Die Anzeigetafel beim Spiel Deutschland gegen Montenegro

Frauenfußball | Wettbewerbe Zu klare Ergebnisse im Frauenfußball? UEFA will Änderungen in der Qualifikation

Stand: 29.10.2021 19:36 Uhr

Die Qualifikation zur Fußball-EM der Frauen 2022 in England war von vielen deutlichen Ergebnissen geprägt. Nadine Kessler, Leiterin der UEFA-Abteilung Frauenfußball, will nun die Qualifikation reformieren.

Die Gruppensieger in der EM-Qualifikation haben Zahlen vorzuweisen, die keine Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen lassen. Deutschland gewann alle acht Spiele und hat dabei eine Tordifferenz von 46:1 erspielt. Dänemark und Spanien ließen ebenfalls keinen Punkt liegen und holten jeweils 48:1 Tore. Sechs Spiele in der Qualifikation endeten zweistellig, Deutschland gewann 10:0 gegen Montenegro. Und in der europäischen Qualifikation zur WM 2023 in Australien und Neuseeland deuten sich nach vier Spieltagen ähnliche Verläufe in den Gruppen an.

Die sportliche Ungleichheit in den Spielen ist schlecht für die Attraktivität des Wettbewerbs - und deswegen will Nadine Kessler, Leiterin der UEFA-Abteilung Frauenfußball, Änderungen voranbringen.

"Es wird eine Verbesserung geben"

"Die Qualifikationssysteme für die WM und die EM, die die UEFA beide organisiert, werden bereits sehr genau geprüft, und wir werden eine Verbesserung sehen", sagte Keßler in einem Interview mit der amerikanischen Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Konkrete Pläne benannte sie nicht. Die 33-Jährige gewann mit Turbine Potsdam und dem VfL Wolfsburg dreimal die Champions League, viermal die deutsche Meisterschaft und dreimal den DFB-Pokal. Mit der Nationmannschaft bestritt sie 29 Länderspiele und gewann die EM 2013. Seit 2017 arbeitet sie bei der UEFA.

Die UEFA-Abteilungsleiterin des Frauenfußballs Nadine Kessler

Das Thema ist komplex: Eine Vor-Qualifikation der schwächeren Teams wäre eine Möglichkeit - doch nimmt man ihnen damit ungerechtfertigt die Möglichkeit, gegen die großen Teams zu spielen? 2013 und 2017 mussten die acht schwächsten Teams in einer Vor-Qualifikation spielen, 2009 waren es sogar 20 Teams. Keßler ließ offen, ob sie zu solchen Formaten zurückkehren will und sagte: "Wir wollen genau hinschauen und keine schnelle Lösung." Sie sprach zudem weitere Ideen an.

Eine Nations League für die Frauen?

Keßler brachte neben einer Reform der Qualifikation ein Format wie die Nations League der Männer ins Spiel. Auch dort werden die Teams nach Spielstärke eingeteilt, mehr Spiele zwischen Teams ähnlicher Spielstärke kamen so zustande, was auch dem Spiel der Frauen guttun könnte. "Wir müssen die aktuellen Probleme, die wir haben, wirklich richtig einschätzen und dann hoffentlich ein Format entwickeln, das dem europäischen Frauenfußball hilft, weiter zu wachsen", sagte Keßler.

Wann solche Änderungen kommen könnten, sagte Keßler nicht. Die Qualifikation zur WM 2023 läuft bereits. Erst zur EM 2025, die wohl in Skandinavien oder Polen stattfinden wird, wären Änderungen denkbar.

Deutschland gegen Israel - die Tore

Sportschau, 26.10.2021 16:00 Uhr