VfL Wolfsburg - RB Leipzig 2:2

Leipzig verpasst Sieg in Wolfsburg

RB Leipzig verschenkt im Bundesliga-Meisterkampf weiter Punkte. Beim VfL Wolfsburg hätte das Team von Julian Nagelsmann durchaus gewinnen können - wenn es seine Chancen besser genutzt und abgeklärter agiert hätte.

RB Leipzig spielt im Titelkampf der Fußball-Bundesliga Bayern München weiter in die Karten. Eine Woche nach der 1:3-Pleite gegen Borussia Dortmund verpasste die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann am Samstag (16.01.2021) beim VfL Wolfsburg den zumindest vorläufigen Sprung an die Tabellenspitze.

Wolfsburg zu Hause weiter ungeschlagen

Bei Nagelsmanns 50. Spiel auf der Bank der Sachsen musste sich der Tabellenzweite bei den "Wölfen" mit einem aus seiner Sicht enttäuschenden 2:2 (1:2) begnügen. Wolfsburg durfte sich darüber freuen, dass es in der eigenen Arena weiterhin ungeschlagen geblieben ist. Die VfL-Treffer erzielten Top-Stürmer Wout Weghorst (22. Minute) per Kopf in seinem 100. Pflichtspiel für Wolfsburg sowie Renato Steffen mit einem abgefälschten Schuss (35.). Leipzigs frühe Führung hatte Nordi Mukiele (5.) markiert. Willi Orban (54.) traf zum Endstand.

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner sagte nach dem Schlusspfiff der Sportschau: "Ich bin glücklich über die Leistung, die wir gezeigt haben. Die Reaktion nach diesem schnellen Rückstand war super. Wir haben eine richtig tolle erste Halbzeit gespielt."

Nagelsmann: Wie Bayern geschwächelt

Kollege Nagelsmann sagte vor der Sportschau-Kamera: "Das frühe Tor hat uns nicht ganz so gutgetan. In der zweiten Halbzeit war es dann schon gut, wir hatten viele Balleroberungen gehabt. Aber ich denke, wir müssen aus diesen, vier, fünf Riesenchancen mehr machen." Zum Titelkampf merkte er an: "Bayern mag jetzt ein bisschen geschwächelt haben, wir haben aber jetzt auch geschwächelt. Demnach sind wir da, wo wir jetzt sind."

Wolfsburgs Weghorst: "Hätten gewinnen oder verlieren können" Sportschau 16.01.2021 01:55 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 ARD

Leipzig zu passiv nach der Führung

Die Partie hatte für Leipzig perfekt begonnen. Das schnelle 1:0 hätte den Gästen genug Selbstvertrauen geben sollen, frühzeitig einen zweiten Treffer nachzulegen. Stattdessen agierten die Leipziger seltsam zurückhaltend, setzten ausschließlich auf Konter. Wolfsburg beeindruckte der Rückstand überhaupt nicht, und nach dem Ausgleich durch Weghorst, seinem elftem Saisontor, begann die Partie zu kippen. Die sonst so sichere Hintermannschaft Leipzigs wirkte mehrfach unorganisiert. Pech hatten die "Nagelsmänner" dann bei Steffens Führungstreffer, weil Orban den Ball unhaltbar für RB-Schlussmann Gulacsi ins lange Eck abfälschte.

Leipzigs Gulacsi: "Zu wenig für unsere Ansprüche" Sportschau 16.01.2021 01:25 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 ARD

RB-Trainer zur Halbzeit bedient

Nagelsmann war sichtlich angefressen und stürmte beim Halbzeitpfiff ungehalten in die Katakomben. Seine mutmaßliche Pausenpredigt schien jedoch Wirkung zu zeigen. Zudem ersetzte er denwirkungslosen Emil Forsberg im Sturm durch Christopher Nkunku. So bekam seine Mannschaft gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit mehr Zugriff auf das Spiel und erzielte durch Orban den verdienten Ausgleich.

Brooks setzt Kopfball an den Pfosten

In der Folge spielten beide Mannschaften auf Sieg, ohne jedoch ins letzte Risiko zu gehen. Die unterhaltsame Partie ging hin und her, auch die Torchancen häuften sich hüben wie drüben. Wolfsburgs Innenverteidiger John Anthony Brooks hatte Pech, als er mit einem Kopfball-Aufsetzer nur den Pfosten (62.) traf. Fünf Minuten später rettete VfL-Kapitän Josuha Guilavogui, der den rotgesperrten VfL-Schlüsselspieler Maximilian Arnold vertrat, nach einem Kopfball von Dani Olmo ebenfalls per Kopf für seinen bereits geschlagenen Torhüter Koen Casteels.

Glasner: "Wir waren alle eigentlich enttäuscht" Sportschau 16.01.2021 01:10 Min. Verfügbar bis 16.01.2022 Das Erste

Kluivert vergibt Riesenchance zum Sieg

In der Schlussphase investierte Leipzig deutlich mehr als die "Wölfe", spielte aber seine Konter nicht konsequent zu Ende. Amadou Haidara (84.) und Angeliño (85.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen, die beste Chance der Schlussphase vergab der eingewechselte Justin Kluivert (90.+3), als er einen Flankenball frei vor Casteels aus kurzer Distanz nicht aufs Tor brachte. So blieb es beim für Wolfsburg etwas schmeichelhaften Unentschieden.

Wolfsburg spielt nun am Dienstag (19.01.2021) um 20.30 Uhr beim 1. FSV Mainz 05. Leipzig empfängt tags darauf ebenfalls um 20.30 Uhr den 1. FC Union Berlin.