DOSB: Vorstandschefin Rücker legt Amt nieder

Veronika Rücker lächelt bei einer Pressekonferenz

Sportpolitik | DOSB

DOSB: Vorstandschefin Rücker legt Amt nieder

Die Brief-Affäre im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und ihre Folgen ziehen immer weitere Kreise. Nach DOSB-Präsident Alfons Hörmann, dessen Nachfolge am 4. Dezember in Weimar bei der Mitgliederversammlung geklärt wird, legt auch die Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker ihr Amt zum 31. Dezember nieder.

Dies teilte der DOSB am Freitag (12.11.2021) in einer gemeinsamen Erklärung von Hörmann und Rücker mit. Das Präsidium des DOSB habe sich gemeinsam mit Rücker am Donnerstagabend auf "eine einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit" verständigt, hieß es darin. Damit werde "auch im Bereich des Hauptamtes eine personelle Neuaufstellung" ermöglicht.

Brisanter Brief

Die 51-jährige Rücker war in den Fokus der Kritik geraten, nachdem am Mittwoch ein brisanter Brief des ehemaligen DOSB-Vorstandsmitgliedes Karin Fehres an die Öffentlichkeit gelangt war, den diese am Dienstag an die Gremien des DOSB gerichtet hatte. Darin erklärte Fehres, dass Hörmann und weitere Spitzenvertreter um Rücker sie bedrängt hätten, sich als Autorin des anonymen Briefs vom 6. Mai zu bekennen, in welchem dem Dachverband unter Hörmanns Führung eine "Kultur der Angst" unterstellt wurde und in dessen Folge dieser am 16. Juni seinen Rückzug ankündigte. 

Gleichzeitig bestritt Fehres, jenen Brief verfasst zu haben. Fehres, bis Ende November 2020 DOSB-Vorstand für Sportentwicklung, schrieb unter anderem an die Adresse von DOSB-Präsidium und -Vorstand sowie die Sprecher der Verbändegruppen, ihr seien am 13. Oktober von einer Berliner Anwaltskanzlei im Namen Hörmanns sowie des DOSB als Verband, vertreten durch die Vorstände Rücker und Thomas Arnold, Strafanzeige und zivilrechtliche Klage angedroht worden.

"Im Grundsatz richtig"

Hörmann und Rücker erklärten hierzu am Freitag, "unser Verband und Sportdeutschland insgesamt" hätten durch die anonym erhobenen Vorwürfe "erheblichen Schaden genommen". Man habe es "als unsere Pflicht und in unserer Verantwortung gesehen, auch der Urheberschaft und den Hintergründen des anonymen Schreibens nachzugehen". Nach der Prüfung durch einen Sprachgutachter sei man der Einschätzung der Rechtsberater gefolgt und habe "zwei Versuche zur außergerichtlichen Klärung mit dem ehemaligen Vorstandsmitglied unternommen, die jetzt öffentlich geworden sind." 

Der Vorstand und Hörmann hätten, "um den Vorgang nicht weiter eskalieren zu lassen", nach einer Empfehlung der Ethik-Kommission Ende Oktober entschieden, "keine weiteren rechtlichen Schritte zu unternehmen". Man sei "nach wie vor davon überzeugt, dass es im Grundsatz richtig und unsere Verantwortung war, zum Schutze des DOSB den Hintergründen des Schreibens nachzugehen", heißt es in der Erklärung von Hörmann und Rücker. Präsident und Vorstandsvorsitzende "übernehmen die volle Verantwortung für diesen gesamten Vorgang, in den der Vorstand sowie einzelne Präsidiumsmitglieder nur teilweise eingebunden waren. Dies gilt insbesondere für das Schreiben des Anwalts, dessen Inhalte ausschließlich durch uns freigegeben wurden."

sid | Stand: 12.11.2021, 16:57

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