European League of Football ELF: Fünf Erkenntnisse aus der Auftaktniederlage von Frankfurt Galaxy

Stand: 06.06.2022 18:01 Uhr

Frankfurt Galaxy hat das erste Spiel der Saison etwas überraschend verloren und bangt nun um Quarterback Jakeb Sullivan. Head Coach Thomas Kösling war sauer. Lichtblicke gab es dennoch.

Von Gerald Schäfer

Der Titelverteidiger der European League of Football (ELF) ist schlagbar. Das ist vielleicht der offensichtlichste Take-Away dieses ersten Spieltags. Die Frankfurt Galaxy hat ihr Heimspiel gegen Rhein Fire aus Düsseldorf am Sonntag mit 26:29 verloren. Klar, es war das erste Saisonspiel gegen einen Gegner, über den nur wenig bekannt war, den einen oder anderen Fingerzeig liefert das Spiel aber eventuell schon für die Saison der Galaxy.

1. Habemus Kicker

Fangen wir mit der vielleicht besten Nachricht des Tages an: Frankfurt Galaxy hat in dieser Saison einen Kicker, der den Namen auch verdient. Ryan Rimmler hat gezeigt, warum die Hessen ihn verpflichtet haben. Zwei Mal trat der 25-Jährige zum Field-Goal-Versuch an, zwei Mal zum Extrapunkt. Vier Mal setzte er das Ei perfekt zwischen die Stangen – bei seinem zweiten Field Goal sogar aus 55 Yards Entfernung.

Wenn Rimmler so weiter macht, wird Ex-Eintracht-Profi Thomas Zampach als Ersatzkicker in dieser Saison (euphemistisch ausgedrückt) nicht viel Spielzeit erhalten.

2. Der Offensivmotor stottert

Der beste Kicker kann aber auch nur dann ein Spiel gewinnen, wenn er oft genug in Position gebracht wird. Das Offensivspiel der Frankfurter lahmte aber zu häufig gegen Rhein Fire. Im Rushing Game kamen die Hessen gerade einmal auf 95 Yards, das Passspiel war zwar solide, die überraschenden Momente fehlten aber komplett – zumindest im positiven Sinne.

"Wir haben schlechte Entscheidungen getroffen und den Ball zu oft verloren", sagte Trainer Thomas Kösling. Gemeint sein konnte damit eigentlich nur Quarterback Jakeb Sullivan. Der beste Ballwerfer der vergangenen Saison läuft in der neuen Spielzeit noch nicht rund, warf zwei Interceptions und fumbelte einmal den Ball. Das kann er eigentlich besser.

3. Sullivan angeschlagen

Ob der US-Amerikaner das gleich schon in der kommenden Woche bei den Vienna Vikings beweisen kann, ist derzeit noch nicht klar. "Jakeb hat im vierten Viertel einen Hit abbekommen, die Rippe ist kaputt oder sowas. Er konnte im letzten Drive nicht mehr richtig werfen", sagte Coach Kösling nach dem Spiel noch recht vage. Ob der 28-Jährige für das Spiel gegen sein Ex-Team aus Wien wiederhergestellt ist? Zu wünschen wäre es ihm – und der Galaxy.

4. Die Liga verspricht Spannung

Beim Titelfavoriten aus Österreich brauchen die Hessen jeden Mann, um zu bestehen. Die Wiener haben immerhin gerade die Tirol Raiders geschlagen, das nächste Schwergewicht der Central Conference, in der auch die Galaxy um den Einzug in die Playoffs kämpft. "Diese Liga ist der wahre Jakob. Wenn du nicht dein A-Game bringst, verlierst du", weiß Kösling. Eine zweite Niederlage gegen einen direkten Gegner um die Post Season wäre ein denkbar schlechter Start in die zweite ELF-Saison.

Was den Hessen Mut machen dürfte: Trotz aller Fehler haben sie das Spiel gegen Rhein Fire nur mit drei Punkten verloren. Es war eine enge Partie, so wie die meisten anderen in der Liga auch an diesem Wochenende. Von sechs Spielen waren vier richtig knapp, wurden mit sieben Punkten oder weniger gewonnen, also mit nur einem Touchdown Unterschied.

5. Den Fans gefällt’s

Die Liga ist also nicht nur hart, "die Liga macht Spaß", fasst Kösling zusammen. Klar will niemand sein Team verlieren sehen, aber wenn schon, dann bitte doch in den letzten Minuten einer spannenden Partie. Ständige "Blowouts", in denen zur Halbzeit schon alles gelaufen ist, machen auf Dauer doch auch keinen Spaß.

In dieser Hinsicht sind die Fans der Galaxy (und der Rhein Fire) am Sonntag auf ihre Kosten gekommen. 7.525 Zuschauer kamen trotz vereinzelter Regenschauer an den Bornheimer Hang – und dürften es nicht bereut haben. Das nächste Heimspiel steigt am 19. Juni gegen die Panthers Wroclaw.