Judo: Wagner holt erstes deutsches WM-Gold seit 28 Jahren

Judoka Anna Maria Wagner im Finalkampf gegen Madeleine Malonga

Judo: Wagner holt erstes deutsches WM-Gold seit 28 Jahren

Die deutsche Judoka Anna-Maria Wagner hat sich sechs Wochen vor dem Start der Olympischen Spiele zur neuen Weltmeisterin gekrönt und ihren Medaillenanspruch für die Spiele unterstrichen

Bei der WM in Budapest kürte sich die 28-Jährige zur ersten deutschen Weltmeisterin seit 28 Jahren. Die Ravensburgerin besiegte im Finale der Klasse bis 78 kg am Freitag (11.06.2021) überraschend die französische Weltranglistenerste Madeleine Malonga.

"Ich hab' gar keine Worte dafür, ich kann's noch gar nicht so richtig fassen", sagte Anna-Maria Wagner nach ihrem Gold-Coup. Für sie sei die WM eigentlich nur ein Wettkampf vor den Olympischen Spielen gewesen. "Ich wollte meine Form abrufen. Und ich hab ' gewonnen! Danach habe ich erst mal realisiert, dass ich jetzt Weltmeisterin bin. Ich kann es noch gar nicht richtig in Worte fassen."

Zuletzt hatte Johanna Hagn (+78) im Jahr 1993 für Deutschland WM-Gold geholt, in Wagners Gewichtsklasse liegt ein Titel sogar noch weiter zurück: Barbara Claßen triumphierte im Jahr 1982.

Judo: Anna-Maria Wagner ist Weltmeisterin

Sportschau 11.06.2021 00:49 Min. Verfügbar bis 11.06.2022 ARD Von Raimo Hinsdorf


Wagner löst auch Olympia-Ticket

Wagner hatte im Halbfinale von Budapest zunächst Mami Umeki aus Japan besiegt. Sie setzte sich nebenbei im internen Duell um das Olympia-Ticket für Tokio auch gegen ihre Teamkollegin Luise Malzahn durch, die im Viertelfinale ausschied. Als Weltranglistendritte hatte Wagner durch ihre bessere Ausgangssituation im Ranking ohnehin die besseren Karten gegenüber Malzahn (Platz zehn). In Japan gibt es in jeder Gewichtsklasse nur einen Starter pro Nation.

Judoka Anna-Maria Wagner mit Chance auf Olympia Sportschau 07.06.2021 01:48 Min. Verfügbar bis 07.06.2022 Das Erste

Wagner hatte ihre Auftakthürde Erdenet-Od Batbayar (Mongolei) gemeistert und kämpfte sich anschließend gegen Antonia Schmelewa (Russischer Judo-Verband) ins Viertelfinale. Dort schlug sie Marhinde Verkerk (Niederlande), ehe sie auch gegen die Weltranglistenfünfte Umeki die Oberhand behielt.

Malzahn unterliegt Umeki

Malzahn (Halle/Saale) verlor nach Siegen gegen Lucia Cantero (Argentinien) und Karen Leon (Venezuela) im Viertelfinale gegen Umeki. In der ersten Hoffnungsrunde vergab sie durch eine Niederlage gegen Verkerk ihre letzte Chance auf Bronze. Malzahn, WM-Dritte von 2017, hatte im Frühjahr nach einer Corona-Erkrankung zwei Wochen in georgischer Hotel-Quarantäne verbringen müssen.

Theresa Stoll holte Bronze am Dienstag

In der Klasse bis 100 kg scheiterte der frühere Vizeweltmeister Karl-Richard Frey (Leverkusen) nach seinem Auftaktsieg gegen Mikita Swirid (Belarus) bereits in der zweiten Runde am Serben Bojan Dosen.

Am Dienstag hatte Theresa Stoll (Großhadern) in der Klasse bis 57 kg die bislang einzige Medaille für den Deutschen Judo-Bund (DJB) in Budapest geholt. Die 25-Jährige gewann ihren Kampf um Platz drei gegen die entthronte Weltmeisterin Christa Deguchi (Kanada).

sid | Stand: 11.06.2021, 19:22

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