Erik Lesser verpasst erste Biathlon-WM-Rennen

Erik Lesser

IBU-Cup statt Weltmeisterschaft für Ex-Weltmeister Lesser

Erik Lesser verpasst erste Biathlon-WM-Rennen

Von Dirk Hofmeister

Zweite Biathlon-Liga statt Titelkämpfe in Antholz - Erik Lesser verpasst den Auftakt der WM in Italien. Zudem äußerte Bundestrainer Mark Kirchner scharfe Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund.

Der ohne sportliche WM-Norm für die Biathlon-Titelkämpfe in Antholz nominierte Erik Lesser verpasst die ersten Wettkämpfe der am 13. Februar beginnenden Weltmeisterschaft. Wie Bundestrainer Mark Kirchner im Interview mit sportschau.de sagte, soll Lesser stattdessen im parallel laufenden zweitklassigen IBU-Cup starten.

Lesser "Option für Single-Mixed und Staffel"

Kirchner erklärte, Lesser solle im italienischen Martell-Val Martello "noch einmal harte Vorbereitungswettkämpfe haben." Nach Aussagen von Kirchner plane er mit Lesser nicht für die Einzel-Rennen. "Erik ist als Option für die Single-Mixed- und die Herren-Staffel vorgesehen", so der Bundestrainer. Die beiden Rennen finden am 20. Februar und 22. Februar statt. Der IBU-Cup in Martell läuft vom 13. bis 16. Februar und hat Super Sprint, Sprint und  Verfolgung im Programm.

Kirchner: "Fünf bis sechs Medaillen"

Kirchner bestreitet mit seinem elfköpfigen WM-Team noch bis Sonntag (09.02.2020) ein Vorbereitungs-Trainingslager in Ridnaun, bevor es zu den Titelkämpfen nach Antholz geht. Eine Medaillenvorgabe für die WM hat der Bundestrainer nicht ausgegeben, hofft aber vordere Platzierungen in den Team-Wettbewerben und ein bis zwei Medaillen in jedem Teilbereich: "Wenn wir mit fünf bis sechs Medaillen nach Hause fahren, können wir mehr als zufrieden sein", sagte der 49-Jährige.

Nachwuchsförderung: Kirchner kritisiert DOSB

Wenige Tage vor der WM kritisierte der Dreifach-Olympiasieger von 1992 und 1994 zudem die Nachwuchsförderung und den Deutschen Olympischen Sportbund. "Man muss die Frage stellen, inwieweit wir in Deutschland noch bereit sind, Leistungssport betreiben zu wollen", sagte Kirchner. Er nahm dabei vor allem den DOSB in die Pflicht: "Ich wünsche mir vom DOSB, dass die lange angekündigte Traineroffensive endlich zur Umsetzung kommt. Das betrifft den gesamten deutschen Leistungssport." Unter den gegebenen Rahmenbedingungen sei es schwierig, den Nachwuchs zu entwickeln. "Diejenigen, die die Kinder und Jugendlichen betreuen, sind wenige und werden immer weniger."

Stand: 07.02.2020, 08:15

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