Jenny Wolf nicht mehr Bundestrainerin der Eisschnellläufer

Eisschnelllauf-Trainerin Jenny Wolf während einer Pressekonferenz

Eisschnelllauf

Jenny Wolf nicht mehr Bundestrainerin der Eisschnellläufer

Nach nur sieben Wochen im Amt hat Jenny Wolf ihren Rücktritt als Bundestrainerin der deutschen Eisschnellläufer erklärt.

"Ich hatte mir die Strukturänderungen anders vorgestellt", sagte Wolf: "Darum habe ich das Präsidium gebeten, meine neue Tätigkeit als DESG-Bundestrainerin nach dem 31.12.2020 nicht fortzuführen."

Über weitere Details wolle sie momentan nicht sprechen, sagte die fünfmalige Sprint-Weltmeisterin der Nachrichtenagentur dpa. An Wertschätzung habe es ihr aber nicht gefehlt. In einer Mitteilung an den Verband erklärte sie: "Ich bedanke mich für das Vertrauen, das mir Präsident Matthias Große und die anderen Vorstandsmitglieder entgegengebracht haben. Ich wünsche dem Verband, den Athletinnen und Athleten alles Gute, sportliche Erfolge und Medaillen für die Olympischen Spiele in Peking."

Große bedauert Wolfs Entscheidung

Matthias Große, Präsident der DESG

Matthias Große, Präsident der DESG

DESG-Präsident Große bedauerte die Entscheidung: "Jenny war meine Wunschkandidatin. Ich finde es äußerst schade, dass sie den Weg unserer Konsolidierung und die längst überfällige Etablierung neuer belastbarer Strukturen innerhalb der DESG nicht mit uns gemeinsam weitergehen möchte." Der eingeschlagene Kurs sei aber "alternativlos". Am 18. Dezember will Große ein Zwischenfazit seiner Amtszeit ziehen.

Amtsantritt erst im September

Die 41-jährige Diplomtrainerin war erst im September in das Amt berufen worden. Sie löste damals den Niederländer Erik Bouwman ab, der von Große beurlaubt worden war. Wolf sprach damals von einer "Riesenherausforderung" und einer großen Chance, "die Athleten wieder voranzubringen." Große sagte damals: "Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und werden den absoluten Leistungsgedanken in den Mittelpunkt unseres Neustarts rücken. Ich freue mich sehr, dass sich alle Beteiligten gemeinsam in den Dienst der Sache stellen werden."

Kein Plan B

Wie es für sie mit Beginn des neuen Jahres weitergehe, sei völlig offen, sagte Wolf: "Ich habe keinen langfristigen Plan B für die Zeit nach dem Ausstieg."

red/dpa | Stand: 11.12.2020, 17:25

Darstellung: