BR24 Sport SpVgg Greuther Fürth setzt auf Photovoltaik auf dem Stadiondach

Stand: 05.12.2022 18:42 Uhr

Die Spielvereinigung Greuther Fürth hat auf ihrem Stadiondach eine Photovoltaik-Anlage installiert. Der Fußball-Zweitligist will damit jährlich etwa 60 Prozent des Strombedarfs im Stadion decken.

Von Nicolas Eberlein, Anja Bühling

Die steigenden Energie- und Strompreise treffen auch viele Sportvereine hart. Neue Ansätze sind gefragt, damit der Betrieb der Sportanlagen energiesparender, ressourcenschonender und auch nachhaltiger laufen kann. Die SpVgg Greuther Fürth setzt dabei unter anderem auf Solarenergie und Ideen der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Leuchtturm-Projekt zum Thema Energiesparen

Der Fußballverein hat nun eine neue Photovoltaik-Anlage vorgestellt, die auf dem Dach des Fußballstadions im Fürther Ronhof installiert wurde. Sie soll zukünftig 60 Prozent seines Strombedarfs decken. Der Verein sieht das Vorhaben als ein Leuchtturm-Projekt in einer Reihe von Maßnahmen rund um die Themen Energiesparen und Nachhaltigkeit.

Elektroautos und Ideenwettbewerb

So sei fast die Hälfte des Fuhrparks bereits mit Elektroantrieb unterwegs, die Umstellung solle noch weitergehen. Zudem wurde ein zehnstufiger Plan erarbeitet, der Maßnahmen zum Energiesparen aufzeigt. Ein Ideenwettbewerb, bei dem alle Beschäftigten Gedanken zum Energiesparen einbringen können, soll für weitere nachhaltige Projekte sorgen.

Die Maßnahmen führt die Spielvereinigung laut Mitteilung zum einen wegen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung durch. Zum andern rechnet sie sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht: Anstatt von erwarteten Zusatzkosten von weit mehr als 30 Prozent geht der Verein bis 2024 nun davon aus, dass sie deutlich unter zehn Prozent bleiben.

Hilfe und Infos für Vereine vom BLSV

Wie die steigenden Energiekosten Vereine betreffen, zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedern des Bayerischen Landes-Sportverbands (BLSV). Rund 42 Prozent der 925 bayerischen Vereine, die an der Befragung teilgenommen haben, sehen ihre Situation aufgrund der steigenden Energiepreise als ungenügend und mangelhaft an. Der Verband bietet heute (5.12.22, 19.00 Uhr) ein Online-Seminar zum Thema an. Zudem finden sich auf der Webseite auch empfohlene Maßnahmen zur Reduzierung von Energiekosten beim Betrieb von Sportstätten, die der Deutsche Olympische Sportbund zusammengestellt hat.

Vereine aufgrund der Kostenexplosion besorgt

Eine Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbunds unter seinen Mitgliedern zeigt, dass 3,3 Prozent der bayerischen Vereine sich durch die steigenden Energiekosten akut bedroht fühlen und 46,1 Prozent der teilnehmenden Vereine starke Auswirkungen auf ihre Vereinsarbeit befürchten. Zum einen befürchten 29,3 Prozent (133 Teilnehmer in Bayern), dass sie auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, jeder vierte Verein gab an, geplante Projekte deshalb nicht durchführen zu können.

Mehrzahl der Vereine noch auf Gas und Erdöl angewiesen

Die Umfrage zeigt auch, dass die SpVgg Greuther Fürth mit dem Bau der Photovoltaik-Anlage und den weiteren Maßnahmen vielen anderen Vereinen einen guten Schritt voraus ist. Denn unter 143 Vereinen, die die Frage beantwortet haben, welche Energieform sie zum Beheizen ihrer Anlage nutzen, sind derzeit knapp 46,9 Prozent auf Erdgas angewiesen, 28,7 Prozent auf Erdöl. 11,9 Prozent nutzen Flüssiggas, ebenso viele Holzpellets oder Hackschnitzel und nur 7,7 Prozent Umweltenergie.

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

Quelle: Frankenschau aktuell 05.12.2022 - 17:30 Uhr