NBA-Restart: Wer hat die besten Karten?

Kawhi Leonard (l.) gegen LeBron James

Es geht wieder los

NBA-Restart: Wer hat die besten Karten?

Von Robin Tillenburg

Acht der 22 Teams kämpfen beim Restart der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA noch um die verbliebenen vier Playoff-Plätze. Derweil wollen die Favoriten sich vor allem einspielen, einige Teams wiederum vor allem den stärksten Gegnern aus dem Weg gehen.

Acht Partien absolviert jedes Team noch in der verkürzten "Regular Season", die in der Nacht zu Freitag (31.07.2020/MEZ) mit den Western-Conference-Partien New Orleans Pelicans gegen die Utah Jazz und dem Kracher Los Angeles Lakers gegen Los Angeles Clippers ihren Restart begeht.

Für den Kampf um die Playoff-Plätze sieben und acht, die in beiden Conferences noch vakant sind, gilt eine Sonderregelung: Sollte das achtplatzierte Team vier Siege oder weniger vor dem neuntplatzierten liegen, spielen diese beiden gegeneinander noch den freien Platz aus. Ist der Vorsprung größer, entfällt das.

Dallas will in den Playoffs den LA-Teams aus dem Weg gehen

Auf den Plätzen sieben und acht, die noch zur Teilnahme an den Playoffs berechtigen, stehen im Westen aktuell die Dallas Mavericks (40:27 Siege) und die Memphis Grizzlies (32:33). Dahinter kämpfen die Portland Trail Blazers (29:37), die New Orleans Pelicans (28:36), die Sacramento Kings (28:36), die San Antonio Spurs (27:36) und die Phoenix Suns (26:39) noch um den Einzug in die Endrunde.

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De facto sind die Mavericks mit dem Deutschen Maxi Kleber so gut wie sicher in den Playoffs. Tatsächlich geht es für die "Mavs" eher darum, sich noch von Platz sieben nach vorn zu schieben, denn als Siebter würde aktuell der Tabellenzweite LA Clippers als erster Playoffgegner warten - das will man tunlichst verhindern. Die Mavericks um Superstar Luka Doncic wären gegen die beiden Teams aus Los Angeles klarer Außenseiter, hätten aber gegen alle anderen potenziellen Erstrundengegner (Denver Nuggets, Utah Jazz, Oklahoma City Thunder oder Houston Rockets) eine sehr realistische Chance.

Memphis, Pelicans oder doch Portland auf Rang acht?

Dahinter sind die jungen und talentierten Grizzlies mit Top-Rookie Ja Morant die heißesten Anwärter auf Rang acht. Die ebenfalls noch jungen und talentierten New Orleans Pelicans haben, wenn Rookie Zion Williamson fit und gesund bleibt, trotz des Rückstandes noch Außenseiterchancen. Die Portland Trail Blazers bekommen in Jusuf Nurkic und Zach Collins zwar zwei wichtige Bausteine im Team zurück, haben aber einen wahnsinnig schweren Spielplan. Das erste Aufeinandertreffen mit Memphis am Freitagabend dürfte einen eindeutigen Fingerzeig geben, ob Damian Lillard und Co. wirklich noch um die Playoffs mitspielen.

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Die Kings, bei denen Schlüsselspieler De'Aaron Fox angeschlagen ist, die Spurs, bei denen LaMarcus Aldridge fehlt und die Suns haben wohl allesamt kaum eine Chance, noch um die Meisterschaft mitzuspielen.

Ost-Playoffs: Die Wizards müssten ernsthaft zaubern

Die Washington Wizards sind das einzige Team der Eastern Conference, das noch mitspielen darf, aber nicht auf einem Playoff-Platz rangiert. Das dürfte auch schwierig werden für Moritz Wagner, Isaac Bonga und Kollegen. Denn der Rückstand auf die Orlando Magic auf Rang acht beträgt nicht nur 5,5 Siege, sondern es fehlen in Bradley Beal (Schulter) und Davis Bertans, der von der wegen des Coronavirus etablierten Aussteige-Option Gebrauch macht, zwei der wichtigsten Spieler der bisherigen Saison. Kaum vorstellbar, dass die Wizards die Orlando Magic und die Brooklyn Nets (sechs Siege Vorsprung) noch von einem der Plätze verdrängen können.

