Ruder-EM in München Deutsche Ruderer enttäuschen - auch Achter ohne EM-Medaille

Stand: 13.08.2022 14:06 Uhr

Enttäuschung für den Deutschlandachter, der bei den European Championships keine Medaille holen konnte.

Das Paradeboot des deutschen Ruderverbandes (DRV) konnte nicht die bis dahin schon ernüchternde Bilanz der Gastgeber retten. In zahlreichen Bootsklassen war der DRV hinterhergefahren oder sogar gar nicht erst gestartet. Und auch der neu zusammengestellte Achter hatte im Vorfeld der EM ja immense Probleme, als Schlüsselathlet Mattes Schönherr verletzt passen musste. Für ihn rückte der Hamburger Torben Johannesen auf die Position des Schlagmannes.

Niederländer mit Wahnsinns-Endspurt

Auf der Regattabahn in Oberschleißheim erwischte der deutsche Achter keinen guten Start, konnte sich aber recht schnell an den Rumänen und später auch Italien vorbeischieben. Unangefochten ruderten die Briten zum Sieg, dahinter wurde es dramatisch. Die ganz schlecht gestarteten Niederländer zündeten den Turbo und schoben sich noch auf den Silberrang. Und am Ende waren auch die Italiener stärker als das Boot aus dem Ruderleistungszentrum in Dortmund.

"Riesige Baustellen im deutschen Rudersport"

Hannes Ocik, bei den Olympischen Spielen noch im Boot des deutschen Flaggschiffes dabei, kritisierte als ARD-Experte am Mikrofon deutlich: "Warum schaffen es andere Länder wie die Briten und Rumänien, so zu dominieren? Da sind riesige Baustellen im deutschen Rudersport, die bearbeitet werden müssen."

Eine herbe Enttäuschung setzte es zuvor auch im A-Finale des Frauen-Doppelvierers, in dem die deutsche Crew mit über 20 Sekunden Rückstand auf Sieger Großbritannien abgeschlagen auf dem letzten Rang landete. Vom Doppelvierer der Männer - in der Vergangenheit stets ein deutsches Vorzeigeboot - war im Finallauf auch weit und breit nichts zu sehen. Das Boot hatte schon im Vorfeld wegen einer Coronainfektion im Team passen müssen.