IOC erkennt Sohn Lukaschenkos nicht als NOK-Präsident von Belarus an

Alexander Lukaschenko (l) und sein Sohn Viktor

Belarus

IOC erkennt Sohn Lukaschenkos nicht als NOK-Präsident von Belarus an

Das IOC hat seine Sanktionen gegen Belarus bekräftigt. Die Wahl des neuen belarusischen NOK-Chefs Viktor Lukaschenko, Sohn des Machthabers Alexander Lukaschenko, erkennt das IOC nicht an.

Das entschied die IOC-Spitze am Montag (08.03.2021). Zudem bleiben die bereits im Dezember verhängten Strafen vorläufig in Kraft.

IOC sanktioniert Lukaschenko - aber reicht das? Sportschau 13.12.2020 08:13 Min. Verfügbar bis 13.12.2021 Das Erste

Mehrere Sanktionen gegen die Führung in Belarus

Ende des Vorjahres hatte das IOC Lukaschenko und dessen Sohn Viktor von allen olympischen Aktivitäten einschließlich der Sommerspiele in Tokio ausgeschlossen. Zudem sind IOC-Zahlungen an Belarus eingefroren, sofern sie nicht Athleten-Stipendien oder Kosten für die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele sind.

Das damals noch von Alexander Lukaschenko geführte NOK habe Athleten nicht ausreichend vor politischer Diskriminierung geschützt, hieß es zur Begründung. Lukaschenko hatte diese Entscheidung kritisiert und eine Klärung vor Gericht angeregt.

Die belarusische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hatte die IOC-Sanktionen gegen Lukaschenko begrüßt. Mehrere Sportler, darunter Olympia-Medaillengewinner, hatten Gewalt und politische Verfolgung unter Lukaschenko kritisiert. Zahlreiche prominente Athleten waren wegen der Teilnahme an Aktionen gegen Lukaschenko mit Haft- oder Geldstrafen belegt worden.

Belarus in schwerer politischer Krise

Belarus steckt seit der Präsidentenwahl im Vorjahr in einer schweren innenpolitischen Krise. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die Opposition hingegen sieht die Bürgerrechtlerin Tichanowskaja als wahre Gewinnerin.

Seit Monaten fordert die Demokratiebewegung Lukaschenkos Rücktritt, ein Ende der Polizeigewalt gegen friedliche Demonstranten, die Freilassung aller politischen Gefangenen und Neuwahlen. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an.

dpa | Stand: 08.03.2021, 20:02

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