Eisenbichler: "Kann um den Vierschanzentournee-Sieg mitspringen"

Markus Eisenbichler

Skispringen

Eisenbichler: "Kann um den Vierschanzentournee-Sieg mitspringen"

Von Wolfram Porr

Als Topfavoriten auf den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee werden zwar vor allem der Norweger Halvor Egner Granerud und Skiflug-Weltmeister Karl Geiger genannt, doch auch Markus Eisenbichler präsentiert sich derzeit in bestechender Form.

Markus Eisenbichler ahnt wohl, was da kommen kann. Mit einem vierten und einem hervorragenden zweiten Platz auf der von ihm ungeliebten Schanze in Engelberg hat er sich bei der Generalprobe für die anstehende Vierschanzentournee in Topform präsentiert.

"Die Platzierungen bedeuten mir viel, weil ich gesehen habe, dass ich auch auf so einer Schanze mitstreiten kann ganz vorne", sagte der 29-Jährige aus dem oberbayerischen Siegsdorf bei einer Pressekonferenz am Montag (21.12.2020). Wenn es nach den Weihnachtsfeiertagen nun auf vier Schanzen geht, die ihm allesamt gut liegen, dann heißt das: Markus Eisenbichler kann ein Wörtchen mitreden, wenn es um den Tourneegesamtsieg geht.

Horngacher: Warum nicht mal ein Deutscher?

Seit 2002, als Sven Hannawald als erster Springer überhaupt alle vier Einzelspringen der Tournee gewinnen konnte, gab es bei der prestigereichen deutsch-österreichischen Veranstaltung keinen deutschen Sieger mehr.

Nach 19 Jahren greifen nun Karl Geiger und Eisenbichler nach dem Siegerpokal, davon ist auch Bundestrainer Stefan Horngacher überzeugt: "In den letzten Jahren gab es immer einen, der noch über unseren Springern stand - das kann bei der Tournee immer sein. Aber warum soll's heuer nicht mal ein deutscher Springer sein, der über den anderen steht? Wir haben zwei, die das definitiv können!"

Eisenbichler: "Ich kann um den Sieg mitspringen"

Eisenbichler jedenfalls ist gut drauf, präsentiert sich schon seit Saisonbeginn in bestechender Form, was sein zweiter Weltcupsieg in Ruka und die Bronzemedaille bei der Skiflug-WM in Planica im Einzel belegen. Und Eisenbichler weiß das. "So eine Form hatte ich noch nie vor der Tournee", sagt er, fügt aber auch gleich an: "Ich muss schauen, dass ich meine Sprünge runterbringe. Wenn ich so weitermache und mein Niveau vielleicht nochmal ein bisschen hebe, dann kann ich um den Sieg mitspringen. Ich bin wirklich ziemlich entspannt, weil ich weiß: Ich kann gut springen, und es sind vier Stationen."

Markus Eisenbichler

Markus Eisenbichler in den Chiemgauer Alpen

Und diese vier Stationen liegen ihm: Die Anlage in Oberstdorf "mag ich einfach", sagt er und kürt sie auf Nachfrage kurzerhand zu seiner Lieblingsschanze vor Garmisch-Partenkirchen, Bischofshofen und Innsbruck. Schließlich habe er da immer gute Sprünge gezeigt, selbst wenn er mal nicht so gut drauf war. "Aber ich mag alle ganz gern", sagt er.

Eine große Stärke des viermaligen Weltmeisters ist es, dass er sich auf sich selbst konzentrieren kann. Auf andere wie den jüngsten Seriensieger Granerud schaut der Bayer nicht: "Ich muss auf mein Gefühl hören und darf mich nicht verrückt machen lassen." Diese Einstellung ist ohnehin Eisenbichlers Credo. Auch wenn er nach guten Sprüngen gerne mal seine Freude laut herausschreit, ist er nicht der extrovertierte Partytyp, sondern eher einer, der auch gerne mal für sich ist und in den Bergen Kraft tankt.

"Ein bissl runterkommen" über Weihnachten

Deshalb hat er sich über Weihnachten vor allem eins vorgenommen: "Der Fokus liegt auf Regeneration und darauf, ein bissl runterzukommen." Geplant ist, ganz gemütlich "mit der Family und der Freundin" daheim zu feiern und mal auf andere Gedanken zu kommen: "In Engelberg war die Festplatte voll, weil man aus dem Modus nicht rauskommt - die ganze Zeit Skispringen, Skispringen, Skispringen".

Schon am 27. Dezember geht es für ihn nach Oberstdorf. Dann soll auf der Festplatte wieder Platz und dafür der Tank wieder voll sein.

Vierschanzentournee: Hannawald traut Eisenbichler viel zu Sportschau 21.12.2020 00:55 Min. Verfügbar bis 21.12.2021 Das Erste

Stand: 21.12.2020, 17:14

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