Gewalt und Missbrauch - "Athleten Deutschland" wollen unabhängige Anlaufstelle

Sexueller Missbrauch: Opfer müssen wegen Verfahrensfehlern erneut aussagen

"Unabhängiges Zentrum für Safe Sport"

Gewalt und Missbrauch - "Athleten Deutschland" wollen unabhängige Anlaufstelle

Der "Athleten Deutschland e.V." regt im Kampf gegen sexualisierte Gewalt und Missbrauch im Sport an, eine unabhängige Anlaufstelle für Opfer zu schaffen.

Psychische Gewalt und Medikamenmissbrauch am Turnstützpunkt in Chemnitz. Verdacht auf sexualisierte Gewalt im Boxsport am Olympiastützpunkt in Heidelberg: Das sind nur zwei Meldungen aus der jüngeren Vergangenheit über Gewalt und Missbrauch im Sport.

"Athleten Deutschland e.V.", eine Interessenvertretung von Kaderathletinnen und -athleten, glaubt, dass der organisierte Sport sich "trotz aller Anstrengungen unzureichend selbst beaufsichtigen kann".

Anlaufstelle für Opfer, Familie, Freunde, Vereins- und Verbandsvertreter

Daher regt er mit dem "Unabhängigen Zentrum für Safe Sport" eine Instanz an, die Anlaufstelle für Opfer, aber auch deren Familien, Freunde und betroffene Vertreter aus Verbänden und Vereinen sein soll. Finanziert werden soll das Zentrum gemeinsam von Sport, Bund und Land. Über mögliche Kosten sagt das Papier der Athleten nichts aus.

"Athleten Deutschland" benennt vier Bereiche, in denen das Zentrum vor allem tätig werden soll: Risikoanalyse, Prävention, Intervention und Aufarbeitung. "Gerade die Aufarbeitung ist äußerst wichtig", sagt Maximilian Klein, einer von zwei Autoren des "Impulspapiers". Das Papier sei quasi eine Fortschreibung eines Hearings der "unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs".

Dabei hatten sich im Oktober Betroffene mit Vertreterinnen und Vertretern des organisierten Sports, aus Politik und Wissenschaft getroffen. Die Kommission untersuchte seit 2015 sexualisierte Gewalt in Familien, Kirchen und Religionsgemeinschaften und seit 2019 auch im Sport.

red | Stand: 10.02.2021, 11:00

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