Fußball | Europa League Frankfurt gewinnt Finale der Europa League nach Elfer-Drama gegen Glasgow

Stand: 19.05.2022 13:07 Uhr

Eintracht Frankfurt hat sich in Sevilla zum Europa-League-Sieger gekrönt. In einem packenden Finale besiegten die Hessen die Glasgow Rangers. Im Elfmeterschießen avancierte Keeper Kevin Trapp zum Helden des Abends.

Eintracht Frankfurt hat das Finale der Europa League am Mittwoch mit 6:5 nach Elfmeterschießen gewonnen. Nach der regulären Spielzeit hatte es nach Toren von Joe Aribo (57.) und Rafael Borré (69.) 1:1 gestanden. In der Verlängerung fielen keine weiteren Tore.

Im Elferschießen machte dann Trapp den Unterschied. Der National-Torwart hielt den Schuss von Aaron Ramsey. Alle anderen Schützen trafen. Borré machte als letzter Frankfurter Schütze den ersten internationalen Titel seit 1980 perfekt. Die Eintracht spielt damit in der kommenden Saison in der Champions League.

Rode blutet, spielt aber weiter

Schon in der 6. Minute musste die Eintracht den ersten Schock wegstecken. John Lundstram ging mit hohem Bein in einen Zweikampf mit Sebastian Rode, traf zwar zuerst den Ball, dann aber den Frankfurter Kapitän mit dem Stollen im Gesicht. Blutüberströmt musste der Mittelfeldspieler minutenlang behandelt werden, konnte dann aber doch weiterspielen. Warum Lundstram dafür keine Karte sah, wusste außerdem dem Schiedsrichter niemand so genau.

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Die Hessen brauchten im Anschluss ein paar Minuten, um ins Spiel zu finden, hatten dann aber die ersten kleineren Chancen. So richtig gefährlich wurde es aber nur bei einem Schuss von Ansgar Knauff, den Rangers-Keeper Allan McGregor aus der Ecke fischte (20.). Glasgow fand lange nicht statt. Das erste Tor hätten die Rangers in der 26. Minute dennoch um ein Haar geschossen. Ein strammer Fernschuss von Stürmer Aribo verfehlte das Tor nur knapp. Trapp wäre da machtlos gewesen.

Frankfurter Fehlerkette bringt Rangers in Front

Auch in der zweiten Halbzeit zeigte sich dasselbe Bild: Die Eintracht war spielbestimmend und hatte durch Lindström die erste gute Möglichkeit, dessen abgefälschter Schuss das Tor aber um Zentimeter verfehlte (49.). Eine Fehlerkette der Hessen brachte die Schotten dann aber in Front.

Eintracht Frankfurt gewinnt den Europapokal

Ein eigentlich ungefährlicher hoher Ball rutschte erst Djibril Sow über den Kopf, im Laufduell mit Ariba stolperte Tuta und der Nigerianer hatte alleine vor Trapp keine Mühe, das erste Tor der Partie zu erzielen (57.). Zu allem Überfluss verletzte sich Tuta auch noch bei der Aktion und musste verletzt vom Feld. Für ihn kam Makoto Hasebe.

Borré schickt die SGE in die Verlängerung

Die gute Nachricht: Die Eintracht ließ sich vom doppelten Schlag in die Magengrube nicht beirren. Auch die Rangers leisteten sich ein schweren Abwehrpatzer, Nutznießer wäre beinahe Daichi Kamada gewesen. Der Lupfer des Japaners landete aber nur auf dem Tordach (67.).

Zwei Minuten später war das aber schon wieder vergessen: Borré schmiss sich in eine Hereingabe von Filip Kostic und spitzelte den Ball mit der Picke zum 1:1 ins Netz. Und weil danach nicht mehr allzu viel passierte, ging es in die Verlängerung.

Trapp rettet Eintracht ins Elfmeterschießen

Auch da war es ein Abwehrfehler, der die erste Chance ermöglichte. Calvin Bassey verlor den Ball an Borré, holte den Kolumbianer im Sprint-Duell aber noch ein und konnte den Abschluss abblocken (95.). Es war kein schönes Spiel mehr, aber ein intensives. Beiden Teams sah man den Kräfteverschleiß an. Jeder Sprint musste nun wohl überlegt sein. Und dann hatte plötzlich Ryan Kent den Sieg auf dem Fuß, scheiterte aber aus vier Metern am überragenden Trapp (118.), der auch einen Freistoß von James Tavernier in letzter Minute entschärfte.

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Sportschau, 19.05.2022 00:02 Uhr

Im Elferdrama behielten die Frankfurter dann die Nerven, verwandelten alle Elfmeter und krönten sich zu den Königen von Europa.