Isaac Bonga überzeugt gegen die Clippers Sportschau 26.07.2020 00:41 Min. Verfügbar bis 26.07.2021 Das Erste

Drei klare Titelfavoriten

Auch wenn es einige Teams mit Außenseiterchance auf den Titel gibt, lässt sich das Feld der echten Favoriten auf drei zusammenstreichen: Erstens die Los Angeles Lakers, die im Westen fünfeinhalb Siege Vorsprung auf Rang zwei haben. Zweitens die LA Clippers, die auf eben diesem zweiten Platz liegen und drittens die Milwaukee Bucks, die den Osten dominiert haben.

Bei den Lakers konnte sich der unumstrittene Anführer LeBron James in der Pause ein bisschen regenerieren - ein Pfund, das für den mittlerweile 35-jährigen Superstar nicht zu unterschätzen sein dürfte. Schließlich trägt der "King" gemeinsam mit dem deutlich jüngeren Anthony Davis die Hauptverantwortung im Team. Auch, weil Rajon Rondo und Avery Bradley nicht zur Verfügung stehen. In J.R. Smith und Dion Waiters hat James aber zwei frisch verpflichtete Nebenleute, die er bereits gut kennt und die dem Kader noch einmal mehr Breite und vor allem zwei gute Distanzschützen bescheren.

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Um die Vorherrschaft in der Stadt und wahrscheinlich auch im ganzen Westen sind die Clippers der schärfste Kontrahent. Mit Finals-MVP Kawhi Leonard, der vergangenes Jahr mit den Toronto Raptors den Titel holte, und Paul George hat der Stadtrivale ein Duo, das dem der Lakers nur marginal nachsteht und wohl inzwischen auch bei 100 Prozent Fitness sein dürfte. Der Kader ist sogar noch etwas tiefer aufgestellt als jener der Lakers. Zudem ist die Defense der Clippers ein wirklich dickes Brett, das die jeweiligen Gegner zu bohren haben. Es ist also ziemlich wahrscheinlich, dass einer der beiden Finalteilnehmer um die Meisterschaft aus Los Angeles kommt.

Die Bucks sind schon wieder richtig stark

Etwa 3.000 Kilometer weiter östlich haben die Milwaukee Bucks die Saison in der Eastern Conference bisher dominiert. 53:12 ist die Bilanz, die Vorjahres-MVP Giannis Antetokounmpo und Co. aufgelegt haben - dazu gewinnen sie ihre Spiele im Schnitt mit 11,5 Punkten Differenz. Zudem scheint das Team reifer und tritt dominanter auf als im Vorjahr, als die Bucks ebenfalls auf Rang eins in die Ost-Playoffs gingen, dort dann aber im Conference-Finale von den Raptors rausgekegelt wurden. In den Vorbereitungsspielen in der "Bubble" in Orlando wirkte Milwaukee zudem überhaupt nicht eingerostet, sondern auf Betriebstemperatur und erschreckend stark.

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Im Schatten zum Titel? Toronto, Boston, Houston und Co.

Wer kann diese drei Top-Anwärter am ehesten ärgern? Im Osten sind das vor allem zwei Teams. Vorjahreschampion Toronto, dessen Defensive trotz des Weggangs von Leonard erneut zu den besten der Liga gehört, und die Boston Celtics, bei denen Jayson Tatum immer mehr zum Superstar heranreift.

Im Westen sind die Houston Rockets mit dem Superstar-Tandem James Harden und Russell Westbrook, die aber in Sachen Körperlänge gegen den ein oder anderen Kontrahenten doch größere Probleme haben dürften, eines der gefährlichsten Teams abseits der Topfavoriten. Ganz anders sieht die physische Ausgangslage bei den talentierten Denver Nuggets aus. Die spielten zuletzt sogar mit 2,13-Meter-Mann Nikola Jokic als Point Guard und können in Topform ebenfalls bis weit nach vorn vorstoßen. Wenn die Mavericks zudem das Fehlen von Dwight Powell irgendwie kompensieren können, gehören sie ebenfalls zum erweiterten Kreis. Hier könnte Maxi Kleber eine Schlüsselrolle spielen.

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Stand: 30.07.2020, 06:00

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