Traurige Volleyballer nach verpasster Olympia-Qualifikation

Lukas Kampa (l.) beim Block gegen Frankreich

Volleyball, Olympia-Qualifikation

Traurige Volleyballer nach verpasster Olympia-Qualifikation

Der Traum von Tokio ist vorbei - die Olympischen Spiele finden zum zweiten Mal nacheinander ohne die deutschen Volleyballer statt. Für Starangreifer Georg Grozer war es der letzte große Auftritt.

Die Mannschaft um Grozer verlor am Freitagabend (10.01.2020) das Finale des Qualifikationsturniers in Berlin gegen Frankreich klar mit 0:3 (20:25, 20:25, 23:25) und muss Olympia wie vor vier Jahren in Rio als Zuschauer verfolgen.

"Frankreich hat seine beste Turnierleistung gebracht", erkannte Moritz Reichert gegenüber der Sportschau an. Lukas Fromm monierte: "Wir haben es nicht geschafft, Druck aufzubauen und das Spiel zu machen, das wir sonst gemacht haben" und meinte im Sportschau-Gespräch: "Es tut mir einfach mega leid, dass wir uns nicht belohnt haben."

Deutschland gegen Frankreich - die Zusammenfassung Sportschau 11.01.2020 02:47 Min. Verfügbar bis 11.01.2021 Das Erste

Kollision mit Grozer

Die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbands (DVV) hatte sich mit guten Leistungen ins Finale vorgekämpft. Dort kam sie gegen die Franzosen an ihre Grenzen. Für einen frühen Schock sorgte aber nicht die erwartete spielerische Klasse Frankreichs. Schon beim zweiten Ballwechsel kollidierte Grozer am Netz mit einem Gegenspieler.

Der Diagonalangreifer, der wegen einer Blessur an der rechten Wade im letzten Gruppenspiel gegen Slowenien (2:3) pausiert hatte, blieb mit neuerlichen Schmerzen am Bein kurzzeitig auf dem Hallenboden liegen und wurde behandelt.

Fromm: "Es tut mir mega leid, dass wir uns nicht belohnt haben" Sportschau 10.01.2020 00:24 Min. Verfügbar bis 10.01.2021 Das Erste

Frankreich spielt stabiler

Aber Grozer rappelte sich auf, humpelte und dehnte immer wieder die lädierte Wade. Kurz darauf punktete "Hammerschorsch" allerdings wieder mit seinen kaum zu verteidigenden Schmetterbällen. Es entwickelte sich zunächst ein Duell auf Augenhöhe, in dem sich die Franzosen allerdings zunehmend Vorteile erspielten. Vor allem die starke Blockarbeit stellte das deutsche Team vor Probleme.

Auch in der Ballannahme leistete sich Frankreich kaum Schwächen. Die Dominanz der Gäste setzte sich auch im zweiten Satz fort. Der Angriff um Jean Patry und den in Berlin in der Bundesliga spielenden Nicolas Le Goff agierte sehr variabel. Deutschland zeigte Moral, kam nach größeren Rückständen etwas heran, musste letztlich dennoch einen weiteren Satzverlust hinnehmen. Die deutsche Mannschaft bäumte sich im dritten Satz nochmals auf. Das Ende des Olympia-Traums verhinderte sie aber nicht mehr.

Umbruch im deutschen Team

Für Grozer war es das letzte Spiel im Trikot der Nationalmannschaft. "Es ist hart, dass so eine Persönlichkeit geht", sagte Außenangreifer Christian Fromm, "es tut mir bloß so leid, dass es mit so einem Spiel enden muss."

Grozer hatte schon lange vor dem Turnier seinen Abschied in der Nationalmannschaft spätestens nach Tokio angekündigt. "Danke, dass er so viele Bälle versenkt hat. Es war mir eine Ehre und eine Freude, ihn so lange begleiten zu dürfen, ihm so lange die Bälle zuspielen zu dürfen", sagte Kapitän Lukas Kampa. "Er hat großen Anteil an den Medaillen und Erfolgen, die wir zusammen gefeiert haben."

Wer geht mit Grozer?

Kein anderer Spieler hat den deutschen Volleyball so geprägt wie Grozer. Sternstunden wie WM-Bronze 2014 und EM-Silber 2017 wären ohne den gebürtigen Ungarn nicht möglich gewesen.

Mit ihm könnten noch weitere Führungsfiguren gehen. Der Vertrag von Bundestrainer Andrea Giani (49) läuft in diesem Jahr aus. "Wir müssen mit dem Präsidenten über die Zukunft reden", sagte der Italiener vage.

Kampa (33) will zumindest kürzertreten. Sein hohes Pensum in der Nationalmannschaft seit 2008 werde der Vater zweier Kinder "so nicht mehr schaffen."

red, sid | Stand: 11.01.2020, 10:38

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