NBA: Drittes Celtics Spiel in Folge abgesagt

Maximilian Kleber von den Dallas Mavericks

Basketball

NBA: Drittes Celtics Spiel in Folge abgesagt

Auch am Dienstag (12.01.2021) musste die US-Basketballliga wegen der Corona-Pandemie ein Spiel absagen.

Das für Mittwoch angesetzte Duell der Bosten Celtics mit den Orlando Magic könne nicht stattfinden, weil die Celtics durch Corona-Tests und die Kontaktverfolgung nicht auf das Minimum von acht einsatzfähigen Spielern kämen, teilte die Liga mit. Damit musste das dritte Celtics-Spiel in Folge abgesetzt werden.

Im Zuge der zunehmenden positiven Corona-Tests hat sich die NBA mit der Spielergewerkschaft NBAPA deswegen auch auf strengere Regeln im Umgang mit der Pandemie geeinigt. So müssen Spieler auf der Bank zu jeder Zeit eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und dürfen nur in einem separaten Bereich unmittelbar nach Auswechslungen oder vor Einwechslungen darauf verzichten.

Einschränkungen auch Zuhause

Die Basketballer müssen zudem nun für mindestens die kommenden zwei Wochen so oft es geht zu Hause sein. Ihre Häuser und Wohnungen sollen die Profis nur fürs Training, Sport im Freien, notwendige Besorgungen oder außergewöhnliche Umstände verlassen. Bei Auswärtsspielen ist es den Spielern untersagt, das Hotel für etwas anderes als das Training oder die Begegnung zu unterlassen. Kontakt mit Hotelgästen, die nicht zum Team gehören, ist ebenfalls untersagt.

Am Montag waren zuvor die Spiele New Orleans Pelicans gegen Dallas Mavericks und Boston Celtics gegen Chicago Bulls verschoben worden. Insgesamt mussten damit fünf Partien ausfallen. Auch die Partie Boston Celtics gegen Miami Heat fand nicht stattr. Zum Auftakt am 23. Dezember war die Partie der Houston Rockets gegen die Oklahoma City Thunder abgesagt worden. Nachholtermine stehen noch nicht fest.

Debatte über Unterbrechung - NBA wiegelt ab

Das Coronavirus hält die NBA in Atem, es wird gar über eine Unterbrechung der Saison debattiert. Die NBA sieht nach der Kraftprobe mit dem Virus am Wochenende noch keine unmittelbare Bedrohung. "Es gibt keine Pläne, die Saison zu pausieren", sagte Liga-Sprecher Mike Bass zu ESPN.

Die Fälle häufen sich aber. Und nicht nur die Trainer sind ziemlich beunruhigt. Denn diese Entwicklung überraschte nach den vielen Infektionsmeldungen der vergangenen Wochen kaum noch. Schon laut der bislang jüngsten NBA-Mitteilung vom 7. Januar haben 63 der etwa 550 Profis bereits einen positiven Coronatest hinter sich.

Keine abgeschlossene "Blase" mehr

Da der Spielbetrieb nicht mehr wie zum Ende der Vorsaison in einer abgeriegelten Blase stattfindet, sind die Mannschaften aus den von der Pandemie stark betroffenen USA wesentlich anfälliger für Infektionen.

Ein Assistenzcoach mit Gummihandschuhen und zwei Bällen in der NBA

Ein Assistenzcoach mit Gummihandschuhen und zwei Bällen in der NBA

Pro Tag kommen in Amerika aktuell zwischen 200.000 und 300.000 neue Fälle hinzu. "So langsam sieht man, dass die Dinge, die in unserem Land vor sich gehen, auch die NBA betreffen, wenn man sich nicht mehr im Sicherheitsnetz einer Bubble aufhält", sagte Michael Malone, Trainer der Denver Nuggets, nach der Absage des Celtic-Spiels.

Auch wenn es bislang nur wenige Absagen gab, ist die Situation ernst. "Wir können alles tun, um es zu verhindern. Aber es findet immer noch seinen Weg in die Liga. Durch Reisen, wir nehmen da ein gewisses Risiko hin", sagte Celtics-Trainer Brad Stevens kürzlich, sein Star Jayson Tatum ist ebenfalls betroffen.

Stressig wird es vor allem für die Coaches, die in ihrer Vorbereitung an ihre Grenzen gebracht werden. Für sie ist es im Zweifel quasi unmöglich, mit einem festen Kader zu planen.

Kleber könnte 14 Tage ausfallen

Ein gutes Beispiel ist der Fall Kleber. Der Deutsche von den Dallas Mavericks ist Informationen des Fachportals "The Athletic" und von "ESPN" angeblich auch positiv auf Corona getestet worden, gehört aber nicht zum offiziell als infiziert geltenden Trio der Texaner.

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Ob erkrankt oder vorbehaltlich eines weiteren Tests lediglich als Kontaktperson in vorsorglicher Quarantäne - Kleber könnte bis zu 14 Tage ausfallen. Kleber hatte in der Nacht zum Sonntag noch gespielt und war für die Partie gegen die Pelicans zunächst einmal nur als "fraglich" eingestuft.

Sein Trainer Rick Carlisle versuchte zu beruhigen: Man habe Coronafälle erwartet und müsse nun damit umgehen, sagte er. So sieht das auch die NBA, die den Spielplan dementsprechend geplant hat, um auf Absagen zu reagieren. Schon jetzt sieht sich das fragile System einem echten Stresstest ausgesetzt.

Proteste in der NBA Sportschau 07.01.2021 00:31 Min. Verfügbar bis 07.01.2022 Das Erste

nch/dpa/sid | Stand: 12.01.2021, 22:26

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