Ein Biathlon-Weltmeister mit nicht weißer Weste

Martin Fourcade, Alexander Loginow und Anton Schipulin bei der WM 2017 in Hochfilzen

Ex-Dopingsünder Alexander Loginow

Ein Biathlon-Weltmeister mit nicht weißer Weste

Bei den Junioren sammelte Biathlet Alexander Loginow vier WM-Titel. Jetzt steht der Russe auch bei einer "richtigen" WM erstmals ganz oben auf dem Podest. Dazwischen liegt ein großer Schatten: 2014 war Loginow des Dopings überführt worden. Der Franzose Martin Fourcade ist einer der größten Loginow-Gegner.

Beim neuen Sprint-Weltmeister Loginow war 2014 eine zunächst unauffällige Doping-Probe vom 26. November 2013 in Östersund neu analysiert worden. Das Ergebnis: EPO-Doping. Loginow verzichtete nach IBU-Angaben auf die Öffnung der B-Probe. Der Biathlon-Weltverband sperrte den Russen im Januar 2015 zwei Jahre rückwirkend. Seit dem 26. November 2016 darf Loginow wieder Rennen laufen.

WM-Nominierung nur zwei Monate nach Sperr-Ende

Russland nominierte Loginow umgehend wieder für das Nationalteam und die WM 2017 in Hochfilzen. Das stieß vor allem beim Franzosen Martin Fourcade, einem der größten Doping-Kritiker der Biathlon-Szene, sauer auf.

Fourcade kontra Loginow

Die Eskalation bei der Siegerehrung der Mixed-Staffel in Hochfilzen 2017: Beim Sieg des deutschen Teams landete Frankreich auf Platz zwei, Russland auf drei. Weil auch Loginow auf dem Podium stand, verließ Fourcade die "Flower Ceremony", die unmittelbar nach einem Rennen stattfindet, unter Protest.

Nach dem Rennen hatten die Russen Alexander Loginow und Anton Schipulin Fourcade den Handschlag verweigert, woraufhin der hämisch applaudierte und vom Podest verschwand. Schon im Vorfeld der WM hatte sich Fourcade kritisch geäußert, die WM-Nominierung kommentierte er bei Twitter: "Wir dachten nicht, dass es möglich ist. Aber sie haben es getan."

Fourcade: Kein Respekt für Loginow

Als Loginow im Januar 2019 in Oberhof sein bisher erstes und und bis zum WM-Titel einziges Weltcuprennen gewann, sagte Fourcade: "Er hat gewonnen, aber meinen Respekt bekommt er nicht." Am Samstag in Antholz hielt sich Fourcade zurück: "Alle wissen, wie wichtig dieses Thema für mich ist und wie sehr es mich schmerzt", sagte er und wollte nicht weiter auf Loginow eingehen: "Wir haben eine wundervolle WM hier in Antholz, und wir sollten uns auf die sportlichen Themen konzentrieren."

Loginow lädt erneut seine Kritiker ein

Loginow selbst umgeht Fragen zu seiner Vergangenheit gerne. "Ich denke nicht mehr daran, ich will nur laufen", sagte er damals in Oberhof. In Antholz erneuerte er seine Einladung an Kritiker, ihn bei sich zu Hause zu besuchen: "Ich lade alle ein, mich bei meiner täglichen Routine zu beobachten und zu sehen, dass ich sauber bin."

beb | Stand: 15.02.2020, 16:43

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