Auswirkungen von Covid-19 - DOSB-Chef Hörmann fordert Notfallfonds für den Sport

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Der Sport und das Coronavirus

Auswirkungen von Covid-19 - DOSB-Chef Hörmann fordert Notfallfonds für den Sport

Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), hat erneut vor den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf den Sport abseits des Fußballs gewarnt. Ein nationaler Notfallfonds sei zwingend notwendig, sagt Hörmann.

"Ohne Hilfe werden (...) unsere 90.000 Vereine an vielen Stellen nicht überlebensfähig sein", sagte der DOSB-Chef am Dienstag (02.06.2020) im Gespräch mit dem ZDF-Morgenmagazin. Dies sei eine Gefahr für die Vielfalt der Sportlandschaft in Deutschland.

Vor allem Programme für Vereine in den "klassischen, wertvollen Ligen" wie Volleyball, Eishockey, Handball, oder Basketball, die im Gegensatz zum Fußball nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten, seien notwendig. "Andernfalls werden erste Insolvenzen schon in den nächsten Wochen und Monaten kommen", sagte Hörmann.

DOSB beruft sich auf eigene Präsentation

Der DOSB hatte dem Sportausschuss des Bundestages vergangene Woche eine Schadensprognose für die Vereine präsentiert, die von einem finanziellen Bedarf von mehr als einer Milliarde Euro ausgeht. Grundlage dafür ist eine Hochrechnung, die in der vom DOSB vorgestellten Präsentation mit dem sperrigen Titel "Coronabedingter Schaden für Sportdeutschland" enthalten ist. Beim Verband gehen sie davon aus, dass jeder der rund 90.000 Vereine in Deutschland einen Bedarf von 12.000 Euro hat, um die Corona-Krise zu überstehen.

Unterstützung aus der Politik

Offenbar haben Hörmann und der DOSB die Politik von der Notwendigkeit einer solchen finanziellen Unterstützung überzeugen können. "Niemand hat ein Interesse daran, dass die Sportlandschaft in Deutschland ausgedünnt wird und die Vereine durch die Corona-Pandemie in diese nachweisbaren Schwierigkeiten gekommen sind", sagte die SPD-Politikerin Dagmar Freitag in ihrer Funktion als Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag.

Ähnlich sieht das Eberhard Gienger, der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktionen. "Wir wollen erst einmal den professionellen und semiprofessionellen Klubs helfen", sagte der frühere Weltklasse-Turner der FAZ, klammerte dabei die Klubs der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga ausdrücklich aber aus.

sid/dpa/red | Stand: 02.06.2020, 18:01

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