Starker Auftakt - Eisenbichler siegt vor Geiger beim Skispringen in Wisla

Eisenbichler bejubelt seinen Weltcup-Sieg in Wichla

Skispringen | Weltcup in Wisla

Starker Auftakt - Eisenbichler siegt vor Geiger beim Skispringen in Wisla

Dieser Auftakt in den Skisprung-Weltcup macht Lust auf die Saison: Beim ersten Einzel-Wettkampf des Winters feierten die Deutschen einen Doppelsieg.

Markus Eisenbichler und Karl Geiger haben beim Weltcup-Auftakt der Skispringer im polnischen Wisla für einen deutschen Doppelsieg gesorgt. Beim ersten Einzel des Winters setzte sich Eisenbichler am Sonntag (22.11.2020) mit Weiten auf 137,5 Meter und 134 Meter mit 9,0 Punkten Vorsprung vor Geiger (133,5 Meter/128 Meter) durch. Dritter wurde der Österreicher Daniel Huber (138,5 Meter/125,5 Meter).

Eisenbichler: "Wie an Weihnachten"

"Jaaaa", brüllte Eisenbichler nach seinem Satz im zweiten Durchgang seine Freude heraus. Später sagte der Weltmeister über den zweiten Weltcupsieg seiner Karriere: "Ich bin mega happy. Das hätte ich nicht erwartet." Eisenbichler ist nun erster Weltcup-Spitzenreiter der neuen Saison. "Das ist so geil. Über das Gelbe Trikot freue ich mich wie an Weihnachten."

Eisenbichler und Geiger, die am Samstag bereits Rang zwei im ersten Teamspringen der Saison gefeiert hatten, erwischten einen perfekten Tag. Nach dem ersten Durchgang lagen beide noch auf Rang drei und vier. Doch während die Konkurrenz mit den schwierigen Windbedingungen im zweiten Durchgang so seine Probleme hatte, konnten die beiden Deutschen ihr Sprungsystem voll entfalten und flogen auf die vorderen Podestplätze: "Ich hab gewusst, das wird windig. Du musst die Sprünge wirklich raushauen. Ich hab aber auch gewusst, wenn der Trainer abwinkt, dann wird ein stabiler Aufwind sein. Ich bin froh, dass ich den Sprung habe stabil landen können. Ich hab mich auf meine Stärken fokussiert", freute sich Eisenbichler bereits nach dem ersten Durchgang in der Sportschau.

Skispringen - Markus Eisenbichler mit starkem Auftakt in Wisla Sportschau 22.11.2020 04:20 Min. Verfügbar bis 22.11.2021 Das Erste

Lanisek von Rang eins auf Platz sechs

Mit 267,6 Punkten hatte Eisenbichler letztlich knapp 17 Punkte Vorsprung auf Halvor Egner Granerud (NOR), der Vierter wurde. Der Slowene Anze Lanisek, der nach dem ersten Durchgang noch geführt hatte, fiel nach 118 Metern im zweiten Durchgang noch auf Rang sechs zurück.

Paschke verbessert sich

Neben Eisenbichler und Geiger konnten noch drei weitere Deutsche Weltcuppunkte sammeln. Pius Paschke verbesserte sich von Rang 13 im ersten Durchgang (126,5 Meter) mit 121 Metern im zweiten Durchgang noch auf Rang zwölf.

Hamann nach Sturz noch auf Rang 18

Einen starken Eindruck hinterließ Martin Hamann. Der Sachse ging als 20. in den zweiten Durchgang und erwischte hier einen richtig tollen Sprung. Mit Aufwind trug es den 23-Jährigen bis auf 138,5 Meter, und damit nur knapp unter den Schanzenrekord von 139 Metern. Hamann konnte seinen starken Sprung allerdings nicht stehen, stürzte - und kam letztlich auf Rang 18. Immerhin: Er zog sich keine Verletzungen zu und sagte nach dem Wettkampf am Sportschau-Mikrofon: "Für mich war es nicht so schrecklich. Der Sprung war Wahnsinn. Er hat geflutscht von oben bis unten. Aber leider verzeihe ich es mir erst heute Abend, dass ich den Sprung nicht landen konnte. Ich kann ihn besser ausfliegen."

Freund fällt auf Rang 25 zurück

Nur einen guten Sprung zeigte Severin Freund. Der Olympiasieger, der beim Teamwettkampf am Samstag noch zuschauen musste, fiel von einem starken Rang 15 im ersten Durchgang (124,5 Meter) mit 112,5 Metern im zweiten Durchgang noch auf Rang 25 zurück. "Es freut mich extrem, wieder im Wettkampf zu stehen. Das macht echt Bock", sagte Freund aber versöhnlich am Sportschau-Mikrofon.

Wellinger und Schmid verpassen das Finale

Das Finale der besten 30 verpasste dagegen Andreas Wellinger. Der zweifache Olympiasieger kam bei seinem Comeback nach mehr als anderthalb Jahren Verletzungspause nur auf 111 Meter und Rang 39 im Feld der 50 Springer. "Ich war nervöser als ich es von mir kenne", sagte der Ruhpoldinger nach seinem Sprung in der ARD, und ergänzte: "Es fällt schwer, den Sprung einzuschätzen. Ich habe relativ viel Abzug wegen des Windes bekommen, aber nicht so viel Unterstützung gemerkt. Aber: weiter kämpfen. Man muss das Gefühl wieder völlig neu aufbauen. Das Skispringen hat sich weiterentwickelt. Da muss ich arbeiten, dass ich angreifen kann." Pech hatte Constantin Schmid, der mit Rückenwind nur auf 110,5 Meter kam und als 42. ebenfalls ausschied.

Dirk Hofmeister | Stand: 22.11.2020, 17:51

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