Vorerst keine Corona-Lockerungen für den Sport geplant

Handball ohne Zuschauer in Magdeburg

Bund-Länder-Treffen

Vorerst keine Corona-Lockerungen für den Sport geplant

Der Sport darf vor dem Treffen der Bundesländer mit Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch nicht auf Lockerungen der Corona-Regelungen hoffen. Für die Profiklubs würde dies bedeuten, dass der Ligenbetrieb nur mit Spielen ohne Zuschauer fortgesetzt werden kann.

Die Bundesländer plädieren dafür, den Ende Oktober verfügten Teil-Lockdown zunächst bis zum 20. Dezember bundesweit aufrechtzuerhalten. Dies geht aus der Beschlussvorlage der Ministerpräsidenten für die Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an diesem Mittwoch (25.11.2020) hervor.

Für den Profisport würde dies konkret bedeuten, dass der Ligenbetrieb nur mit sogenannten Geisterspielen fortgesetzt werden kann. Nach dem Fußball, Handball, Basketball und Volleyball will auch die Deutsche Eishockey-Liga am 17. Dezember in die Saison starten. Weiterhin ruhen soll der Amateursport.

Fußball: Unterbrechung wäre fatal

An Spiele ohne Fans haben sich die Fußball-Klubbosse fast schon gewöhnt, längst sind Unterbrechungen im Spielbetrieb das neue Worst-Case-Szenario. "Natürlich steht die Gesundheit an erster Stelle, und viele Menschen kämpfen um ihre berufliche Existenz. Aber auch für den Profifußball wäre eine weitere Unterbrechung fatal", sagte Geschäftsführer Oliver Mintzlaff vom Bundesligisten RB Leipzig dem "kicker".

Eine Unterbrechung wie im Frühjahr hätte womöglich ernste Konsequenzen mit einem massiven Einbruch bei den TV-Einnahmen, der "etliche Klubs in eine wirtschaftliche Schieflage brächte."

Handball: Bis Weihnachten ohne Fans durchhalten

Ein kompletter Lockdown "steht unseres Wissens aber auch nicht zur Debatte", sagte Frank Bohmann dem SID. Für den Geschäftsführer der Handball-Bundesliga ist der "symbolträchtige Zuschauer-Ausschluss zur Bekämpfung der Pandemie" auch so "schon schwer genug zu managen".

Weil die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter hoch ist, geht auch Bohmann nicht von einer "Rückkehr von Zuschauern im Leistungssport" aus. Doch der Handball sei darauf vorbereitet: "Wir werden bis Weihnachten auch ohne Fans durchhalten."

Eishockey: Kalkulation ohne Zuschauer

Im Eishockey sind die Klubs sogar schon einen Schritt weiter. Für die gesamte Saison in der DEL, die am 17. Dezember beginnen soll, haben "alle 14 Klubs ihre Kalkulationen komplett ohne Zuschauerbeteiligung erstellt", sagte Liga-Chef Gernot Tripcke: "Das ist bitter, aber aktuell schlicht nicht änderbar."

Basketball: Hoffnung dank des Impfstoffs

Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte vor dem Treffen am Mittwoch eine "gemeinsame geschlossene Antwort" von Bund und Ländern an. Es gibt auch einen Lichtblick: "Der gezielte Einsatz von Schnelltests und der hoffentlich bald zur Verfügung stehende Impfstoff geben zudem Hoffnung und Zuversicht, dass es Aussicht auf eine Normalisierung gibt", sagte Seibert.

Und so träumen wohl nicht nur die Basketballer davon, in dieser Spielzeit noch einmal vor Fans auftreten zu können. "Die Saison ist noch lang. Wir spielen mindestens bis in den Juni hinein, und da kann noch viel passieren", sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz dem SID: "Da könnte es durch Impfstoffe beispielsweise eine Entspannung geben. Insofern haben wir die Hoffnung keineswegs aufgegeben, dass wir in dieser Saison noch vor Zuschauern spielen können."

Verlängerung der Hilfsmaßnahmen

Die Profivereine dürfen aber neben der Saisonfortsetzung auch auf eine Verlängerung der Hilfsmaßnahmen durch den Bund bis zur Mitte des kommenden Jahres hoffen.

Quarantäne-Verkürzung wäre entlastend

Geplant ist zudem, die Quarantänezeit einheitlich von zwei Wochen auf zehn Tage zu verkürzen. Dies hätte einen entlastenden Effekt auch für den Profisport, wo zuletzt mehrere Mannschaften nach positiven Corona-Fällen für 14 Tage in die Komplett-Isolation gehen mussten. Das hatte vor allem im Handball zu diversen Spielabsagen und wegen des dadurch zunehmenden Termindrucks zu einer kontroversen Debatte um eine mögliche WM-Absage geführt.

red/sid/dpa | Stand: 24.11.2020, 12:52

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