Deutsches Volleyball-Team mit kleinen Hoffnungen auf Tokio

Deutschlands Jennifer Geerties (l) spielt den Ball neben Denise Hanke

Qualifikation für Olympia 2020

Deutsches Volleyball-Team mit kleinen Hoffnungen auf Tokio

Die deutschen Volleyballerinnen spielen ab Dienstag (07.01.2020) im niederländischen Apeldoorn um einen Platz beim olympischen Turnier in Tokio 2020. Die Konkurrenz ist groß.

Nur der Gewinner des Achterturniers darf nach Japan reisen. Zum bisher letzten Mal waren deutsche Volleyballerinnen 2004 beim größten Sportereignis der Welt vertreten. "Jeder hat die unglaubliche Sehnsucht", Olympia zu erleben, sagte Bundestrainer Felix Koslowski vor dem schweren Auftakt in Gruppe B gegen den EM-Zweiten Türkei um seinen früheren Lehrmeister Giovanni Guidetti, der auch schon als deutscher Bundestrainer arbeitete. "Olympia in Tokio ist unser größter Traum", beteuerte auch Zuspielerin und Spielführerin Denise Hanke.

Niederlande und Türkei die Topfavoriten

Fünf Partien in sechs Tagen warten im Idealfall auf Deutschland. Nach der Türkei stehen Kräftemessen mit Belgien und Kroatien an. "Die Türkei wird nicht unser Do-or-Die-Spiel, Kroatien und Belgien werden es", meinte der Bundestrainer über die wegweisenden Spiele in der Vorrunde. "Wenn man es ins Halbfinale schafft, und das ist unser Ziel, dann hat jede Mannschaft die Chance, die Olympia-Qualifikation zu schaffen", sagte Koslowski weiter. Der niederländische Olympia-Vierte von 2016 sei für ihn "wahrscheinlich Topfavorit, dann kommt die Türkei, danach vier oder fünf Mannschaften, die auf sehr gutem, sehr hohem Niveau spielen."

In der Parallelgruppe spielen neben dem Gastgeber Bulgarien, Polen und Aserbaidschan. Die beiden Besten der zwei Gruppen kommen ins Halbfinale - und dann geht es um alles. Aus Europa sind bislang Italien, Russland und Serbien für das Zwölferturnier bei Olympia qualifiziert. Die fünf offenen Plätze werden bei fünf Turnieren in aller Welt in dieser Woche vergeben, von denen eben eines in Apeldoorn stattfindet.

Volleyball - Louisa Lippmann will mit Deutschland zu den Olympischen Spielen Sportschau 07.01.2020 01:00 Min. Verfügbar bis 07.01.2021 Das Erste

Topleistung muss her

Koslowski zählt sein Team dazu, das im Angriff auf die überragende China-Legionärin Louisa Lippmann sowie Jennifer Geerties und Hanna Orthmann setzt. Die Außenangreiferin aus Monza hatte bei der EM 2019 noch wegen Oberschenkelproblemen gefehlt. Dennoch stürmten die Deutschen mit sechs Siegen nacheinander - unter anderem gegen Großmacht Russland - bis ins Viertelfinale. Dort war erst gegen Co-Gastgeber Polen (2:3) Endstation. Können Lippmann & Co. eine Leistung wie gegen Russland abrufen, ist Tokio greifbar.

Die 25 Jahre alte Lippmann, die bei Shanghai Volleyball spielt, ragt aus dem starken deutschen Kollektiv heraus - ähnlich wie Georg Grozer bei den Männern. "Wenn sie ein überragendes Spiel macht, und das werden wir von ihr brauchen, dann haben wir eine Chance", sagte Koslowski: "Sie trägt viel Verantwortung, aber das hat sie sich auch erarbeitet."

"Ich bin viel ruhiger"

Koslowski kennt den Druck der Olympia-Qualifikation. Vor vier Jahren hatte er erst wenige Wochen vor dem Turnier in Ankara zusammen mit Andreas Vollmer die Nachfolge des beurlaubten Luciano Pedulla angetreten. Trotz zweier Vorrundensiege verpassten Lippmann und Co. aber den Sprung ins Halbfinale und zu Olympia in Rio. "Ich bin viel ruhiger, damals war sehr viel Hektik, sehr viel Stress", erinnerte sich Koslowski. Diesmal kann er es kontrollierter angehen, auch wenn ihn das Ziel Tokio unter Spannung setzt.

sid/dpa | Stand: 06.01.2020, 17:00

Darstellung: