"Made in Senegal" - wie Sadio Mané zum Star wurde

Neue Dokumentation über Senegals Fußballheld

"Made in Senegal" - wie Sadio Mané zum Star wurde

Aus dem Nichts im Senegal ins Rampenlicht des FC Liverpool - eine neue Film-Dokumentation zeichnet die erstaunliche Karriere von Stürmerstar Sadio Mané nach. Jürgen Klopp macht dabei ein Geständnis.

Wenn die Fußballgötter während der Coronakrise noch ein Einsehen haben, wird Sadio Mané irgendwann in den nächsten Wochen doch noch den längst verdienten Meistertitel mit dem FC Liverpool feiern können. Der Senegalese bildet gemeinsam mit Mohamed Salah und Roberto Firmino bei den "Reds" das derzeit wohl beste Offensiv-Trio der Welt. In einer neu veröffentlichten Film-Dokumentation ("Made in Senegal") des Streamingdienstes "Rakuten TV" wird die erstaunliche Karriere des 27-jährigen Angreifers nachgezeichnet. Von seinen Anfängen im Senegal über den FC Metz bis hin zum großen FC Liverpool.

Mit sieben Jahren den Vater verloren

Dass Sadio Mané überhaupt zum Fußball kam, war lange kaum absehbar. Sein Vater starb, als Mané gerade einmal sieben Jahre alt war. Der Junge wuchs bei seinen Onkeln im kleinen Dorf Bambuli auf. Fußball war bei den muslimischen Predigern verpönt, die Schule ging vor.

Sadio spielte heimlich - mit einer Grapefruit oder Steinen anstelle eines unerreichbaren echten Balles. Mané liebte Fußball über alles und als er 16 war, hielt er es nicht mehr aus. Er rannte weg von daheim in die Großstadt Dakar. Dort wurde er aufgegriffen und in sein Heimatdorf zurückgebracht. Mit seiner Familie traf er die Verabredung: Noch ein Jahr Schule, dann darf er alles auf die Karte Fußball setzen.

Mit 17 zum organisierten Fußball

Mané, der Senegals ehemaligen Stürmerstar El Hadji Diouf vergötterte, kam also mit 17 in Dakar zu "Generation Foot", einer kommerziellen Fußballschule, die mit dem französischen Erstligisten FC Metz zusammenarbeitete. Schnell wurde sein Talent entdeckt und Mané siedelte 2011 nach Frankreich über. "Auch wenn die Kälte fürchterlich für mich war - in Metz wurde ich zu dem Menschen, der ich heute bin", sagt Mané.

In Metz fast den Körper ruiniert

Um ein Haar wäre seine Karriere aber früher vorbei gewesen, als man schauen kann. Denn als er ein paar Wochen in Metz war, verheimlichte der schüchterne neue Stürmer eine schwere Adduktorenzerrung. Er spielte und trainierte einfach weiter, weil er Angst davor hatte, dass man ihn nach Afrika zurückschicken würde, wenn er verletzt ist. Damit zerstörte er fast seinen Körper. Als nichts mehr ging, musste er eine schwere Operation über sich ergehen lassen - er fiel acht Monate aus. Man schickte ihn dennoch nicht zurück nach Afrika. Die Karriere konnte wieder Fahrt aufnehmen.

Der Rest ist bekannt: Mané wechselte zu RB Salzburg, von dort ging es über den FC Southampton schließlich zum FC Liverpool, wo er auf Jürgen Klopp traf.

Klopp beim BVB über Mané: : "Dafür habe ich jetzt echt keine Zeit"

Klopp erinnert sich in der Dokumentation, wie er Mané erstmals begegnete: "Es war in Dortmund. An dem Tag saß ein ganz, ganz junger Kerl da, die Baseball-Kappe auf halb acht, dazu die blonde Strähne, die er immer noch hat. Es war wie so ein Rapper im Anfangsstadium. Und da habe ich gedacht: Dafür habe ich jetzt echt keine Zeit."

Der Trainer holte Mané nicht nach Dortmund, rückblickend gibt er zu: "Ich würde sagen, ich habe ein relativ gutes Gespür für Menschen - aber an dem Tag habe ich total daneben gelegen."

Der Afrika-Cup ist das große Ziel

Mané machte woanders Karriere, traf erst 2016 wieder auf Klopp, mittlerweile ist er ein wohlhabender Weltstar. Dennoch hat er nie vergessen, wo er herkommt. Für seine Onkel hat er Häuser bauen lassen, in seinem Heimatort im Senegal sind auf seine Kosten eine Schule und ein Krankenhaus entstanden.

Das einzige, was ihm noch fehlt zum Glück, ist der Premier League-Titel. Und, vor allem: der Gewinn des Afrika-Cups. 2017 scheiterte der Senegal im Viertelfinale, auch weil Mané einen Elfmeter verschoss. 2019 unterlag das Team im Finale gegen Algerien. "Das ist mein größtes Ziel. Ich will mit den Löwen vom Senegal unbedingt diesen Titel gewinnen", sagt er.

oja | Stand: 10.04.2020, 19:18

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