DHB-Trainer Gislason vor ungewissem Debüt

Bundestrainer Alfred Gislason

Fan-Ausschluss in Magdeburg

DHB-Trainer Gislason vor ungewissem Debüt

Der neue Bundestrainer Alfred Gislason fiebert seinem Debüt entgegen - doch das Coronavirus hat nun auch Auswirkungen auf das Länderspiel der Handballer in Magdeburg gegen die Niederlande. Das deutsche Team spielt gegen die Ukraine um das Ticket für die WM 2021 in Ägypten.

Alfred Gislason blutete das Herz. Eigentlich war alles angerichtet für das Debüt am Freitag (ab 17.55 Uhr im Livestream und im Ersten) in Magdeburg gegen die Niederlande - doch beim ersten Aufeinandertreffen des neuen Handball-Bundestrainers mit seiner Mannschaft drehte sich alles um das Coronavirus.

Wegen der Epidemie droht nun ein Spiel vor leeren Rängen oder zumindest ein Auftritt vor kleiner Kulisse.

DHB-Auswahl droht Spiel vor leeren Rängen Sportschau 10.03.2020 01:09 Min. Verfügbar bis 10.03.2021 Das Erste

Die Stadt Magdeburg teilte am Montag mit, dass sie "ab sofort" und "bis auf Weiteres Konzerte, Sport- und andere Veranstaltungen mit mehr als 1.000 BesucherInnen" untersage.

Eine Absage des Spiels kommt für den Deutschen Handballbund (DHB) aber nicht infrage. "Das Länderspiel gegen die Niederlande wird am Freitagabend weiterhin stattfinden", sagte Andreas Michelmann. Der DHB-Präsident betonte, dass man "weitere Details erst mit den zuständigen Behörden besprechen" müsse.

Deutschland gegen die Ukraine

Am Montagabend wurde noch der Gegner für die Play-off-Spiele für die WM 2021 in Ägypten bekannt. Die deutschen Handballer spielen gegen die Ukraine. Dies ergab die Auslosung in Wien.

Der Sieger aus den beiden Playoff-Spielen qualifiziert sich für die Endrunde vom 14. bis 31. Januar kommenden Jahres, die erstmals mit 32 Mannschaften ausgetragen wird. Die DHB-Auswahl muss im Hinspiel (5. bis 7. Juni) zunächst auswärts antreten und genießt im Rückspiel (9. bis 11. Juni) Heimrecht.

Vielleicht kommen ein paar Fans in die Arena

"An oberster Stelle aller Überlegungen steht die Gesundheit von Zuschauern, Spielern und aller weiterer am Länderspiel beteiligten Personen", führte Michelmann aus: "Wir werden uns nun mit dem Gesundheitsamt Magdeburg austauschen, um angesichts der neuen Lage eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden."

Es gibt jedoch noch eine Möglichkeit, zumindest einige Fans in die Arena zu lassen. "Das Gesundheits- und Veterinäramt behält sich vor, bei Veranstaltungen mit weniger als 1.000 Personen hygienische Auflagen zu erteilen", hieß es in der Mitteilung der Stadt. Wie und ob der DHB diese Vorgabe umsetzen kann, blieb zunächst offen.

Dabei hatte Gislason seinem Einstand bereits entgegengefiebert. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich wieder so viel Bock auf Handball habe", sagte er: "Ich freue mich, dieses Kribbeln wieder zu spüren." Doch statt sich mit seinem neuen Team, dem Länderspiel-Debüt und vor allem den Olympischen Spielen im Sommer zu beschäftigen, ging es am Montag zunächst nur um das Coronavirus und dessen Auswirkungen.

Olympia ist Gislassons Traum

In Aschersleben wollte der ehemalige Coach des THW Kiel sein Team auf das Olympia-Qualifikationsturnier in Berlin (17. bis 19. April) einschwören. Olympia, das betonte Gislason, "das ist ein Traum. Ich habe Olympia zweimal als Spieler miterlebt. Es wäre großartig, das als Trainer zu wiederholen."

Bis dahin wartet auf den Nachfolger des am 6. Februar freigestellten Christian Prokop und sein neues Team eine Menge Arbeit. Gislason weiß genau, wo er ansetzen will. Die Defensive sei "das Prunkstück" im deutschen Handball, beim Umschaltspiel und Angriff "werde ich einige Änderungen vornehmen", sagte Gislason. Vieles, was er in Kiel spielen ließ, "werde ich versuchen, auf die Nationalmannschaft umzuleiten".

Abstimmung finden

Gislason konzentriert sich zunächst auf die bevorstehenden Trainingseinheiten, seine Motivation ist enorm. "Alfred wird sicher viel Energie reinbringen. Er wollte schon immer die Nationalmannschaft trainieren und wird jetzt sicher gut Gas geben", sagte Nationalspieler Steffen Weinhold den Kieler Nachrichten: "Es geht jetzt darum, dass wir uns aufeinander einstimmen, Harmonie zwischen Trainer und Mannschaft finden und ein paar Dinge einstudieren, bevor es im April in die wichtigen Spiele geht."

Die Spiele im April stehen auch im Verband derzeit über allem. Doch die große Erwartungshaltung macht Haudegen Gislason nichts aus - im Gegenteil. "Druck ist für viele etwas Angsteinflößendes, aber ich habe das meistens als etwas Schönes empfunden", sagte er. Druck sei nichts anderes als "die Erwartung, etwas richtig Gutes abzuliefern. Und ich bin mir ganz sicher, dass diese Mannschaft das kann."

Bundestrainer Gislason: "Mannschaft bleibt zum Großteil" Sportschau 02.03.2020 00:19 Min. Verfügbar bis 02.03.2021 Das Erste

sid/dpa | Stand: 09.03.2020, 20:06

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