Wasserball - Eidner und Co. brauchen Turnier-Überraschung

Dennis Eidner

Wasserball-EM in Budapest

Wasserball - Eidner und Co. brauchen Turnier-Überraschung

Von Olaf Jansen

Bei der Wasserball-EM in Budapest (12.-26. Januar) braucht das deutsche Team eine Top-Leistung, um sich die Olympia-Chance zu erspielen. Wichtig wird bei diesem Unterfangen Center Dennis Eidner.

Eine Ausbildung zum Koch ist gut und sinnvoll, birgt aber auch so seine Gefahren. Das musste der deutsche Top-Wasserballer Dennis Eidner erfahren, als er sich im vergangenen Jahr bei einem Messer-Unfall fast um die Fortsetzung seiner Sportler-Karriere brachte. "Ich habe mir bei der Arbeit beinahe den Daumen abgeschnitten. Zum Glück ist die Verletzung wieder ausgeheilt, so dass ich jetzt bei der Europameisterschaft dabei sein kann", sagt der 28-Jährige Center des ASC Duisburg.

Schwere Vorrundengruppe

Bei der EM in Budapest hat es Deutschland in seiner Vorrundengruppe mit Topfavorit Kroatien, dem Olympia-Vierten Montenegro und der Slowakei zu tun. Die ersten drei kommen weiter, Platz zwei würde einen vermeintlich leichten Gegner in der Zwischenrunde bedeuten. 

Wasserball-Nationalspieler Eidner: "Gruppe mit zwei dicken Fischen"

Sportschau 10.01.2020 01:04 Min. Verfügbar bis 10.01.2021 ARD

Die Bedingungen könnten allerdings besser sein. "Wir haben Probleme in der Vorbereitung gehabt, denn gleich eine Handvoll unserer Stammspieler hatten zuletzt mit Verletzungen zu kämpfen", sagt Eidner. Neben Eidner selbst waren Spieler wie die Berliner Marko Stamm, Ben Reibel und Denis Strelezkij verletzt und haben noch Trainingsrückstand. Der Hannoveraner Tobias Preuß meldete sich zuletzt mit einer Schulterverletzung ganz ab.

"Tokio wird meine letzte Chance"

Dennoch hofft Eidner auf eine Überraschung: "Unsere Stärke war immer, dass wir uns zu den wichtigen Turnieren enorm steigern konnten. Das darf auch diesmal gern wieder so sein. Vielleicht können wir die Kroaten oder Montenegro überraschen."

Vom Titel träumt indes keiner - der Fokus ist ein anderer. "Wir haben nur ein Ziel beim Turnier in Ungarn: Uns den Platz für das Olympia-Qualifikationsturnier im März zu sichern", sagt Bundestrainer Hagen Stamm.

Das sieht auch Eidner so: "Die Olympischen Spiele fehlen mir noch in meiner Ansammlung großer Turniere. Da will ich unbedingt hin. Mit meinen jetzt 28 Jahren ist es sicherlich meine letzte Chance, Spiele als Aktiver zu erleben."

Dennis Eidner: "Können Überraschungen schaffen"

Sportschau 10.01.2020 01:01 Min. Verfügbar bis 10.01.2021 ARD

Ziel: mindestens Platz acht

Der Modus für ein Olympia-Ticket für Tokio 2020 ist kompliziert. Der Europameister qualifiziert sich direkt - das dürfte für das deutsche Team aber ein utopisches Ziel sein. Realistischer ist ein Platz unter den ersten acht - der berechtigt voraussichtlich zur Teilnahme am Olympia-Qualifikations-Turnier im März.

Welcher Platz genau nötig ist, hängt dabei vom Turnierverlauf ab. Titelverteidiger Serbien, Weltmeister Italien und der WM-Zweite Spanien haben das Tokio-Ticket bereits sicher, als Europameister oder hinter diesen drei Topteams kann sich eine andere Nation in Ungarn für's Olympiaturnier in Japan qualifizieren. Zudem werden noch vier Plätze fürs letzte olympische Qualifikationsturnier in Rotterdam (22. bis 29. März) vergeben, für das die Niederlande als Gastgeber gesetzt sind.

Kaum Olympia-Erfahrung im deutschen Kader

"Für so ein Topergebnis wie vergangenen Sommer mit dem WM-Viertelfinale muss bei uns alles stimmen. Da musst du eine Topvorbereitung haben und möglichst keine Verletzten, das war zuletzt leider nicht der Fall“, erklärt Stamm. Aus dem aktuellen Kader haben bisher nur Marko Stamm und Julian Real an Olympischen Spielen teilgenommen, 2008 in Peking als Jungspunde mit wenig Spielzeit. "Diesmal sind sie die Erfahrenen und damit die Spieler, von denen viel abhängen wird", erklärt Stamm.

Stand: 08.01.2020, 12:02

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