Biathlon-WM: Peiffer vergibt Medaillenchancen im letzten Schießen

Video - Peiffers Träume enden beim letzten Schießen Sportschau 21.02.2021 03:24 Min. Verfügbar bis 21.02.2022 Das Erste

Biathlon-WM

Biathlon-WM: Peiffer vergibt Medaillenchancen im letzten Schießen

Von Raphael Honndorf

Am Ende ist es noch einmal spannend geworden, doch zwei Fehlschüsse haben Arnd Peiffer eine mögliche Medaille gekostet. Ein Norweger sicherte sich seinen vierten Titel bei dieser Biathlon-WM.

Sturla Holm Laegreid hat sich in beeindruckender Manier seinen vierten Titel bei der Biathlon-WM in Slowenien gesichert. Nach Mixed-Staffel, Einzel und Staffel steht er auch im Massenstart ganz oben auf dem Podest. Sein Teamkollege Johannes Dale (+10,2 Sekunden) und der Franzose Quentin Fillon Maillet (+12,8 sek) sicherten sich auf der Schlussrunde ebenfalls noch eine Medaille.

Arnd Peiffer hatte bis zum letzten Schießen Chancen auf Edelmetall, zwei Fehler im Stehendanschlag ließen diese Hoffnungen aber platzen. Er kam auf Rang zwölf ins Ziel (3 Fehler/+1:09,2 Minuten). Benedikt Doll hatte sich schon nach dem ersten Schießen von den Medaillenträumen verabschieden müssen und wurde 23. (6/+2:58,5 min).

Gemischte Gefühle bei Peiffer nach dem Abschluss

"Nach dem ersten Fehler war ich schon ein bisschen unter Zugzwang, sonst hätte ich vorne mitschwimmen können, wie ich es in den ersten Runden gemacht habe. So musste ich die Lücke zu Lukas Hofer schließen. Das soll keine Ausrede sein, ich hätte natürlich trotzdem null schießen können", analysierte Peiffer im ZDF.

Biathlon-WM in Pokljuka - die Stimmen zum Massenstart der Männer Sportschau 21.02.2021 10:40 Min. Verfügbar bis 21.02.2022 Das Erste

Insgesamt fährt er mit gemischten Gefühlen nach Hause: "Ich habe vorher gesagt, ich will mit einer Medaille nach Hause fahren. Da hab ich natürlich an die Staffel gedacht. Jetzt ist es eine Einzelmedaille, deswegen bin ich schon zufrieden. Wenn man die einzelnen Rennen betrachtet, bin ich aber nicht zufrieden."

Bundestrainer Kirchner: "Kann nicht von einer Enttäuschung sprechen"

Bundestrainer Mark Kirchner sagte: "Wir haben sicherlich nicht das erreicht, was wir erreichen wollten. Bei der Weltmeisterschaft ist die Erwartungshaltung plötzlich so, dass man in jedem Rennen möglichst eine Medaille gewinnen sollte. Aber wenn man nur dreimal in der Saison auf dem Podium war, kann man nicht davon ausgehen, dass wir hier in jedem Rennen auf dem Siegerpodest stehen. Wenn ich auf die Platzierungen schaue, kann ich nicht von einer Enttäuschung sprechen."

Doll startet denkbar schlecht

Mit Peiffer und Doll hatte der Deutsche Skiverband zwei Athleten im 30-köpfigen Starterfeld. Während der Vize-Weltmeister aus dem Einzel alle fünf Scheiben traf und sich als Achter in der Spitzengruppe einreihte, war für Doll das Rennen nach drei Fehlern und 450 Zusatzmetern praktisch schon gelaufen. Auch Titelverteidiger Johannes Thingnes Bö fand sich nach zwei Fehlern am Ende des Feldes wieder (+44,1 sek), machte aber auf dem Weg zum zweiten Schießen wieder ordentlich Boden gut.

Dort blieb Peiffer erneut fehlerfrei und blieb somit Teil des Führungs-Quintetts. Richtig heftig erwischte es Verfolgungs-Weltmeister Emilien Jacquelin, der keinen einzigen Schuss traf. Johannes Thingnes Bö schob sich mit null Fehlern auf Rang acht nach vorne (+38,0 sek). Sein Bruder Tarjei verpasste zunächst einen freien Schießstand und dann eine Scheibe. So fiel er um drei Positionen zurück. Doll hatte nach fünf Treffern immer noch 1:30 Minuten Rückstand.

Peiffer fällt nach Fehler zurück

Beim dritten Schießen handelte sich Peiffer dann eine Strafrunde ein und verlor zunächst den Anschluss an das Führungs-Trio um Sturla Holm Laegreid, Jakov Fak und Simon Eder. Gemeinsam mit dem Italiener Lukas Hofer nahm er die Verfolgung auf.

Sturla Holm Laegreid

Sturla Holm Laegreid jubelt im Ziel

Laegreid machte derweil Tempo und setzte sich von seinen zwei Kontrahenten ab. Doll lag nach einem weiteren Fehler auf Position 25. Auch Johannes Thingnes Bö verabschiedete sich mit zwei weiteren Fehlern endgültig aus dem Kampf um die Medaillen.

Im abschließenden Schießen wurde es noch einmal spannend. Die ersten drei leisteten sich jeweils einen Fehler, Peiffer wollte attackieren, schoss aber zwei Fahrkarten und war somit raus aus dem Podiumsrennen. Somit gab es an der Spitze keine Veränderung, Peiffer fiel von fünf auf zwölf zurück. Doll erhöhte sein Fehlerkonto auf sechs. Während Laegreid ungestört seinem vierten WM-Titel entgegenlief, wurden Fak und Eder noch von Dale und Fillon Maillet noch abgefangen.

Alle Biathlon-Weltmeisterinnen und -Weltmeister von der Pokljuka

Bei der Biathlon-WM auf der Pokljuka sind schon einige Goldmedaillen vergeben worden. Von Titelverteidigung bis Hattrick: Hier gibt es die Sieger und Siegerinnen der einzelnen Wettkämpfe in der Übersicht.

Die norwegische WM-Mixed-Staffel

Mixed-Staffel: Norwegen

In der Besetzung  Sturla Holm Laegreid, Johannes Thingnes Bö, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland hat sich Topfavorit Norwegen zum Auftakt der Spiele gleich die erste Goldmedaille gesichert. Abgesehen von Laegreid wiederholten die anderen drei damit ihren Triumph aus dem Vorjahr.

Mixed-Staffel: Norwegen

In der Besetzung  Sturla Holm Laegreid, Johannes Thingnes Bö, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu Röiseland hat sich Topfavorit Norwegen zum Auftakt der Spiele gleich die erste Goldmedaille gesichert. Abgesehen von Laegreid wiederholten die anderen drei damit ihren Triumph aus dem Vorjahr.

Sprint der Männer: Martin Ponsiluoma (Schweden)

Schweden hat seit sehr langer Zeit mal wieder einen männlichen Biathlon-Weltmeister in einem Individualwettkampf. Sage und schreibe 62 Jahre nach Adolf Wiklund darf sich nun Martin Ponsiluoma eine WM-Goldmedaille umhängen. Null Schießfehler und eine starke Leistung in der Loipe brachten ihm den Sprint-Titel.

Sprint der Frauen: Tiril Eckhoff (Norwegen)

Tiril Eckhoff ist fünf Jahre nach ihrem WM-Sprinttitel von Oslo wieder die schnellste Skijägerin auf der kürzesten Strecke. Ohne Strafrunde konnte sie die Konkurrenz hinter sich lassen.

Verfolgung der Männer: Emilien Jacquelin (Frankreich)

Als Titelverteidiger ins Rennen gegangen und als Weltmeister herausgekommen: Emilien Jacquelin ist auch nach 2020 der Beste in der Verfolgung.

Verfolgung der Frauen: Tiril Eckhoff (Norwegen)

Hattrick für Tiril Eckhoff: Auch in der Verfolgung war die Norwegerin nicht von der Spitze zu verdrängen und lief trotz zwei Strafrunden zur perfekten Auftaktbilanz. Drei Rennen - drei Siege.

Einzel der Frauen: Marketa Davidova (Tschechien)

Wenn die Favoritinnen am Schießstand patzen, ist die Zeit für Überraschungen gekommen. So richtig auf dem Schirm hatte man Marketa Davidova trotz ihres einen Weltcup-Sieges vor etwas mehr als zwei Jahren vor dem 15-Kilometer-Einzel nicht. Sie blieb aber als einzige Athletin im Feld fehlerfrei und holte sich so verdient den WM-Titel.

Einzel der Männer: Sturla Holm Laegreid (Norwegen)

Was Sturla Holm Laegreid in seiner ersten vollen Weltcup-Saison zeigt, lässt sich nur mit dem Wort "außergewöhnlich" beschreiben. Nach vier Siegen in diesem Winter und WM-Gold in der Mixed-Staffel zählte er auch in den Individual-Rennen zu den großen Favoriten. Dieser Rolle wurde er im Einzel über 20 Kilometer schließlich gerecht.

Single-Mixed-Staffel: Frankreich

Erst auf den letzten Metern fiel in diesem kurzweiligen Wettbewerb die Entscheidung. Dabei hatte die Französin Julia Simon die meisten Kraftreserven und sicherte sich gemeinsam mit ihrem Partner Antonin Guigonnat den Weltmeistertitel.

Staffel der Frauen: Norwegen

Die Skandinaverinnen wurden ihrer Favoritenrolle gerecht, mussten aber für die erfolgreiche Titelverteidigung ordentlich kämpfen. Am Ende setzten sich Ingrid Landmark Tandrevold, Tiril Eckhoff, Ida Lien und Marte Olsbu Röiseland abermals die Staffel-Krone auf.

Staffel der Männer: Norwegen

Wenige Stunden nach dem Sieg ihrer Landsfrauen lief auch das norwegische Männer-Quartett zum Sieg. Sie lagen vom Start weg an der Spitze und siegten in der Besetzung Sturla Holm Laegreid, Tarjei und Johannes Thingnes Bö sowie Vetle Sjastad Christiansen schließlich souverän.

Massenstart der Frauen: Lisa Theresa Hauser (Österreich)

Hoch soll sie leben: Lisa Theresa Hauser krönte ihre bisherige Saison und ihre Auftritte bei der WM mit dem Weltmeistertitel im Massenstart. Es war zugleich eine Premiere: Noch nie stand eine Österreicherin in einem Einzel-Rennen bei der Biathlon-WM ganz oben auf dem Podest.

Massenstart der Männer: Sturla Holm Laegreid (Norwegen)

Nach dem Triumph im Einzel, sowie in der Männer- und der Mixed-Staffel steht Sturla Holm Laegreid auch im Massenstart ganz oben auf das Podium. Damit avancierte er endgültig zum "König" der Biathlon-WM auf der Pokljuka.

Stand: 21.02.2021, 15:54

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