Deutsche Wasserballer verspielen letzte Olympia-Chance

Deutschlands Fynn Schuetze im Spiel gegen Russland

Olympia-Qualifikationsturnier in Rotterdam

Deutsche Wasserballer verspielen letzte Olympia-Chance

Für die deutschen Wasserballer endete das Olympia-Qualifikationsturnier mit einem Desaster. Nach der vierten Niederlage im vierten Spiel hat die Mannschaft von Bundestrainer Hagen Stamm die letzte Chance auf Olympia in Tokio verspielt.

Die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) kassierte am Mittwoch (17.02.2021) mit dem klaren 7:12 gegen Rumänien die vierte Niederlage im vierten Qualifikationsspiel und hat als abgeschlagener Gruppenletzter keine Chance mehr auf das Viertelfinale. Nur die besten drei Teams erhalten beim Ausscheidungsturnier in Rotterdam ein Ticket für die Olympischen Spiele in Tokio.

Schwerer Rückschlag für deutschen Wasserball

Das DSV-Team hatte bereits 2016 in Rio de Janeiro und 2012 in London die Teilnahme an den Sommerspielen verpasst. Für die Bedeutung und öffentliche Förderung der Sportart ist das ein schwerer Rückschlag.

Stamm: "Nicht sicher, ob Tokio überhaupt stattfindet" Sportschau 17.02.2021 05:43 Min. Verfügbar bis 17.02.2022 Das Erste

Im letzten Gruppenspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen London-Olympiasieger Kroatien geht es für das Stamm-Team nur noch um einen ehrbaren Abschied aus dem Turnier. "Wir versuchen trotzdem, die Jungs hochzuziehen", hatte Stamm schon vor dem Rumänien-Spiel dem SID gesagt: "Für viele sind es die letzten Länderspiele ihrer Karriere - und so wollen sie sich bestimmt nicht verabschieden."

Hagen Stamm nimmt Abschied

Auch "Mister Wasserball" selbst tritt am Donnerstag von der Nationalmannschaft ab. Der frühere Europameister war für die "Mission Tokio" als verantwortlicher Coach an den Beckenrand zurückgekehrt und hatte das Team bei der WM 2019 bis ins Viertelfinale geführt.

Ende der Ära Stamm mit Olympia-Aus für deutsche Wasserballer Morgenmagazin 18.02.2021 02:01 Min. Verfügbar bis 18.02.2022 Das Erste

Eine Vertragsverlängerung hatte Stamm im Vorfeld kategorisch ausgeschlossen. Es sei "dann auch mal gut", sagte er dem RBB: "Ich muss mich um die Firma kümmern, habe eine Familie und bin dreifacher Opa. Dann sollen andere ran."

Die Chance beim Quali-Turnier hatte Stamm im Vorfeld nur auf "zehn bis 20 Prozent" geschätzt. Doch dass sein Team die ersten vier Spiele alle verliert, hätte auch er nicht gedacht.

Sowohl beim klaren 5:17 am Dienstag gegen Russland sowie bei den knappen Niederlagen gegen Frankreich (12:13) und Gastgeber Niederlande (10:11) verschlief das DSV-Team den Start komplett. Bei der Niederlage gegen Rumänien ging dem Team dagegen am Ende die Luft aus.

Marko Stamm: "Enttäuschung ist groß"

"Das Problem ist mentaler Natur. Die meisten Jungs hatten zuletzt im September ein Erfolgserlebnis", haderte Stamm mit der fehlenden Spielpraxis und dem fehlenden Selbstvertrauen. Auch das Fehlen gestandener Leistungsträger wie Dennis Eidner, Ben Reibel und Tobias Preuß, die maßgeblich zum achten Platz bei der WM 2019 in Südkorea beigetragen hatten, spielt eine Rolle. "Wir haben nicht im Ansatz unsere Leistung abrufen können", sagte der Spandauer Marko Stamm selbstkritisch: "Die Enttäuschung ist groß."

dpa/sid | Stand: 17.02.2021, 14:30

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