Mesut Özil - der Sturz von Arsenals Topverdiener

Mesut Özil

Premier League

Mesut Özil - der Sturz von Arsenals Topverdiener

Der Trainerwechsel von Unai Emery zu Mikel Arteta schien Mesut Özil beim FC Arsenal gut zu tun. Nach der Corona-Pause spielt der Topverdiener der "Gunners" aber plötzlich gar keine Rolle mehr.

Ist es nur ein Denkzettel vom Trainer oder bahnt sich der Premier-League-Abschied eines der talentiertesten Spielgestalter unserer Zeit an? Mesut Özil spielt bei seinem Klub FC Arsenal seit der Corona-Pause keine Rolle mehr. Beim Auswärtsspiel der "Gunners" bei den Wolverhampton Wanderers am Samstag (04.07.2020) stand der 31-jährige Deutsch-Türke zum wiederholten Male noch nicht einmal im Kader.

Aufschwung nach Trainerwechsel

Dabei hatte sich Özils Lage bei den Londonern im Dezember eigentlich gebessert, als Mikel Arteta den Trainerjob des unglücklichen Unai Emery übernahm. Der hatte den Topverdiener des FC Arsenal - Özil verdient seit seiner letzten Vertragsverlängerung Anfang 2018 rund 20 Millionen Euro pro Jahr - ganz unverblümt als "untauglich" abgestempelt und ihn links liegen lassen.

Doch nach Artetas Übernahme gehörte der immer mal wieder phlegmatisch wirkende Spielgestalter plötzlich wieder zur Stammformation des Teams.

Plötzliches Aus nach Coronapause

Bis zur Corona-Pause. Oder kurz danach. Denn nachdem Özil bei einem Vorbereitungsspiel gegen den niederklassigen FC Brentford (2:0) vor allem körperlich eine unterirdische Vorstellung abgeliefert hatte, war er auch bei Arteta ofenbar unten durch.

Schon beim Auftaktspiel zum Re-Start gegen Manchester City (0:3) stand Özil nicht einmal mehr im Kader des FC Arsenal. An diesem Status hat sich seither nichts geändert: Während die anderen um Punkte kämpfen, sitzt Özil irgendwo ganz anders. Vermutlich meistens daheim bei seiner jungen Familie, die kürzlich durch die Geburt von Tochter Eda Zuwachs erhalten hatte. In Wolverhampton hatte er jüngst auf der Tribüne Platz genommen, vor zu starker Sonneneinstrahlung durch einen großen Regenschirm geschützt.

Arsenal-Coach Arteta: "Ihm ist viel passiert"

Was genau zwischen Arteta und Özil vorgefallen ist, bleibt bislang unter Verschluss. Auf Özil angesprochen, erklärte Arteta im Laufe der letzten Woche vor dem Southampton-Spiel nur rätselhaft: "Ihm ist in den letzten Wochen viel passiert. Das habe ich zu respektieren." Was Özil denn passiert sei, präzisierte der Spanier nicht: "In dem Moment, in dem ich sehe, dass er wieder bereit ist, werde ich ihm die gleiche Chance geben, wie jedem anderen Spieler auch."

Das persönliche Verhältnis der beiden sei angeblich nicht belastet. "Unser Gespräch wird zwischen uns bleiben. Ich kann ihnen aber sagen, dass es ein klarer und ehrlicher Austausch war", so Arteta.

Özil - bei Gehaltsverzicht außen vor

Minuspunkte hatte Özil schon während der Saison-Unterbrechung gesammelt, als er als einer der wenigen im Arsenal-Kader einen Gehaltsverzicht ablehnte. Ein Großteil der Spieler verzichtet seit April auf 12,5 Prozent Gehalt, was Arteta als "unglaubliche Geste der Einheit und des Engagements" lobte. "Darauf bin ich sehr stolz." Özil dürfte ihn demnach weniger stolz gemacht haben.

Die Tageszeitung "Daily Mail" rechnete letzte Woche derweil einmal nach: Özils Gehalt wurde mit den zuletzt gebrachten Leistungen verglichen. Heraus kamen irritierende Zahlen. So soll Arsenal dem Superstar seit Saisonstart im August 17,4 Millionen Euro gezahlt haben, herausgekommen sind ein Tor und drei Assists.

Ein Pass für über 16.000 Euro

Jeder seiner gespielten 1.051 Pässe würde Arsenal 16.580 Euro kosten, jedes seiner 20 Tacklings rund 871.000 Euro. In dieser Saison stand Özil 1.812 Minuten auf dem Platz, das macht für jede Spielminute 9.620 Euro.

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oja | Stand: 05.07.2020, 20:38

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