Stuttgarts Aufholjagd gegen Freiburg wird nicht belohnt

Orel Mangala (l.) schaut nach der Niederlage gegen Freiburg enttäuscht zu Boden

VfB Stuttgart - SC Freiburg 2:3

Stuttgarts Aufholjagd gegen Freiburg wird nicht belohnt

Aufsteiger VfB Stuttgart hätte bei seinem Bundesliga-Comeback fast noch einen Drei-Tore-Rückstand gegen den SC Freiburg aufgeholt - aber eben nur fast.

Erst keine Chance, dann Dramatik bis zum Abpfiff. Bei seinem Bundesliga-Comeback am Samstag (19.09.2020) gegen den SC Freiburg stürzte der VfB Stuttgart seine Anhänger in ein Wechselbad der Gefühle. Nach scheinbar aussichtslosem Drei-Tore Rückstand verloren die Schwaben das baden-württembergische Derby am Ende nur knapp mit 2:3 (0:2).

Freiburg zunächst brutal effektiv

Nils Petersen (7.) und Roland Sallai (26.) münzten die ersten beiden Chancen des Sportclubs in Tore um, Vincenzo Grifo (48.) schien dem VfB mit dem dritten Treffer bereits den Knockout versetzt zu haben. Weitere Freiburger Treffer von Woo-yeong Jeong (29.) und Petersen (50.) wurden wegen Abseits nicht anerkannt.

Freiburgs Petersen: "Haben eine gute erste Hälfte gespielt"

Sportschau 19.09.2020 01:53 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 ARD

Stuttgart verteidigte naiv und konfus und ließ beste Torchancen liegen. Erst in der dramatischen Schlussphase trafen der eingewechselte Sasa Kalajdzic (71.) und Wamangituka Silas (81.) Und der Ausgleich wäre auch noch drin gewesen.

Matarazzo: "Wir haben ein Stück Lehrgeld bezahlt"

Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo sagte der Sportschau nach dem Abpfiff: "Ich habe den Jungs zugetraut, dass wir nochmal rankommen. Der Teamgeist stimmt und die Überzeugung war da, so ein Spiel zu drehen. Das stimmt mich positiv. Aber wir haben ein Stück Lehrgeld bezahlt, wie wir die Gegentore gefressen haben, bei Standards zu lässig waren, bei der Manndeckung in der Box, der Verteidigung im Sechzehner, was das Kettenverhalten angeht."

Matarazzo: "Gab auch viele positive Sachen, die wir mitnehmen können" Sportschau 19.09.2020 00:40 Min. Verfügbar bis 19.09.2021 Das Erste

Streich: "Das ist schon was Besonderes"

Freiburgs Trainer Christian Streich sagte der Sportschau: "Wir hatten eine gute Effizienz. Die letzten 25 Minuten waren wir nicht mehr ballsicher genug und hatten auch nicht die Ruhe. Ich bin jetzt extrem froh, dass wir hier gewinnen konnten. Ich habe noch nie hier gewonnen die letzten neun Jahre. Das ist schon was Besonderes."

Vor exakt 7.123 sorgfältig verteilten Zuschauern übernahm der Aufsteiger vom Anpfiff weg das Kommando und setzte offensiv Akzente, ohne daraus allerdings Kapital schlagen zu können. Das sollte sich schnell rächen. Freiburgs Sallai flankte auf den im Zentrum sträflich freistehenden Petersen, der köpfte aus gut sieben Metern ein.

Heintz klärt knapp vor der Linie

Der Aufsteiger ließ sich durch den Rückschlag nicht beirren und hätte fast den Ausgleich durch Silas erzielt. Doch dessen Schuss bremste Torhüter Florian Müller noch so stark ab, dass Dominique Heintz den Ball kurz vor der Linie wegschlagen konnte (15.). Schon kurze Zeit später stellte sich der VfB erneut ungeschickt an: Sallai schob nach einem Freistoß von Grifo, einer Hacken-Verlängerung von Petersen und einer Glanzparade von VfB-Torhüter Gregor Kobel mühelos aus kurzer Distanz ein.

Stuttgart mit großer Moral

Grifo selbst raubte dem Aufsteiger kurz nach der Pause mit dem 0:3 scheinbar die Hoffnung auf eine Wende. Doch Stuttgart zeigte große Moral und hätte am Ende fast noch das Unmögliche geschafft. Kalajdzic' Einwechslung wirkte geradezu beflügelnd auf das VfB-Spiel. Nach seinem Treffer kehrte die Hoffnung zurück, nach dem zweiten Treffer von Silas spielte der VfB geradezu euphorisiert.

Doch was auch immer die Stuttgarter in der Schlussphase und der sechsminütigen Nachspielzeit noch anstellten, der Ball wollte kein drittes Mal über die Linie. Auch ein Elfmeter nach einem Foul von Lucas Höler im Strafraum kurz vor dem Schlusspfiff blieb dem VfB versagt.

Didavi: Bundesliga im Schnelldurchlauf

Und so zahlte Stuttgart vor allem aufgrund seiner Defensiv-Defizite bitteres Lehrgeld bei seiner Bundesliga-Rückkehr. Stuttgarts Mittelfeldspieler Daniel Didavi brachte das vor der Sportschau-Kamera so auf den Punkt: "Wir haben heute im Schnelldurchlauf perfekt für unsere junge Mannschaft gesehen, was Bundesliga ist."

Stuttgart spielt nun am Samstag (26.09.2020) um 15.30 Uhr beim 1. FSV Mainz 05. Freiburg empfängt tags darauf um 18 Uhr den VfL Wolfsburg.

Statistik

Fußball · Bundesliga · 1. Spieltag 2020/2021

Samstag, 19.09.2020 | 15.30 Uhr

Wappen VfB Stuttgart

VfB Stuttgart

Kobel – Anton, Kaminski (65. Kalajdzic), M. O. Kempf – Endo – Massimo (78. Cissé), Castro (60. Klement), Mangala, Wamangituka – Didavi – Klimowicz (78. Al Ghaddioui)

2
Wappen SC Freiburg

SC Freiburg

Fl. Müller – Schmid (77. Kübler), Lienhart, Heintz, Günter – Höfler – Sallai (77. Kwon), Jeong (88. Gulde), Grifo (89. Abrashi) – Höler – Petersen

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

Tore:

  • 0:1 Petersen (8.)
  • 0:2 Sallai (26.)
  • 0:3 Grifo (48.)
  • 1:3 Kalajdzic (71.)
  • 2:3 Wamangituka (81.)

Strafen:

  • gelbe Karte Didavi (1 )
  • gelbe Karte Höler (1 )
  • gelbe Karte Wamangituka (1 )
  • gelbe Karte Kübler (1 )

Zuschauer:

  • 7.123

Schiedsrichter:

  • Benjamin Cortus (Röthenbach (Pegnitz))

Stand der Statistik: Samstag, 19.09.2020, 17:30 Uhr

red/sid/dpa | Stand: 19.09.2020, 19:49

Darstellung: