Der Hanball-Bundestrainer Alfred Gislason

Vor EM-Auslosung Störgeräusche beim DHB - Kritik an Bundestrainer Gislason

Stand: 09.05.2023 13:23 Uhr

Die deutschen Handballer fiebern der Auslosung der Vorrundengruppen für ihre Heim-EM am Mittwoch (10.05.2023, ab 17.45 Uhr im Livestream auf sportschau.de) entgegen. Die Vorfreude wird allerdings von Kritik an Bundestrainer Alfred Gislason begleitet.

Es rumort, aber Alfred Gislason lässt sich nichts anmerken. Der Handball-Bundestrainer fiebert der Auslosung der Heim-EM in Düsseldorf entgegen: "Sie ist ein Signal für alle, dass es richtig losgeht - obwohl wir schon längst in Sachen Europameisterschaft unterwegs sind."

Die Kritik an ihm und seinem Team nach den zuletzt gezeigten Leistungen wird auch der Isländer mitbekommen haben, aber Gislason, 63, zählt jetzt nur das Turnier in Deutschland in acht Monaten. Sagt er zumindest. "Ich bin gespannt, welche Gegner wir bekommen", sagte Gislason: "So eine Auslosung ist immer ein spannender Moment."

Spanien oder Frankreich - wer wird Deutschlands Vorrundengegner?

Interessant ist bei der Ziehung der sechs Vorrundengruppen vor allem, ob das Team um Kapitän Johannes Golla in der ersten Turnierphase auf Olympiasieger Frankreich oder den dreimaligen Europameister Spanien trifft. So viel steht nämlich schon fest.

Spannung verspricht auch die Frage, gegen wen es für die DHB-Auswahl im "Weltrekord-Eröffnungsspiel" vor mehr als 50.000 Zuschauern im Düsseldorfer Fußball-Stadion geht. Da habe er, sagte Gislason, "keinen besonderen Wunsch. Das kommt, wie es kommt. Ich freue mich einfach, dass wir am 10. Januar ein ganz besonderes Spiel erleben können."

Mögliche EM-Auftaktgegner für Deutschland, das sich in Lostopf 2 befindet und für die Vorrundengruppe A in Düsseldorf und Berlin gesetzt ist, sind die Schweiz, Rumänien, Montenegro, Griechenland, Georgien und Färöer.

Berichte über Kritik an Bundestrainer Gislason

Im Vorfeld der Auslosung sorgte ein "Spiegel"-Bericht mit dem Titel "So spaltet die Gislason-Frage den deutschen Handball" für Aufregung. In der Liga, so heißt es in dem Bericht, formiere sich hinter den Kulissen "eine Front" gegen Gislason als Bundestrainer.

Karsten Günther, Geschäftsführer des SC DHfK Leipzig und HBL-Präsidiumsmitglied, habe nach den deutlichen Testspielpleiten gegen Dänemark zuletzt die Ablösung des Bundestrainers gefordert. Die Personalie Gislason spalte laut "Spiegel" "den deutschen Handball in zwei Lager".

Liga-Boss Bohmann: "Mitnichten eine gespaltene Liga"

Beim Deutschen Handballbund (DHB) wollte man den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren. Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann äußerte sich betont zurückhaltend. Die Auswahl des Bundestrainers sei "keine Angelegenheit" der HBL oder ihrer Manager. Man sei "zu allen Themen im Austausch mit dem DHB und wir tun gut daran, diesen Dialog fortzusetzen und nicht halbgare Lösungen über den 'Spiegel' zu diskutieren bzw. zu spekulieren".

"Natürlich", so Bohmann, gebe es in der Liga "eine Unzufriedenheit wegen der Matches gegen Dänemark und Schweden, die einen Klassenunterschied erkennen ließen". Hierzu habe man sich ausgetauscht. Es gebe aber "mitnichten eine gespaltene Liga. Wir werden das weiter an den DHB adressieren und stehen hierzu im engen Austausch. Eine Ablösung von Alfred Gislasson vor Vertragsende steht dabei meines Wissens nicht zur Debatte."