DOSB-Appell: "Outdoor-Sport-Garantie für alle"

Ein leerer Sportplatz

Corona-Pandemie

DOSB-Appell: "Outdoor-Sport-Garantie für alle"

Der Deutsche Olympische Sportbund appelliert angesichts der aktuellen Corona-Lage an die Politik, den Vereins- und Breitensport nicht wieder einzuschränken.

"Der Fehler des Vorjahres, als die weitgehende Schließung von Spiel- und Sportstätten und die Kontaktbeschränkungen die rund 27 Millionen Mitglieder von Sportvereinen und alle anderen Menschen in Deutschland zur Bewegungslosigkeit verurteilten, darf sich nicht wiederholen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann.

3G draußen, 2G drinnen

In der Stellungnahme zur Verbändeanhörung des Hauptausschusses im Bundestag und in einem Schreiben an die am 18. November tagende Bund-Länder-Runde fordert der DOSB laut einer Mitteilung eine "Outdoor-Sport-Garantie für alle": Das Infektionsrisiko im Außenbereich sei anerkannt geringer. Mehr als eine 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) dürfe deshalb für den Sport unter freiem Himmel nicht gelten. Für Sport im Innenbereich sei 2G (geimpft oder genesen) sinnvoll.

Sachsens Handballer pausieren schon

Der Handball-Verband Sachsen (HVS) hat den Spielbetrieb indes auf Verbandsebene in allen Altersklassen am Dienstag (16.11.2021) erneut unterbrochen. Das teilte der HVS auf seiner Homepage mit. "Der Meisterschafts- und Pokalmeisterschaftsspielbetrieb der Saison 2021/22 wird im Bereich des Handball-Verbandes Sachsen, auf Verbandsebene in allen Altersklassen ab dem 19.11.2021 auf unbestimmte Zeit unterbrochen", hieß es in der Mitteilung. Das erweiterte Präsidium kam zuvor in einem Online-Meeting zu diesem einstimmigen Ergebnis.

"Wir sind uns der Tragweite dieser Entscheidung bewusst, allerdings ist die Verhältnismäßigkeit, in Zeiten wo über 150 Schulen oder Schulklassen in Quarantäne geschickt werden, weiterhin aber Mannschaften durch Sachsen fahren, nicht mehr gegeben. Zudem ist per 15.11.2021 die Überlastungsstufe (mehr als 1.300 belegte Krankenhausbetten) erreicht", hieß es in der Begründung.

DOSB: Kinder und Jugendliche sollen "privilegiert werden"

Kinder und Jugendliche würden besonders leiden, wenn ihnen Möglichkeiten zur Bewegung genommen werden - körperlich wie seelisch, hieß es in der DOSB-Stellungnahme. "Bewegungsdefizite bei Kindern und Jugendlichen haben insbesondere durch die Einschränkungen im vergangenen Jahr massiv zugenommen." Heranwachsende sollten daher bei allen Maßnahmen privilegiert werden und "nach Überzeugung des DOSB Geimpften und Genesenen gleichgestellt" werden. Dort, wo Testnachweise erforderlich seien, müssten die regelmäßigen Schultestungen für den Vereinssport anerkannt werden. Dies gelte ebenfalls für Tests aus der Arbeitswelt für alle Altersgruppen.

"Die 90.000 Sportvereine in Deutschland haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass sie in der praktischen Umsetzung wirklich verantwortungsbewusst mit der Situation umgehen", erklärte Hörmann. "Sie gewährleisten ein Bewegungsangebot, das die pandemiebedingten Risiken weitgehend minimiert und gleichzeitig ein wesentlicher Baustein dafür ist, die gesundheitlichen und sozialen Folgen der Pandemie abzufedern." Es wäre fahrlässig und nicht vermittelbar, "diese Möglichkeiten erneut und undifferenziert einzuschränken".

dpa/red | Stand: 16.11.2021, 10:46

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