Eintracht-Verteidiger Hinteregger reagiert erneut Eintracht Frankfurt Abwehrchef Martin Hinteregger reagiert erneut

Stand: 10.06.2022 21:16 Uhr

Eintracht Frankfurt kommt nach der Enthüllung einer brisanten Geschäftsbeziehung von Martin Hinteregger nicht zur Ruhe. Der Österreicher nahm erneut Stellung zu einer Zusammenarbeit mit einem rechten Politiker.

Als in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag der Bericht des Bloggers Michael Bonvalot über die Geschäftsbeziehung von Martin Hinteregger zum rechtsextremen FPÖ-Politiker Heinrich Sickl erschien, war die Unruhe groß. Der Abwehrspieler von Eintracht Frankfurt steht seitdem im Fokus. Daran änderte auch die wenige Stunden später via "Instagram"-Statement beendete Zusammenarbeit mit Sickl nichts. Der ebenfalls aus Sirnitz stammende Politiker gilt als "überaus bekanntes Gesicht der österreichischen Rechtsaußen-Szene".

War Sickl der Generation Hinteregger kein Begriff?

Die in Kärnten stattfindenden Events kamen daher ebenfalls auf den Prüfstand. Der "Hinti-Cup" mit mehr als 40 Fußball-Teams wird weiterhin am 18. Juni ausgetragen, der "Festi:Ball" mit Interpreten wie Vega oder DJ Ötzi hingegen abgeblasen. Das Schloss Albeck, wo die Party stattfinden sollte, befindet sich im Besitz der Familie Sickl. Hinteregger äußerte sich erneut zu den Vorfällen. Er sagte im österreichischen TV-Sender ORF: "Ich glaube, dass Sickl in den vergangenen 30 Jahren kaum in Kärnten und meiner Generation deshalb kaum ein Begriff war. Nachdem ich seine Geschichten gelesen und gehört habe, finde ich das schockierend."

Der Journalist Bonvalot legte hingegen noch einmal nach: "Sickl ist schon als Jugendlicher in der neonazistischen Szene aufgeschlagen, er war FPÖ-Gemeinderat in Graz, er taucht immer wieder in überregionalen Medien in Österreich auf." Sein Urteil: "Es scheint schwer vorstellbar, dass ein Geschäftspartner von all dem nichts mitbekommen hat."

Hinteregger gibt zu: "Muss mir Fehler eingestehen"

Hinteregger gab zu: "Ich muss mir den Fehler eingestehen, dass ich nicht recherchiert habe, wer Sickl ist und welche Vorgeschichte er hat." Die Veranstaltung "Hinti-Cup" verteidigte er weiterhin: "Das sind zwei paar Schuhe". Der 29-Jährige gestand aber auch: "Auf meiner Karriere hat es einen kleinen Kratzer hinterlassen. Aber jeder, der mich in diese Ecke stellen will, weiß, dass das Schwachsinn ist."

Die Eintracht betrachtet die Entwicklung rund um Hinteregger dennoch mit Skepsis. Das Interview des Europa-League-Helden in der österreichischen Zeitung "Krone" ("Es ist viel in die Brüche gegangen") kam schon nicht gut an.

Eintracht erreicht Hinteregger auch am Freitag nicht

Dass Hinteregger laut Bild auch am Freitag nicht ans Telefon ging und erneut nicht mit den Eintracht-Verantwortlichen um Vorstandschef Markus Krösche sprach, wirft weitere Fragen auf. Die Trennung von Sickl war da nur der erste Schritt vor dem anstehenden Krisengespräch am 27. Juni.