"Madrid sinkt" - Real tief unten vor "El Clasico"

Casimero (l.) und Varane von Real Madrid

Samstag, 16 Uhr: El Clasico zwischen FC Barcelona und Real Madrid

"Madrid sinkt" - Real tief unten vor "El Clasico"

0:1 gegen Cadiz, 2:3 gegen Donezk: Real Madrid steckt vor dem Clasico gegen den FC Barcelona in einer fetten Krise. Besonders ein Spieler bekommt's von der Presse richtig ab.

"Er kann es nicht mehr" und er sei "Lichtjahre entfernt vom einstigen Niveau" - die spanische Sportzeitung "Marca" ging nach der Niederlage in der Champions League gegen Schachtjor Donezk mit Real Madrids linkem Außenverteidiger Marcelo nicht eben glimpflich um. "Er sollte nicht mehr in der Champions League eingesetzt werden, sondern nur noch in nationalen Ligaspielen zum Einsatz kommen", forderte das in Madrid ansässige Blatt über den 32-jährigen Brasilianer.

"Haben Kritik verdient"

Doch Marcelo ist natürlich nicht das einzige Problem, mit dem sie bei Real Madrid vor dem Clasico gegen den FC Barcelona am Samstag (ab 18 Uhr in der Sportschau) umgehen müssen. Die "Königlichen" stecken in einer echten Krise: Nach dem peinlichen 0:1 am letzten Wochenende daheim gegen den biederen FC Cadiz setzte es am Mittwoch eben jenes ebenso blamable 2:3 gegen ein ersatzgeschwächtes Schachtjor Donezk aus der Ukraine. "Wir haben die Kritik verdient. Allen voran ich selbst", jammerte nach der Donezk-Partie Trainer Zinedine Zidane.

Gegen Donezk, das aufgrund von Corona-Erkrankungen auf 13 Spieler verzichten musste, gab Real zunächst vor allem defensiv eine furchtbare Vorstellung ab. Der mit acht U23-Spielern ergänzte ukrainische Meister führte nach 42 Minuten völlig verdient mit 3:0. Eine leichte Steigerung Reals nach dem Seitenwechel, die auch mit den Einwechslungen von Karim Benzema und Toni Kroos zu tun hatte, konnte das Debakel nicht mehr abwenden. "Jeden Tag schlimmer" schrieb "Marca" und "Mundo Deportivo" sprach vom "Alptraum vor El Clásico". Natürlich waren gerade die katalanischen Publikationen nicht zimperlich: "Madrid sinkt", titelte "El Periódico".

Seit Ronaldos Weggang fehlt ein Star

Es ist offensichtlich, dass Real weit weg ist von der dominierenden Rolle, in der sich der Klub europaweit selbst am liebsten sähe. Mit Benzema, Kroos, Luka Modric und Abwehrboss Sergio Ramos verfügt Real zwar noch über solide Routiniers von internationaler Klasse. Im Prinzip hat das spanische Schwergewicht aber seit dem Abgang von Cristiano Ronaldo im Sommer 2018 keinen Starspieler mehr in seinen Reihen, der den Unterschied ausmachen könnte.

Luka Jovic, das zeigte auch das Spiel gegen Donezk, irrlichtert in seiner Rolle in der spanischen Hauptstadt irgendwo zwischen glücklos und überfordert. Der als Ronaldo-Nachfolger geholte Eden Hazard kam seit Sommer 2019 durch Verletzungen zurückgeworfen nie richtig in Tritt und wird auch im Clasico nicht zur Verfügung stehen.

Versäumnisse auf dem Transfermarkt

Entsprechend werden Real Versäumnisse auf dem Transfermarkt vorgeworfen. Allen voran kreidet man dem Klub an, mit Sergio Reguilon eben genau jenen talentierten Linksverteidiger zu Tottenham Hotspur ziehen gelassen zu haben, der dem Klub jetzt auf der Marcelo-Position fehlt. Reguilon, der jüngst bei Tottenhams 3:3 gegen West Ham einen Treffer von Harry Kane mustergültig vorbereitete, könnte dabei durchaus bald wieder im Real-Trikot auftauchen. Zumindest spekuliert das die "Marca", die auf eine Klausel in Reguillons Vertrag hinweist, die Real ein Rückkaufrecht für den 30-Millionen-Euro-Mann zusichert.

Kaum Sorgen um seinen Job muss sich wohl der Trainer machen. "As" merkte zwar an, dass sich Zidane "mit seinen vielen Wechseln selbst in Gefahr bringt". Aber der einstige Spielmacher gilt in Madrid als unantastbar, auch wenn er von sich selbst nun forderte: "Ich bin der Trainer, ich bin verantwortlich. Also muss ich jetzt eine Lösung finden."

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oja | Stand: 23.10.2020, 10:39

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