Kühn infiziert: Deutschlands Gegner heißt jetzt auch Corona

Sportschau 16.01.2022 01:37 Min. Verfügbar bis 16.01.2023 Das Erste

Handball | EM

Auch Kühn betroffen: Zahlreiche Coronafälle bei Handball-EM

Stand: 16.01.2022, 10:10 Uhr

Julius Kühn ist bei der Handball-EM in Ungarn und der Slowakei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hendrik Wagner wurde nachnominiert. Bei anderen Nationen sind noch deutlich mehr Spieler betroffen - aber der europäische Handballverband EHF verschärft die Regeln nur im Detail.

Von Volker Schulte

Der Deutsche Handballbund (DHB) verkündete das Testergebnis am Samstag (15.01.2022) auf seiner Homepage. Kühn habe sich unmittelbar nach Bekanntwerden des Resultats am Samstagabend in Isolation begeben. Für ihn wurde inzwischen der Umzug in ein Quarantänehotel angeordnet. "Ich hoffe, dass ich möglichst bald wieder zum Team zurückkehren und das Turnier fortsetzen kann", sagte der Rückraumspieler. "Für das heutige Spiel gegen Österreich wünsche ich der Mannschaft viel Erfolg." Seinen Platz im 16er Kader für die Partie gegen Österreich nimmt Rechtsaußen Lukas Zerbe ein. Außerdem nominierte Bundestrainer Alfred Gislason Hendrik Wagner vom Zweitligisten Eulen Ludwigshafen nach.

Trotz aller Vorsicht: Coronafall im DHB-Team

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Kühn hat laut DHB bereits eine Booster-Impfung erhalten und sei symptomfrei. "Der im positiven Testergebnis ermittelte Ct-Wert deutet auf eine geringe Infektiosität hin", heißt es in der Mitteilung. "In den seit Neujahr vorgenommenen sieben PCR-Tests der gesamten Delegation hat Kühn ebenso wie alle weiteren Teammitglieder durchweg negative Ergebnisse erhalten." Alle Mitglieder der deutschen Delegation legten inzwischen einen Schnelltest mit durchweg negativen Ergebnissen ab. Für Sonntagvormittag war eine weitere PCR-Testung aller Teammitglieder geplant.

Mindestens fünf Tage Quarantäne

Julius Kühn

Julius Kühn

Beim Auftaktsieg des deutschen Teams gegen Belarus (33:29) am Freitag hatte Kühn mit sechs Toren zu den besten Spielern gezählt. Laut Turnierregeln muss der 28-Jährige nun mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben. Anschließend könnte er sich mit zwei negativen PCR-Tests, die mindestens 24 Stunden auseinanderliegen müssen, freitesten und wieder am Spielbetrieb teilnehmen.

Verpassen wird Kühn die beiden weiteren Vorrundenspiele gegen Österreich (Sonntag, ab 17.45 Uhr live im Ersten) und gegen Polen (Dienstag, 18 Uhr).

Zahlreiche Fälle vor und während des Turniers

Während das deutsche Team zuvor von Coronafällen verschont geblieben war, hatte es viele andere EM-Teilnehmerländer hart erwischt. Beispielsweise kamen bei Deutschlands Gruppengegner Polen zu den zahlreichen positiven Tests in der Vorbereitung fünf weitere Fälle am Spielort Bratislava hinzu.

Kroatien verkündete am Samstag, dass vier weitere Spieler betroffen sind - alle hatten noch am Donnerstag gegen Frankreich im Kader gestanden, mindestens vier von ihnen kamen zum Einsatz. Die EHF gab auf Sportschau-Anfrage bekannt, dass seit Anreise der Teams etwa 15 Spieler positiv getestet worden seien. Darunter sind Fälle wie der des Dänen Jannick Green. Der Torhüter von Bundesliga-Spitzenreiter SC Magdeburg hatte sich bereits im Trainingslager infiziert und seine Quarantänezeit eingehalten. Nach negativen Tests durfte er anreisen, erhielt dann aber vor Ort erneut einen positiven Befund.

Maskenpflicht in Ungarn verschärft

Die Europäische Handballföderation (EHF) verzichtet bei der EM auf eine strikte Turnierbubble und vertraut auf einen zweitägigen PCR-Test-Rhythmus. Trotz der zahlreichen weiteren Infektionen seien vorerst keine Änderungen am Hygienekonzept geplant, sagte ein EHF-Sprecher auf Sportschau-Anfrage.

Verschärft wurde allerdings die Maskenpflicht in den ungarischen Hallen. Dort ist nun nach EHF-Angaben wie auch im Mitausrichter-Land eine FFP2-Maske Pflicht. Nachdem bei den ersten Spielen zahlreiche Zuschauer ohne Maske zu sehen waren, solle nun auch stärker kontrolliert werden, kündigte die EHF an. Nicht geändert wird die Auslastung: In der Slowakei dürfen nur 25 Prozent der Plätze besetzt werden, in Ungarn gibt es keine Beschränkungen.

Beschwerden über Maßnahmen in Ungarn

Während sich die deutsche Delegation stets zufrieden über die Sicherheitsmaßnahmen in der Slowakei äußert, gab es vor allem zu Turnierbeginn Kritik an einigen Umständen in Ungarn. Unter anderem beklagte Frankreichs Starspieler Nikola Karabatic, dass das Team auch in den Essensbereichen auf normale Hotelgäste treffe, die keine Maske tragen. Im EM-Hygienekonzept sind dagegen eigene Bereiche für die Mannschaften vorgesehen. Die EHF sagte der Sportschau, auf diese Beschwerden habe man direkt reagiert und die Maßnahmen verbessert.

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