Klinec kürt sich im spannenden Springen zur Weltmeisterin

DSV-Springerinnen von der Normalschanze ohne Medaille Sportschau 25.02.2021 02:18 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 Das Erste

Entscheidung auf der Normalschanze

Klinec kürt sich im spannenden Springen zur Weltmeisterin

In einem spannenden Springen setzte sich Ema Klinec durch und kürte sich zur Weltmeisterin. Die Slowenin siegte vor der Norwegerin Maren Lundby und der Japanerin Sara Takanashi. Die deutschen Springerinnen spielten bei der Medaillenvergabe keine Rolle.

Ema Klinec konnte es gar nicht glauben und ließ ihren Tränen freien Lauf: Die Slowenin war mit Flügen auf 105,0 m und 100,5 m mit 279,6 Punkten nicht zu schlagen und lag knapp vor Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Maren Lundby (Norwegen/276,5) und Sara Takanashi aus Japan (276,3).

Österreich legt Protest ein

Nach dem ersten Durchgang führte Marita Kramer, die mit ihrem Satz auf 109 Meter einen Schanzenrekord aufstellte. Wegen einer verpatzten Landung im zweiten Sprung verpasste die Österreicherin am Ende aber eine Medaille.

Weil die Jury vor Kramers zweitem Sprung den Anlauf verkürzte, legte der Österreichische Skiverband unmittelbar nach dem Wettkampf Protest ein. "Das ist eine Sauerei, das ist unglaublich, das ist Manipulation. Da wurde ohne jeden Grund verkürzt", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel der Tiroler Tageszeitung.

Althaus in den Top-Ten

WM-Medaillen waren für die deutschen Skispringerinnen in der jüngeren Vergangenheit Normalität. Nach Gold 2015 (Carina Vogt), Gold 2017 (Vogt) und Silber 2019 (Katharina Althaus) blieb ausgerechnet bei der Heim-WM das erste Einzel medaillenlos: Beste Deutsche war Althaus mit Sprüngen auf 91 und 98 Metern.

Die Lokalmatadorin verbesserte sich im Finale vom 14. auf den zehnten Platz. "Mein erster Sprung war leider nix", sagte Althaus. "Ich habe mich über mich selbst geärgert, mich dann aber nochmal zusammengerissen." Anna Rupprecht (93/91,5 m) folgte auf dem 14. Platz. Juliane Seyfarth wurde 21. (86/93 m).

Einzelspringen der Frauen - die Analyse mit Sven Hannawald und DSV-Trainer Bauer Sportschau 25.02.2021 10:26 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 Das Erste

Olympiasiegerin Vogt ist ratlos

Carina Vogt erreichte nach einem Sprung auf 81 Meter nur Rang 30 und qualifizierte sich so gerade noch für das Finale. Hier sprang sie nur auf 70 Meter und belegte damit den letzten Platz.

Bei der Landung kam die Olympiasiegerin von Sotschi etwas ins Straucheln und schaute nervös auf ihr verletztes Knie. "Das Knie ist das kleinste Problem. Dem geht es ganz gut", gab Vogt Entwarnung in der Sportschau.

Vogt kämpft nach langer Verletzungspause darum, wieder zu alter Form zu finden. Die 29-Jährige zog sich im Sommer 2019 einen Kreuzbandriss zu und gab erst im Januar ihr Comeback auf der Schanze. "Der Sport ist so schön, aber auch so erbarmungslos. Ich bin selber ratlos. Das tut ganz schön weh", sagte eine sichtbar enttäuschte Vogt.

Klinec gewinnt nervenaufreibendes Einzelspringen - DSV-Athletinnen enttäuschen Sportschau 25.02.2021 03:49 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 Das Erste

Rupprecht dämpft Team-Medaillen-Erwartung

Die erste Medaille 2021 soll es nun mit der Mannschaft an diesem Freitag (26.2.) geben (17.15 Uhr). "Wir dürfen jetzt nicht zu viel lamentieren, sondern müssen das sauber analysieren und morgen frisch in den Teamwettkampf gehen", sagte Frauen-Bundestrainer Andreas Bauer.

Rupprecht rechnet aber eher weniger mit einer Medaille: "Ich will mich jetzt nicht aus dem Fenster lehnen. Aber die Teamleistung von uns ist gerade nicht gut. Es sind Katharina und ich, die im Mittelfeld sind - Katha auch mal weiter vorne. Aber es fehlt der Rest. Deshalb darf man nicht zuviel erwarten", sagte Rupprecht in der Sportschau.

Ruprecht über die Teamleistung: "Katha und ich sind im Mittelfeld, aber es fehlt der Rest" Sportschau 25.02.2021 01:37 Min. Verfügbar bis 25.02.2022 Das Erste

Papplikum statt Publikum

Wegen der Corona-Pandemie finden die Wettbewerbe in Oberstdorf ohne Fans statt. Die Zuschauer werden von Pappaufstellern ersetzt. "Ich finde, die Pappaufsteller machen schon ziemlich viel aus. Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Es schaut nicht aus wie im Training und das ist viel wert", sagte Althaus.

nho/sid/dpa | Stand: 25.02.2021, 20:13

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