldigt. Die Aufschrift "Allez - Opi - Omi" habe die Französin wegen ihrer deutschstämmigen Großmutter gewählt. Sie sei sicher gewesen, dass die Großeltern die Tour am Fernseher verfolgen. Die Frau entfernte sich zunächst vom Ort des Geschehens, stellte sich aber Tage später.

Symbolische Entschädigung von einem Euro

Die Tour de France hatte letztendlich von juristischen Schritten gegen die Frau abgesehen. Im Vorfeld der Gerichtsverhandlung hatte die internationale Radfahrervereinigung Cyclistes Professionnels Associes (CPA) eine symbolische Entschädigung ihrer Zunft in Höhe von einem Euro gefordert.

Es gehe auch darum, für mehr Respekt für die Radsportler zu werben, die Monate für die Tour trainiert hätten und von denen einige danach nicht mehr weiterfahren konnten, hieß es in einer Erklärung der CPA.

dpa/sid | Stand: 14.10.2021, 18:24

Darstellung: