Königssturz? Rekordchampion? Glücksfall! - Alles Wichtige zu den French Open

Rafael-Nadal-Statue im Stade Roland Garros

French Open

Königssturz? Rekordchampion? Glücksfall! - Alles Wichtige zu den French Open

Was ist neu bei den French Open? Krönt sich Rafael Nadal zum Grand-Slam-Rekordchampion? Wer ist favorisiert? Und warum ist die Verschiebung ein Glücksfall für die Veranstalter? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

Was ist neu bei den French Open?

Die Einführung der Nightsessions ist eine wesentliche Neuerung der 120. French Open, die ab Sonntag (30.05.2021) bis zum 13. Juni ausgetragen werden. Ab Montag werden zehn Matches auf dem Court Philippe Chatrier um 21 Uhr stattfinden. Wegen der geltenden Ausgangssperre in Frankreich (bis 8. Juni, ab 21 Uhr) darf erst die letzte Nightsession am 9. Juni vor 5.000 Zuschauern gespielt werden.

Wie viele Zuschauer dürfen kommen?

Aufgrund der Verbesserung der Coronazahlen planen die Veranstalter mit einer täglichen Zahl von 5.388 Besuchern an den ersten neun Tagen. Ab dem 9. Juni sollen dann sogar bis zu 13.146 Zuschauer pro Tag Einlass erhalten.

Wer sind die Favoriten?

Bei den Männern ist die Sache klar, es gibt einen unangefochtenen Topfavoriten: Rafael Nadal. Der Spanier ist der unumschränkte Herrscher auf Sand, jagt seinen 14. Titel in Paris und könnte sich mit seinem dann 21. Turniersieg insgesamt auch zum alleinigen Grand-Slam-Rekordchampion krönen.

Nicht nur der Weltranglistenerste Novak Djokovic will dies verhindern, auch Stefanos Tsitsipas (Griechenland), die deutsche Nummer eins Alexander Zverev, US-Open-Sieger Dominic Thiem (Österreich) und der Russe Andrej Rublew sind zu beachten.

Was ist mit Roger Federer?

Der Schweizer spielt sein erstes Grand-Slam-Turnier seit den Australian Open 2020 nach einer langwierigen Verletzungspause und zwei Knie-Operationen. Jede Runde bringt Federer, der ebenso wie Nadal 20 Major-Titel eingefahren hat, weitere Spielpraxis mit Blick auf sein großes Ziel Wimbledon.

Geht Zverev den nächsten Schritt?

Das Selbstvertrauen der deutschen Nummer eins Alexander Zverev ist nach zwei Turniersiegen enorm gewachsen, die Auslosung für die French Open günstig. Zverev wittert die Chance auf seinen ersten Major-Titel. "Ich denke schon, dass ich dieses Jahr Chancen habe. Ich denke immer noch, dass Nadal als Topfavorit in dieses Turnier geht. Aber klar, ich habe in letzter Zeit gut gespielt", sagte Zverev im Olympia-Podcast der Sportschau. Die Nummer sechs der Welt bekommt es zum Auftakt mit dem Kölner Qualifikanten Oscar Otte zu tun. Auch in der zweiten Runde würde Zverev auf den Gewinner eines Duells zweier Qualifikanten treffen. Vielleicht noch wichtiger: Auf die beiden Topfavoriten Rafael Nadal und Novak Djokovic würde Zverev frühestens im Finale treffen.

Wer hat bei den Frauen die größten Chancen?

Die australische Weltranglistenerste Ashleigh Barty und Titelverteidigerin Iga Swiatek sind zu nennen. Die Polin gewann zuletzt das Finale in Rom mit 6:0, 6:0 gegen Karolina Pliskova. Auch Naomi Osaka (Japan), Aryna Sabalenka (Belarus) und Elina Switolina (Ukraine) zählen zum Kreis der gefährlichen Spielerinnen. Für die 23-malige Grand-Slam-Siegerin Serena Williams (USA) und die deutsche Nummer eins Angelique Kerber (Kiel) ist Sand nicht der Lieblingsbelag.

Welche deutschen Profis sind noch am Start?

Nur zwei weitere Frauen stehen im Hauptfeld, Andrea Petkovic (33/Darmstadt) und Vorjahres-Viertelfinalistin Laura Siegemund (33/Metzingen). Bei den Männern fällt das Aufgebot üppiger aus. Die deutsche Nummer zwei Jan-Lennard Struff (31/Warstein) erwischte mit Rublew eine denkbar ungünstige Auftaktaufgabe. Zudem sind noch Routinier Philipp Kohlschreiber (37/Augsburg), Dominik Koepfer (27/Furtwangen), Yannick Hanfmann (29/Karlsruhe) sowie die beiden Qualifikanten Maximilian Marterer (25/Nürnberg) und Oscar Otte (27/Köln) dabei.

Warum ist die Verschiebung des Turniers ein Glücksfall für die Veranstalter?

"Unsere kleine Wette war ein Gewinn", sagte Amelie Oudea-Castera, Generaldirektorin des französischen Tennisverbandes (FFT): "Die Verschiebung um eine Woche ist wirklich ein Gewinn, sie hat uns einen schönen zweistelligen Millionenbetrag gerettet." Das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres war ursprünglich geplant ab dem 23. Mai und profitiert durch die Verschiebung von den schrittweisen Lockerungen der Corona-Einschränkungen in Frankreich. Bis zum 8. Juni sind etwas mehr als 5.000 Zuschauer auf der Anlage von Roland Garros zugelassen, danach erhöht sich die Zahl auf über 13.000 Fans pro Tag. Zudem wird die französische Regierung am 9. Juni die ab 21 Uhr geltende Ausgangssperre aufheben, sodass zumindest noch eine der zehn Abendsessions vor Fans ausgetragen werden kann.

red/sid/dpa | Stand: 29.05.2021, 09:03

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