Auf der Mitgliederversammlung Eintracht Frankfurt: Zoff mit OB Feldmann geht in die nächste Runde

Stand: 27.09.2022 11:19 Uhr

Der Krach zwischen Peter Feldmann und der Eintracht hört nicht auf. Wollte der Frankfurter OB im Mai den Autokorso des Clubs nach dem Pokaltriumph verhindern? Einen entsprechenden Vorwurf von Axel Hellmann hat der SPD-Politiker nun dementiert.

Der Zoff zwischen der Eintracht und Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) kommt nicht zur Ruhe. Am Montagabend legte Vorstandssprecher Axel Hellmann auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten nach und warf Feldmann unter anderem vor, dass dieser den Autokorso der Hessen nach dem Europa-League-Sieg nicht zulassen wollte, weil er nicht in einem Auto mitfahren durfte. "Er wollte das verhindern, weil er nicht eingeladen war", so Hellmann.

"Er hat versucht, die Ankunft bis zur Ehrung nicht zum feierlichen Moment für die Protagonisten zu machen, sondern für sich selbst zu nutzen", fuhr der Eintracht-Vorstand fort. Außerdem seien noch mehr Dinge vorgefallen, "als die, die bekannt sind", so Hellmann, der über Feldmann daher ein vernichtendes Fazit zog: "Jede Stadt bekommt oder behält den Oberbürgermeister, den sie verdient."

Feldmann wehrt sich gegen Vorwürfe

Am Dienstagmorgen reagierte der Attackierte mit einem eigenen Statement und betonte, die Vorwürfe der Eintracht "entbehrten jeder Grundlage". Weiter hieß es, Feldmann sei "in die konkreten Planungen zum Empfang überhaupt nicht eingebunden" gewesen. Im Gegenteil hätte es nur Bedenken der Sicherheitsbehörden gegeben.

Es sei laut den Sitzungsprotokollen darauf hingewiesen worden, dass dieser von der Eintracht als Veranstaltung angemeldet und abgesichert werden müsse, was von Hellmann abgelehnt worden sei. Das Ordnungsamt, das alleine dem Ordnungsdezernat unterstellt sei, habe dem Fußball-Bundesligisten zunächst mitgeteilt, dass der Konvoi nicht stattfinden könne. "In vertraulichen Gesprächen konnte am Ende jedoch eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden werden".

Feldmann hatte beim Empfang der Eintracht im Römer ein peinliches Bild abgegeben. Erst hatte er Kapitän Sebastian Rode den Pokal aus den Händen genommen, dann hielt er im Kaisersaal eine wirre Rede, in der er mehrere Spieler falsch aussprach. "Es geht mir um das Gesamtbild und die Rolle des Oberbürgermeisters", betonte Hellmann am Montagabend.

Bürgerentscheid Anfang November

Feldmann hat derweil noch ganz andere Probleme als die Fehde mit der Eintracht. Am Montag hatten die Frankfurter Koalitionsparteien (Grüne, SPD, FDP, Volt) sowie die größte Oppositionspartei CDU in einem ungewöhnlichen Schulterschluss angekündigt, mit einer gemeinsamen Kampagne für die Abwahl Feldmanns zu werben. Der Frankfurter OB hatte daraufhin angekündigt, bei einer gescheiterten Abwahl bis 2024 im Amt bleiben zu wollen. Der Bürgerentscheid zur Abwahl Feldmanns soll am 6. November stattfinden.