Marte Olsbu Röiseland - die Königin von Antholz

Marte Olsbu Röiseland präsentiert ihre WM-Medaillen

Biathlon-WM in Antholz

Marte Olsbu Röiseland - die Königin von Antholz

Von Marco Schyns

Sie ist der große Star dieser Biahtlon-WM: Marte Olsbu Röiseland gewinnt im Massenstart ihre fünfte Goldmedaille, holte darüber hinaus bei jedem Rennen eine Medaille. Dabei weiß sie selber nicht, wie sie das geschafft hat.

Es war ein historischer Moment, als Marte Olsbu Röiseland die Ziellinie beim Massenstart überquerte. Mit 20,7 Sekunden Vorsprung vor der italienischen Verfolgerin Dorothea Wierer lief die Norwegerin am Sonntag (23.02.20) zur siebten Medaille bei dieser Biathlon-WM. In jedem Rennen stand sie auf dem Podium.

Röiseland ist die Alle dominierende Ahtletin bei der Weltmeisterschaft im italienischen Antholz. "Ich weiß selber nicht, wie ich es geschafft habe", sagte eine sichtlich erschöpfte Röiseland nach ihrem Erfolg im Massenstart am Sportschau-Mikrofon: "Mein Trainer hat mich im Rennen motiviert, auf Gold zu gehen. Das hat geklappt."

Fünf Mal Gold, zwei Mal Bronze

Als eine von wenigen Ahtletinnen, u.a. auch Franziska Preuß, ging Röiseland bei dieser WM in allen Disziplinen an den Start. Dafür wurde sie belohnt: Gold im Sprint, Gold in der Mixed-Staffel, Gold in der Single-Mixed-Staffel, Gold in der Staffel und Gold im Massenstart. Dazu gewann sie zwei Bronzemedaillen im Einzel und in der Verfolgung.

Biathlon-WM - die Analyse und Stimmen zum Massenstart der Frauen in Antholz Sportschau 23.02.2020 08:10 Min. Verfügbar bis 23.02.2021 Das Erste

Schon im Vorjahr bei der WM in Östersund gehörte Röiseland mit drei Goldmedaillen zu den herausragenden Athletinnen. Die Goldmedaille im Massenstart ging damals an Konkurrentin Wierer, die auch in diesem Jahr als Top-Favoritin galt. Im Gesamt-Weltcup hat die Italienerin allerdings noch die Nase vorn - und ist ganz klar auf Siegkurs. Die aktuelle Form Röiselands aber könnte sogar diese Wertung noch einmal spannend machen.

2018 in der Weltspitze festgesetzt

Seit 2014 gehört die 29-Jährige zum A-Nationalkader der Norweger. In der Staffel gewann sie 2016 ihre erste WM-Goldmedaille. Zwei Jahre später setzte sie sich in der Weltspitze fest. Zwei Silber-Medaillen bei den Olympischen Spielen 2018 ließen aufhorchen. Im Dezember des selben Jahres folgten zwei Weltcup-Siege an einem Wochenende in tschechischem Nové Mesto, wo Röiseland schon 2014 EM-Gold im Sprint gewann und erstmals auf sich aufmerksam machte.

In dieser Saison gelang der erste Weltcup-Sieg erst Anfang Januar in Oberhof. Auch deshalb ging sie nicht als Favoritin in die WM-Wettbewerbe. Ganz anders als Wierer, die als Weltcup-Führende auch bei der Heim-WM dominieren wollte. Sie holte immerhin starke vier Medaillen. Die Königin in Antholz aber ist die Konkurrentin aus Norwegen - Marte Olsbu Röiseland.

Noch nicht am Leistungsmaximum?

Die kommenden Weltcups versprechen Spannung. "Sie war viel viel stärker als Dorothea Wierer", sagte ARD-Expertin Magdalena Neuner: "Marte Olsbu Röiseland hat eine unglaublich gute Figur abgegeben bei dieser Weltmeisterschaft."

Die Norwegerin hat gleich mehrerere Ausrufezeichen gesetzt und Geschichte geschrieben. Was sie nach ihrem Erfolg im Massenstart am Sportschau-Mikrofon sagte, dürfte bei der Konkurrenz Eindruck machen: "Ich hatte eigentlich das Gefühl, der Körper war nicht so gut heute." Gut möglich, dass Röiseland noch stärker werden kann. Möglichkeiten dafür gibt es für den WM-Star genügend, auch noch in diesem Winter.

Biathlon-WM - der Massenstart der Frauen in Antholz Sportschau 23.02.2020 45:52 Min. Verfügbar bis 23.02.2021 Das Erste

Stand: 23.02.2020, 15:45

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