Ultimate Fighting - komme, was da wolle

UFC-Kämpfer Tony Ferguson (r.) im Infight

UFC nimmt Kämpfe wieder auf

Ultimate Fighting - komme, was da wolle

Von Dirk Burkhardt

Ultimate Fighting ist eine harte Sache - und ein großes Geschäft. Sein Macher, Dana White, lässt sich auch in der Coronakrise nicht davon abbringen und hat gegen Widerstände einen Weg gefunden, seine Kämpfer wieder in den Käfig zu schicken.

Blut tropft, Schweiß fließt, die Gegner prügeln und würgen sich eng ineinader verschlungen am Boden. Was schon zu normalen Zeiten archaisch bis barbarisch aussieht, bekommt in Zeiten von Corona mit "Social Distancing" einen noch ganz anderen Geschmack. Ultimate Fighting wirkt in der Pandemie noch entrückter.

Und doch ist der Kampf Mann gegen Mann in einem achteckigen Käfig aktuell eine der ganz wenigen Sportarten, die ihrem Geschäft nachgehen. Nach knapp acht Wochen Zwangspause* ist das Millionengeschäft der Ultimate Figthing Championship (UFC) an diesem Wochenende (09.05.2020/Ortszeit) zurück in seinem Octagon.

Wege aus dem Lockdown

In den USA, dem Land mit über einer Million Infizierten und fast 80.000 Toten, genauer in Jacksonville, Florida hat die UFC zwölf Kämpfe angesetzt. Wäre es nach Dana White, dem mit Glatzkopf und bulligem Körper wie ein Role Model seiner Sportart aussehenden Chef der UFC gegangen, hätte es die Corona-Zwangspause überhaupt nicht gegeben. Doch Mitte April, als er einen Kampfabend in einem Indianerreservart durchführen wollte, war selbst seinem Haussender ESPN und der Muttergesellschaft Disney die Sache im Angesicht steigender Infektionszahlen und Lockdown in weiten Teilen der USA doch zu heikel geworden, und sie sagten die angesetzten Übertragungen ab.*

Für White war das aber keineswegs das Ende, sondern erst der Anfang eines Kampfes. Schnell produzierte der 50-Jährige die nächste Idee.

Nähe zu Trump hilft

UFC-Boss White (l.) bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump

White (l.) unterstützt US-Präsident Trump im Wahlkampf 2020.

Die Kämpfe sollten auf einer Privatinsel stattfinden. "Fight Island" nannte White den Plan und versprach, nur wenige Wochen zu brauchen, um die Kampf-Insel betriebsfähig zu machen. Dann fand der ehemalige Aerobic- und Fitness-Trainer aber einen noch schnelleren Weg.

Die Wrestling-Organisation WWE hatte es dank Nähe zu Präsident Donald Trump geschafft, als systemrelevant eingestuft zu werden und mit dem Trump-freundlichen US-Bundesstaat Florida auch einen Lizenzgeber gefunden. Kurzerhand benutzte White, der als Unterstützer von Trump auf dessen Wahlkampfveranstaltungen auftritt, dieselben Argumente für die UFC und bekam die Erlaubnis für seinen Kampfabend in Jacksonville.

Positiver Coronatest stört kaum

Auch, dass Khabib Nurmagomedov, der Leichtgewichts-Champion und Bezwinger von Superstar Conor McGregor, wegen der geltenden Einreisebeschränkungen in Russland bleiben musste, störte White nicht. Kurzerhand wurde Justin Gaethje, die Nummer vier der Welt, als Gegner von US-Star Tony Ferguson verpflichtet.

UFC-Boss Dana White

Seit 2001 der Boss der UFC: Dana White

Auch die letzte Klippe umschiffte der UFC-Impressario. Einen Tag vor dem Kampfabend wurden mit Ronaldo Souza ein Athlet sowie zwei seiner Teammitglieder positiv auf das Coronavirus getestet. Nach Rücksprache der UFC mit der zuständigen Ahtleten-Kommission in Florida kein Problem. Die drei wurden aus dem gemeinsamen Hotel aller UFC-Kämpfer in Quarantäne geschickt. Alle anderen machen weiter.

Leere Ränge, volle Kassen

"Wir haben in dieser Woche 1.200 Tests an 300 Personen durchgeführt", erklärte White. "Da ist es nicht überraschend, dass einer positiv ausfällt. Das System funktioniert." Weiter geht's, immerhin vor leeren Rängen. Aber es wird gekämpft und Geld verdient im UFC-Universum - komme, was da wolle.

Die ersten Kämpfe auf "Fight Island" sollen laut White übrigens im Juni stattfinden. Die entsprechenden Markenrechte sind schon eingetragen.

Dieses Element beinhaltet Daten von Twitter. Sie können die Einbettung auf unserer Datenschutzseite deaktivieren.

*Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes haben wir von einer kürzeren Zwangspause und anderen Abläufen in Bezug auf den geplanten Kampfabend in einem Indianerreservat berichtet. Diese Inhalte wurden nach erneuter Recherche korrigiert.

Stand: 16.05.2020, 20:14

Darstellung: